Mit dem Auto zur Bay of Plenty

Und weiter geht die Reise! Diesmal mit dem eigenen Auto zur Bay of Plenty:

Mittwoch (27.04.16) hatten Daniel und ich uns das Auto von den beiden anderen Deutschen angeschaut und entschieden, dass wir das Auto tatsächlich kaufen wollen. Das Auto ist zwar schon etwas älter, sieht aber echt gut aus, und auch nach einer Probefahrt hatten wir keinen Grund gefunden, dass Auto nicht zu kaufen. Wir verabredeten danach mit den Veräufern, dass wir uns am nächsten Tag wieder treffen wollten, um die Formalien (sind hier in Neuseeland echt lächerlich), das Bezahlen und die Übergabe zu machen. Danach sind wir zurück in unser Hostel gegangen, um (vorläufig) ein letztes Mal mit unserer Camping-Gruppe Nudeln zu kochen und dann schlafen zu gehen.P1060873a

Am nächsten Morgen (Donnerstag) haben wir uns dann alle voneinander verabschiedet. Daniel und ich sind zur Bank gegangen, um das Geld für das Auto abzuheben. Um hier in Neuseeland ein Auto umzumelden, muss man einfach zu einer beliebigen Postfiliale gehen. Dort bekommt dann sowohl der Käufer, als auch der Verkäufer ein einseitiges Formular, auf dem man Name, Adresse, Kennzeichen, etc angeben musste. Also echt nichts kompliziertes. Wenn man dann beim Abgeben seinen Reisepass noch vorzeigt, sind alle Formalien schon fertig.P1060874a
Danach haben wir das Auto geholt und die Campingausrüstung eingeladen, die die beiden Vorbesitzer uns mit dem Auto zusammen überlassen. Dazu gehört ein kleines Zelt, Luftmatratzen, Schlafsack, Gaskocher mit Töpfen, Campingstühle, Plastikkisten zum Verstauen und und und. Das volle Programm. Mit dem ganzen Zeug und unseren eigenen Sachen, ist das Auto schon ziemlich voll. Mal sehen, ob wir auf Dauer davon alles behalten können, wollen, werden…
Aber jetzt fürs erste ist das ziemlich praktisch und wir sind bis jetzt sehr zufrieden, das Auto mit dem ganzen Zeug geholt zu haben.

Nachdem wir dann bei dem Partnerbüro in Auckland nochmal vorbei geschaut haben, um eine Versicherung abzuschließen (ist in Neuseeland keine Pflicht, aber macht natürlich schon viel Sinn), sind wir dann endlich aufgebrochen, Richtung Südosten aus Auckland raus zu fahren.

Mit dem eigenen Auto durch dieses fremde Land zu fahren… Das fühlt sich echt nach Freiheit an! Wir können jeder Zeit fahren wohin wir wollen. Außerdem nutzen wir das Auto auch zu schlafen. Ist zwar nicht sooo bequem auf den zurückgeklappten Sitzen zu schlafen, aber es ist super günstig, da wir nur die Campingplatzgebühr (meistens so ca. 10 NZD) bezahlen müssen.P1060836a

Unser erster Stopp war (nicht ganz zufällig) Rotorua, einer kleinen Stadt direkt am See gelegen. Denn hier hin sind Christina und Max zusammen mit dem Bus aufgebrochen. Beide haben einen Job in einem Motel angenommen, für den sie zwar kein Geld bekommen, aber kostenlos ein Zimmer bewohnen dürfen.
Solche Jobs findet man hier in Neuseeland recht häufig, bei denen man gegen Unterkunft, und manchmal zusätzlich noch Verpflegung arbeitet.

