Northland Teil 1

Unsere sieben Tage Tour durch das Northland hier in Neuseeland sind vorbei. Es war ein unglaublicher Ausflug und ich glaube nicht, dass ich das erlebte hier so gut mit Worten beschreiben kann. Aber ich versuche es:

Los ging es am Donnerstag. Daniel und ich sind zum Flughafen gefahren, um den Camper dort abzuholen. Weil die anderen drei (Sarah, Christina und Max) noch einen Surfkurs von ihrem 7-Tage Programm hatten, sind Daniel und ich zu einem Strand westlich von Auckland gefahren. Dort haben wir dann eine kleine Wanderung an der Küste entlang gemacht und dort durch Zufall einen kleinen, selten genutzten Weg entdeckt, der uns zu einer vom Meer ausgespühlten Höhle gebracht hat. Dort konnten wir wahrscheinlich nur durch gehen, weil gerade Ebbe war und sich das Wasser einige Meter zurückgezogen hatte.P1060603a

Am Nachmittag sind wir dann wieder zurück nach Auckland gefahren, um dort den Rest unserer Reisegruppe einzusammeln. Zusammen sind wir dann einkaufen gefahren, um für die ersten Tage Brot, Müsli, Nudeln, … zu haben.
Unser Plan war es, an diesem ersten Abend möglichst weit nach Norden zu fahren, um zuerst das Cape Reinga zu besuchen. Danach wollten wir dann das Northland auf dem Weg zurück nach Süden erkunden, auf dem wir uns dann viel Zeit nehmen konnten. Und genau so haben wir es dann auch gemacht:P1060612aDer Campingplatz, den wir uns für die erste Nacht ausgesucht hatten, war kostenlos und lag mitten im Wald. Wir sind dort, nach ewig langen Serpentinen, kurz vor Mitternacht angekommen. Es war ziemlich gruselig! Am Eingang des Platzes standen zwei Autos, die aussahen, als währen sie komplett ausgebrannt. Wir haben schon überlegt, sofort wieder umzudrehen, und uns einen anderen Schlafplatz zu suchen. Aber gut, dass wir das nicht gemacht haben. Am nächsten Tag waren die Autos nähmlich alle weg.. So ausgebrannt können sie also nicht gewesen sein. Weil das unsere erste Campingplatznacht in Neuseeland war, haben wir sehr lange gebraucht, um uns zu sortieren. Zu 5. in einem für maximal 4 Personen ausgelegten Camper zu schlafen, ist nämlich gar nicht so unkompliziert 😀
Der Wagen hat zwei Doppelbetten für vier Personen. Unser ersten Plan war, mit einem großen (4 Personen) Camper und einem kleinen (2 Personen) Camper zu fahren. Aber das wäre schon sehr teuer gewesen und die Benzinkosten hätten sich damit fast verdoppelt. Desshalb war die zweite Idee nur mit einem Camper zu fahren und ein billiges Zelt zu kaufen, in dem wir abwechselnd schlafen konnten. Aber auch die Idee haben wir wieder verworfen. Letzendlich haben wir das so gemacht, dass jede einmal (und einer zweimal) vorne auf den drei Vordersitzen schlafen musste. Das ist war nicht besonders bequem, aber für einen Nacht ist das kein Problem – und wir sparen sehr viel Geld.
Also auf dem Campingplatz mussten wir das erste Mal die zwei Betten ausklappen und alle Kissen und Decken mit dem vorhandenen Bettzeug beziehen. Mitten in der Nacht auf einem gruseligen Campingplatz mitten im Wald war das schon ein Erlebnis für sich. Bis wir dann alle im Auto lagen und das gesamte Gepäck wieder irgendwo verstaut hatten (das muss bei jedem Umbau erstmal komplett ausgeräumt werden damit wir überhaupt Platz für den Umbau haben) hat es mindestens eine Stunde gedauert. Ich wette die anderen Camper haben uns dafür gehasst..

Am nächsten Morgen haben wir dann erstmal gefrühstückt und uns den Campingplatz bei Tageslicht angeschaut. Alle anderen Camper waren schon weg und der Campingplatz sah mit seinem kleinen Bach, dem kleinen Toilettenhäuschen und seiner Lange mittem im Wald sehr friedlich und schön aus. Ganz anders als am Abend davor.
Aber wir haben uns dort nicht sehr lange aufgehalten, sondern haben unseren Camper wieder zum Fahren umgebaut, und sind die restlichen 150 (?) km nach Norden gefahren.P1060632_stitch_2a

Cape Reinga ist der nördlichste Punkt Neuseelands. Dort sind wir das kleine Stück zum Leuchtturm gegangen und haben uns dann auf einen Hügel gesetzt, um den Augenblick, und das Panorama, einfach nur zu genießen.P1060624a DSC04709aHier am nördlichsten Punkt von Neuseeland, mit Blick auf den Leuchtturm und dem unendlichen Ozean hat man das erste Mal wirklich gemerkt, dass man weit weg von Deutschland ist, und nicht nur von Neuseeland redet und träumt, sondern tatsächlich hier ist und Neuseelnd erlebt!DSC04712aP1060626aWeil wir von diesem schönen Ort nicht sofort weg wollten, haben wir uns dazu entschieden, eine kleine Wanderung auf einem Weg den Klippen entlang zu machen. Wenige Meter neben dem Weg ging es steil runter zum Meer. Es war echt ein super Weg, den ich stundenlang hätte weitergehen können. Außerdem waren nur wenige Menschen hier unterwegs, da die meisten Touristen mit dem Bus zum Leuchtturm fahren, und dann, wenn sie diesen abgehakt haben, sofort wieder zurückfahren. Aber wir 5 sind uns einig, dass es viel schöner ist, Neuseeland auch etwas abseits von den normalen Touristenrouten zu erkunden. Außerdem hatten wir über die Felsen und Klippen einen Blick auf den Leuchtturm, den ein Großteil der Touristen wohl nie zu sehen bekommt. Nachdem uns der Weg bis zum Strand gebracht hatte mussten wir leider wieder umdrehen, um noch im Hellen wieder zurück zum Auto zu kommen.P1060647aDSC04731aWieder zurück am Auto sind wir dann etwas weiter nach Süden gefahren. Wir haben uns einen Campingplatz rausgesucht, der direkt am Ninety Mile Beach liegt. Allein der Name von diesem Strand beschreibt es ziemlich gut – der Strand ist gefühlt unendlich lang und geht viel weiter als man sehen kann. Er ist aber nicht einfach nur ein Sandstrand, sondern dient auch als Straße. Regelmäßig sausen Autos und sogar auch Reisebusse den Strand entlang. Wir waren mit unserem Mietauto aber leider nicht auf dem Strand versichert, und weil es immer wieder passiert, dass Autos steckenbleiben und dann teuer geborgen werden müssen, war uns das Risiko, mit dem Camper auf den Strand zu fahren, zu hoch. Spaß hätte es aber mit Sicherheit gemacht!
Die Besitzer des Campingplatzes „Utea Park“ waren super nett und entspannt drauf. Überall hingen Schilder, dass man sich wie zu Hause fühlen soll, wenn man keinen der Eigentümer finden sollte. Also haben wir unseren Camper erstmal abgestell und haben den Campingplatz etwas erkundet. Gegen 10 NZD (ca 6,60 €) pro Person und Nacht hat man eine heiße Dsuche und eine große Küche, in der wir dann auch für uns gekocht haben. Nach einem kleinen Nachtspaziergang zum Strand sind wir dann auch schlafen gegangen.P1060678a

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