Mt Cook, Lake Tekapo, Christchurch

Nachdem ich eineinhalb Wochen im Fiordland verbracht habe, ging meine Reise weiter nach Norden Richtung Mount Cook. Die Straße ging über mehrere kleinere Pässe, immer westlich der Alpen entlang.p1130688_stitchaNach mehreren Zwischenstopps und Übernachtungen auf Campingplätzen, bin ich schließlich im Mount Cook Village angekommen. Das Dorf hat knapp 200 Einwohner, mehrere Hotels und Unterkünfte, allerdings keinen Lebensmittelladen oder Mobilfunk. Es liegt am Ende einer Sackgasse, die vom nächstgelegenen Dorf (mit Geschäft) 50km am Lake Pukaki entlang führt.

Es gibt mehrere Wanderungen in der Nähe vom Dorf, einige fangen sogar direkt am Campingplatz an, auf dem ich die nächsten 3 Nächte verbracht habe. Leider hatte ich nicht so viel Glück mit dem Wetter, es hat nämlich teilweise geregnet und die Sicht wurde von tief hängenden Wolken versperrt. Ich hatte zwar meistens (das Wetter ändert sich hier echt im Stundentakt) eine ganz gute Sicht über die Hochebene, in der das Dorf liegt, den 16 km entfernten Mount Cook konnte ich leider wegen der Wolken nicht sehen. p1130709_stitchaMount Cook ist mit 3724 m der höchste Berg in Neuseeland! Erst am dritten Abend, den ich auf dem Campingplatz verbracht habe, haben sich die Wolken plötzlich zum größten Teil verzogen, und ich habe mich schnell auf den Weg zu einer der Aussichtspunkte gemacht. p1130795a p1130803_stitchia Das Timing war super! Ich hatte einen sehr guten Blick auf den Berg und eine halbe Stunde später wurde Mt Cook dann auch noch von der untergehenden Sonne rötlich beschienen! Im dunkeln bin ich dann zurück zum Auto gelaufen! Ich war sehr froh, dass sich das Warten hier auf dem Campingplatz gelohnt hatte, und ich doch noch einen guten Blick auf den höchsten Berg Neuseelands gehabt habe. p1130865aAm nächsten Morgen habe ich mich dann dazu entschiede, weiter Richtung Lake Tekapo zu fahren, zu dem ich nur ca. 100km weit fahren musste, und wo ich mehrere Tage bleiben wollte.

Von Lake Tekapo hatte ich schon sehr viel gehört! Das besondere ist nämlich, dass er in der Mitte von einem „Nachthimmel Schutzgebiet“ liegt, in dem Nachts alle Lichter abgeschirmt bzw. gedämmt werden müssen, und in dem es in 70% der Nächte unbewölkt ist. Gute Bedingungen als, um einen super Nachthimmel zu sehen! Daher gibt es auf dem vom Dorf zu Fuß 45 Minuten entfernten Berg Mt. John auch ein aktives Observatorium! p1140148_stitchaDort werden mehrere Führungen angeboten: Tagsüber zu den wissenschaftlich genutzten Teleskopen, und Nachts zum Sterne schauen. Ich habe mich für eine zweistündige Tour angemeldet, die gegen 23.15 Uhr angefangen hat und ca. 2 Stunden dauerte. Den ganzen Tag über war es ziemlich bewölkt, aber am späteren Abend hat es sich zum Glück etwas aufgeklart, sodass die Tour bei vielleicht 2/3 freien Himmel stattfinden konnte. Auf Mount John ist alles Weißlicht absolut verboten! Der Bus, der uns auf den Berg gebracht hat, musste die letzten paar Hundert Meter ohne Licht fahren, und wir durften keine Handys oder andere Lichtquellen (mit Weißlicht) benutzen. 30572053721_3b94075944_oaWir haben extra eine Taschenlampe mit Rotlicht bekommen, um wenigstens sehen zu können, wohin wir laufen, dabei aber nicht unsere Augen oder – wichtiger – die Teleskope mit Weißlicht zu stören. Der Tourführer hat einen Laserpointer benutzt, der gefühlt bis zu den Sternen reichte, und mit dem er uns besondere Sterne und Sternbilder des Südhimmels zeigen konnte (sehr praktisch, weil man sofort weiß welchen Stern er meint) ! Dann konnten wir uns durch mehrere Teleskope Sternenwolken und andere Phänomene des Oktoberhimmels anschauen.p1140098_stitcha

