Richtung Westküste (Nelson Lakes)

Am Samstag Morgen (27. August) haben wir uns nach zweieinhalb Wochen von Susan, Jonathan und Ursula verabschiedet. Es waren echt sehr gute zweieinhalb Wochen, und wir wären gerne noch länger geblieben. Wir wollen aber natürlich auch noch den Rest von Neuseeland kennen lernen, und so war es Zeit, weiter Richtung Westküste zu reisen.

Als ersten Zwischenstopp haben wir uns dazu entschieden, unsere eigenen Messer zu schmieden, was man ganz in der Nähe von Nelson machen kann. Wir haben dies einige Tage vorher für Samstag gebucht, und so sind wir direkt nach unserem Abschied 30 Minuten zur Schmiede gefahren. Hier haben wir als erstes einen Eisenklumpen in die Hand gedrückt bekommen, den wir zunächst im Feuer zum Glühen bringen mussten, um dann auf ihn einzuschlagen. 20160827_090957a20160827_112847aWir mussten diese Prozedur (zum Glühen bringen, Hämmern) unzählige Male wiederholt, bis der Eisenklumpen langsam flach und größer wurde, und man das zukünftige Messer mit viel Fantasie erahnen konnte.
Viele verschiedene Arbeitsschritte, von Hämmer, Schleifen, Schneiden, Polieren, etc, waren notwendig, bis das Messer langsam Gestalt annahm. 20160827_115532a20160827_113110aNachdem die Klinge seine ungefähre Form hatte, durften wir uns die Holzart aussuchen, aus der unser Griff bestehen sollte. Das Holz wurde dann auf die entsprechende Stelle geklebt und dort fixiert. Nachdem es dann in der Mittagspause trocknen konnte, ging es an die Feinarbeiten. 20160827_144806aDer Griff musste in die richtige Form gebracht werden und dann mit Schmirgelpapier abgerundet werden. Danach bekam das Messer nochmal einen Schliff und wurde mit mehreren unterschiedlichen Geräten poliert. Zum Schluss konnten wir zuschauen, wie Simon (der Leiter des Workshops) die Messer geschärft hat, damit wir es auch benutzen können. Ein sehr schönes, selbstgemachtes Souvenir, wie ich finde!20160828_100237a

Nachdem wir den ganzen Tag vor dem heißen Schmiedeofen verbracht hatten, sind wir am Abend ca. 100km Richtung Nelson Lakes Nationalpark gefahren. Dort haben wir auf einem Campingplatz direkt am Lake Rotoiti übernachtet.p1090803a
Am nächsten Tag haben wir dann eine sehr beliebte ca. 4 stündige Wanderung auf den Mt. Robert gemacht, der direkt am See liegt. p1090920_stitcha Der ganze Berggipfel war zugeschneit. Ich weiß nicht, wie viel Schnee dort oben lag, aber man konnte (außer die Orangen Stangen als Wegmarken) keine Steine, Pfade oder Gräben erkennen. p1090833ap1090875aImmer wieder sind wir bis zum Knie im Schnee eingesunken, was ziemlich lustig war. Von der Spitze des Berges hatten wir eine sehr schöne Aussicht auf die Südalpen und den Lake Rotoiti.p1090784_stitcha
Am nächsten Morgen, nach einer weiteren Nacht auf dem Campingplatz, haben wir noch eine kleine Wanderung am See gemacht (vielleicht 90 Minuten) und sind danach weiter Richtung Westport an der Westküste gefahren.

Die Straße nach Westport war sehr beeindruckend, und ging teilweise über enge, in den Fels gehauene Straßen durch die Berge. Teilweise musste man sich die Straße mit dem Gegenverkehr auf einer Spur teilen, da es für eine zweite Spur nicht genug Platz zwischen Fels und Fluss gab. In Westport haben wir uns eine Robbenkolonie angeschaut, und den Sonnenuntergang bewundert. Die meiste Zeit, die wir bisher hier in Neuseeland an den Küsten waren, war an der Ostseite des Landes, sodass dies tatsächlich der erste Sonnenuntergang über dem Meer war, den wir uns anschauen konnten.p1090963a p1090976_stitcha

Ich habe mich dazu entschieden, für die nächsten ein, zwei Wochen alleine bei einer HelpX Familie zu bleiben. Das letzte Mal, dass ich dies vor einigen Wochen (vor einer gefühlten Ewigkeit!) gemacht habe, hat mir das super gut gefallen! Man kommt viel mehr ins Gespräch mit den Gastgebern, und man muss viel offener sein, wenn man alleine dort ist, und nicht in einer 3er Gruppe.
Ich bin daher am nächsten Tag alleine Richtung Greymouth, ca. 100km südlich von Westport gefahren, wo ich vor einigen Tagen mir eine HelpX Stelle organisiert hatte.
Auf dem Weg nach Greymouth habe ich unzählige Stopps gemacht, um nicht einfach an all den Sehenswürdigkeiten vorbei zu fahren, sodass ich für die 100km den ganzen Tag gebraucht habe. Die Straße alleine war schon eine Attraktion für sich, da sie sich über Berge am Meer entlang schlängelt. Teilweise liegt die Straße nur wenige Meter vom Strand entfernt, an anderen Stellen führt sie weit über dem Meeresspiegel sehr kurvenreich über Berge.p1100080_stitcha Einen Stopp, den ich auf meinem Weg gemacht habe waren die Foxriver Höhlen, die man nach einer ca. 90 minütigen Wanderung erreichen konnte. Nachdem es die letzten 20 Minuten des Weges sehr steil den Berg hoch ging, kommt man zu einem großen Eingangsbereich der zwei Höhlen. Die erste Höhle darf man wegen Einsturzgefahr nicht betreten, aber in die zweite (kleinere) Höhle kann man vielleicht 100 oder 200 Meter weit rein laufen. Die Höhle wurde immer enger und dunkler, je weiter man sich vom Eingang entfernte. Zum Glück hatte ich eine Taschenlampe dabei! So konnte ich mir die Höhle in Ruhe anschauen! Da es hier zur Zeit Winter ist, sind nicht allzu viele Touristen unterwegs. Daher war ich an dem Nachmittag der einzige in der Höhle, was schon sehr abenteuerlich war!p1100022a p1100030a p1100062_stitcha

Am nächsten Morgen (31. August) bin ich dann zu der Familie gefahren, bei de ich für die nächsten 1-2 Wochen bleiben werde. Danach geht die Reise weiter Richtung Süden.

Bis bald!