Wellington

Letzte Woche Donnerstag (16. Juni) sind wir von Te Parae aufgebrochen, um erst ein paar Tage in Wellington zu bleiben, und dann mit der Fähre weiter auf die Südinsel über zu setzen.
Auf dem Weg nach Wellington, mussten wir mit dem Auto durch eine sehr bergige Region fahren. Ich habe eine Pause genutzt, um einen sehr steilen Berg hoch zu laufen. Der Aufstieg hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn von dort hatte ich eine super Aussicht über das Gebirge, das Flachland und einen See. P1080141_stitchaChristina und Daniel hatten keine Lust sich an diesem Berg abzumühen, und sind lieber am Auto geblieben. Da man hier in Neuseeland die meisten Zeit durch sehr  ländliches Gebiet fährt, kommt es ab und zu mal vor, dass man anhalten muss, weil die Kühe zu einer anderen Weide getrieben werden, und dafür die Straße überqueren müssen.P1080136a

In Wellington angekommen, sind wir erst einmal einkaufen gefahren, um unsere Vorräte etwas aufzufüllen bzw. um uns etwas für das Mittagessen zu kaufen. Damit sind wir dann auf den Mount Victoria gefahren, um bei schöner Aussicht über die Hauptstadt von Neuseeland unser Baguette zu essen. P1080232_stitchaP1080239aDort haben wir uns auch dazu entschieden, uns für die Tage in Wellington ein Hostel zu suchen, da es in der Nähe keine Campingplätze gibt. Wir sind dann auch sofort zum YHA Hostel gefahren (vergleichbar mit einer Jugendherberge in Deutschland) und hatten Glück, eine der wenigen freien Zimmer zu bekommen! An dem Wochenende war nämlich ein Heimspiel der All Blacks (Rugby Nationalmannschaft von Neuseeland) und die Stadt war wohl wegen diesem Spiel sehr gut gebucht. Das ist der Nachteil, wenn man so spontan lebt wie wir zur Zeit: Man kann dann nicht im voraus ein Hostel buchen, und wenn man dann Pech hat, kann es passieren, dass man kein Zimmer mehr bekommt.

Das Hostel war sehr zentral gelegen und wir konnten von dort aus die Stadt sehr gut zu Fuß erkunden:
Wir wohnten nur wenige Minuten vom Hafen entfernt, und beim ersten Spaziergang hier in Wellington sind wir die Hafenpromenade entlang gelaufen. In der Zeit in Wellington hatten wir sehr schönes Wetter und wir konnten sehr viele motivierte Bewohner der Stadt sehen, die am Hafen entlang gejoggt sind.P1080193a P1080182_stitcha
Generell finde ich die Stadt sehr schön: Das Zentrum von Wellington liegt direkt am Meer zwischen mehreren Hügeln (unter anderen Mt Victoria), und man kann sehen, wie sich die Stadt zwischen und teilweise auf den Hügeln ausgebreitet hat.
Gleich am Hafen liegt das Nationalmuseum von Neuseeland „Te Papa“. Dort sind wir am nächsten Tag rein gegangen, da es von sehr vielen Einheimischen empfohlen wird, und dazu auch noch komplett kostenlos ist. Wir waren mehr als 4 Stunden im Te Papa, in dem viele einheimische Pflanzen- und Tierarten ausgestellt sind, allgemein die Entstehung von Neuseeland durch vulkanische Aktivität erklärt wird (inklusive Erdbebensimulator) und die Ureinwohner mit Herkunft, Traditionen und Kultur beschrieben werden. P1080319aGenerell umfasst das Museum gefühlt alles, was mit Neuseeland zu tun hat und reicht bis in die Neuzeit mit den europäischen Siedlern, der Abholzung der Wälder, Kunst und Malerei, und der Beziehung zum Vereinigten Königreich (die Queen ist bis heute Staatsoberhaupt von Neuseeland). P1080293aAllerdings ist das Museum sehr kindgerecht aufgebaut, sodass einige Dinge für unsere Altersgruppe etwas langweilig waren. Trotzdem kann ich den Ausflug in das Te Papa auf jeden Fall weiterempfehlen!