Tagsüber hat man von Mount John eine super Aussicht über den See und das nahe gelegene Dorf. Es gibt auf dem Observatoriumsgelände ein kleines Cafe mit Terrasse, auf der ich die Aussicht und das gute Wetter richtig genießen konnte! p1140145a p1140127aAußerdem gibt es mehrere kleine Spaziergänge, die am See entlang führen.
Ich habe mir am Lake Tekapo eine Jugendherberge als Unterkunft ausgesucht, um mal zur Abwechslung nicht auf einer Luftmatratze zu schlafen, sondern in einem richtigen Bett. Außerdem war es sehr angenehm ein Wohnzimmer zur Verfügung zu haben, welches mit einem Feuerofen beheizt wurde. Nachts wurde es hier nämlich trotz erkennbaren Frühling relativ kalt! Die Jugendherberge lag direkt am See und die Aussicht aus dem Wohnzimmerfenster war unglaublich schön! p1140024a p1140036ap1140050a
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Nach ein paar Tagen bin ich dann weiter Richtung Christchurch gefahren.

p1140229aChristchurch wurde 2011 von einem starken Erdbeben fast komplett zerstört, und die Auswirkungen dieser Zerstörung kann man bis heute noch leicht erkennen! Fast die gesamte Innenstadt ist eine einzige, riesige Baustelle. Jedes zweite Haus ist noch nicht fertiggestellt, und auch die Kirche im Zentrum ist noch immer eine Ruine. p1140277ap1140234a p1140235aDie wenigen fertigen Gebäude sind sehr modern und haben große Glasfassaden – ein Ausblick, wie die Stadt in ein paar Jahren mal aussehen wird! Diese modernen Gebäude stehen inmitten Ruinen oder Großbaustellen, ein sehr starker Kontrast!p1140300a p1140302a In der Innenstadt wurde ein Einkaufszentrum nur aus Containern erbaut, was nochmal verdeutlicht, dass wirklich ein Großteil der Stadt zerstört wurde. Ich fand es schon sehr komisch zu sehen, dass z.B. Bankfilialen in Containern untergebracht waren. p1140253a p1140248_stitchaNahe der Innenstadt gibt es riesen Freiflächen, die zur Zeit teilweise als Parkplatz verwendet werden. Ich vermute, dass hier die zerstörten Gebäude zwar schon abgerissen wurden, die Neubauten aber noch nicht angefangen wurden. p1140263_stitcha p1140241_stitchaEine dieser Freiflächen wird als Denkmal für die 185 im Erdbeben gestorbenen Menschen verwendet. Pro getötete Person wurde ein vollständig weiß gestrichener Stuhl aufgestellt. Es gibt Sessel, Barhocker, Klappstühle und viele anderen unterschiedliche Stuhlarten. Trotz Verkehrslärm ein sehr besinnlicher Ort, an dem auch alle Verunglückten mit Namen, Alter und Herkunft aufgelistet sind.p1140272a

Östlich von Christchurch liegt die Peninsula, eine relativ große Halbinsel. Dort bin ich für einen Tag hin gefahren, bevor ich mich weiter auf den Weg Richtung Norden gemacht habe. p1140328_stitchap1140368aMein nächster Zwischenstopp auf dem Weg zurück zur Nordinsel war Kaikoura, das für seine Seehunde, Delfine und Wale bekannt ist. Allerdings sind die Schiffstouren, mit denen man raus aufs Meer fahren kann, um auf Wale zu warten, sehr teuer, und ich habe mich damit begnügt, eine Wanderung entlang der Steilküste zu machen. Generell sind große Teile der Ostküste Steilküsten, die man an vielen verschiedenen Aussichtspunkten und Picknickmöglichkeiten bestaunen kann. p1140409a p1140439aNachdem ich eine Nacht in Blenheim verbracht habe, wo ich vor einigen Monaten auf einem Weingut gearbeitet hatte, bin ich am 5. November mit der Fähre von Picton zurück nach Wellington auf der Nordinsel gefahren. Viereinhalb Monate war ich auf der Südinsel! Eine super Zeit, in der ich sehr viel gesehen und erlebt haben! Jetzt sind es nur noch wenige Wochen, bis ich zurück nach Deutschland fliege, und diese Wochen werde ich auf der westlichen Seite der Nordinsel verbringen.p1140474a p1140484a p1140499a