Am Nachmittag sind wir dann noch zu einem Hügel auf der anderen Seite der Stadt gelaufen. Dort gibt es eine Zahnradbahn, mit der man zur Spitze fahren kann, die aber leider wegen Wartungsarbeiten geschlossen war (jetzt im Winter ist ja sowieso nicht so viel los). Wir haben uns trotzdem dazu entschieden, zu Fuß die wenigen (steilen) Kilometer auf den Hügel zu laufen, um von dort die Stadt „von der anderen Seite aus“ sehen zu können. Wir haben unseren Rundgang dann am neuseeländischen Parlament vorbei zurück zum Hostel gemacht.P1080336a P1080340a P1080283ajpg

Am Samstag Morgen gab es auf dem Mount Victoria von dem örtlichen Observatorium ein Event: Zwischen 5 und 7 Uhr morgens konnte man mit mobilen Teleskopen einen für die Ureinwohner wichtigen Stern beobachten. Wir haben uns daher den Wecker gestellt und sind früh morgens auf den Berg gelaufen. Es war sehr voll und der Himmel war leider viel zu bewölkt, sodass wir nichts sehen konnten. Trotzdem hatten wir einen sehr schönen Blick über die Lichter der Stadt, sodass es sich wenigstens doch noch ein bisschen gelohnt hatte, so früh aufzustehen.P1080365_stitcha P1080261_stitcha

Den Vormittag haben wir dann den „Weta Workshop“ besucht. Dies ist weltweit eines der größten Unternehmen für Spezialeffekte, Requisiten und Modelle, und hat zum Beispiel (um nur eine kleine Auswahl aufzuzählen) bei den Filmen Herr der Ringe, Der Hobbit, Warcraft, Eragon und Chroniken von Narnia maßgeblich mitgewirkt.
Wir waren im Shop von dem Unternehmen und haben ein 30 minütiges Video gesehen, in dem die Gründungsgeschichte erzählt und ein paar interessante Arbeitsweisen erklärt wurden. Für die Tour, die man hier auch machen kann, hatten wir leider nicht mehr genügend Zeit.P1080376a 46c4ba4f-df1b-4021-bc56-beef09f4f33d
Am Mittag sind wir nämlich Richtung Fähre aufgebrochen, die wir am Vorabend gebucht hatten. Die Fähre ist die einzige Möglichkeit mit dem Auto auf die Südinsel zu fahren! Und das ist gar nicht mal so billig: Für zwei Personen in einem Auto zahlt man um die 230 NZD. Aber da man in Neuseeland ein Auto braucht, um die schönen, einsamen Orte sehen zu können, und wir die meiste Zeit im Auto schlafen, wollten wir natürlich unser Auto auf jeden Fall mit auf die Südinsel nehmen.P1080387a

Die Fahrt mit der Fähre dauert ein bisschen mehr als 3 Stunden. Die Fahrt war sehr schön: Erst sind wir aus der großen Bucht gefahren, in der Wellington liegt, und dann weiter über das offene (und sehr windige) Meer Richtung Picton. Kurz vor dem Zielhafen fährt man dann durch die Queen Charlotte Sound, einem Gebiet mit sehr vielen Inseln und Buchten. Leider war es schon dunkel, als wir durch dieses Gebiet gefahren sind, da die Fähre fast 2 Stunden Verspätung hatte. Dafür hatten wir einen schönen Sonnenuntergang, den wir vom Schiff aus beobachten konnten. Auf dem Rückweg zur Nordinsel müssen wir Queen Charlotte Sound auf jeden Fall bei Tageslicht durchfahren! Wir konnten nur erahnen, wie schön dieses Gebiet ist..P1080416a

Hier auf der Südinsel haben wir uns für die ersten beiden Nächte einen kostenlosen Campingplatz gesucht, auf dem wir schlafen konnten. Tagsüber haben wir ein paar kleinere Ausflüge gemacht und sind in die Bibliothek gefahren, um nach Jobs zu suchen. Ich hoffe, dass wir möglichst bald einen Job finden werden, um unsere Reisekasse etwas aufzubessern.
Unser nächstes Ziel, nachdem wir gearbeitet haben, ist dann der Abel Tasman National Park im Nordwesten der Südinsel. Dort gibt es einen weiteren Great Walk, den wir dann wahrscheinlich auch machen wollen, wenn das Wetter mitspielt.

 

1 Kommentar

  1. Lieber Jens,

    wie immer hoch interessant. Eine Frage: wird im Nationalmuseum gesagt, wann Neuseeland zuerst besiedelt wurde und wer dorthin kam. Die Maoris ? Woher kamen sie ? Mit Auslegerbooten ?
    Ist es auf der Südinsel noch ein bisschen kälter als auf der Nordinsel ?
    Die Route Wellington nach Picton haben wir im Atlas gefunden. Wahrscheinlich kann es bei der Überfahrt auch mal sehr stürmisch werden ?!
    Bis bald, Gruß Papa

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