Daniel und ich sind zwei Nächte in der Nähe der Stadt geblieben, haben tagsüber Wanderungen in den nahe gelegenen Wäldern, um einen See herum gemacht und auch zwei mal die anderen beiden getroffen, um mit ihnen Burger essen zu gehen. Die erste Nacht haben wir auf einem sehr einfachen Campingplatz am Rande eines Sees verbracht. Hier gab es nur ein Kompostklo, ohne fließendes Wasser. Dafür konnten wir einen unglaublichen Sternenhimmel bestaunen, da es sehr dunkel war und keine Wolke den Blick versperrt hat. (Daniels Kamera kann das zwar wesentlich besser, aber ich wollte lieber das Bild von mir hier hochladen:)P1060820a

Für die zweite Nacht haben Daniel und ich ein Sonderangebot angenommen, für je 15 NZD auf einem etwas luxuriöseren Campingplatz zu übernachten (normalerweise zahlt man da um die 25 NZD, also ungefähr so viel wie für ein Hostel). In der Regel zahlen wir immer so um die 10 NZD pro Person für eine Übernachtung auf einem normalen Campingplatz. Aber für diese 15 NZD hatten wir ein super Bad, eine riesen Küche, und – das beste – einen 39 Grad heißen Pool zur verfügung. Das mussten wir natürlich gleich mal ausnutzen, und sind hier schwimmen gegangen!IMG-20160503-WA0012

Am Samstag sind wir wir dann ein bisschen weiter nach Norden nach Papamoa gefahren. Auf dem Weg dahin haben wir einen Zwischenstopp an einem Park gemacht, in dem man – nicht ganz so späktakuläre – Quellen sehen konnte, die den See hier bei Rotorua speisen. DSC04846aDer Campingplatz, den wir uns hier in Papamoa ausgesucht haben, wird nur von einer Hauptstraße (leider) von den Dünen getrennt. Zum Strand braucht man also nur wenige Minuten. Am Abend konnten wir dann in den Dünen bzw. am Strand einen sehr schönen Sonnenuntergang miterleben. Weil wir hier in Neuseeland so viel draußen sind, und relativ viel herumgekommen sind in den letzten Tagen und Wochen, bekommen wir solche Dinge wie einen Sonnenuntergang viel intensiver mit als zum Beispiel in Deutschland. Man nimmt sich auch viel mehr die Zeit, sich in die Dünen zu stellen und dann darauf zu warten, dass die Sonne unter geht und den Himmel um sich herum rot färbt.DSC04881a P1060847a

Gestern (Sonntag) haben wir dann in einem großen Park übernachtet, in dem man auf jeder Wiesenfläche campen darf. Der Park, südlich von Tauranga, war größer als zunächst gedacht. Wir konnten da zwar nicht gerade wandern, aber wenigstens schon ein ganz gutes Stück spazieren gehen. Insgesamt war der Sonntag ein sehr ruhiger Tag, an dem wir die meiste Zeit am Auto geblieben sind. Abends bin ich alleine losgelaufen, um im nahem Wald Glühwürmchen zu bestaunen. Daniel hatte keine Lust mehr vom Auto weg zu gehen. Es gab unzählig viele und es hat sich so angefühlt, als wären überall Lichterketten am leuchten. Weil der Weg durch eine kleine „Schlucht“ führte und die Glühwürmchen an allen Seiten an den Steinen saßen, konnte ich praktisch durch das Lichtermeer hindurch laufen. (Leider nicht fotografierbar für meine Kamera.)P1060871a

In den letzten Tagen haben wir öfters mehrere Farmen angeschrieben, um dort als Erntehelfer (Fruit picking) arbeiten zu können. Leider scheinen die meisten Farmen keine Helfer mehr zu brauchen, da man – wenn überhaupt – Absagen bekommt.
Darum haben wir uns entschieden uns auch bei Familien in HelpX zu „bewerben“. HelpX ist eine Seite, auf der Familien oder auch kleinere Betriebe unterschiedliche Arbeiten anbieten. Diese reichen von Au Pair, Gartenarbeit, Haushaltshilfe bis zu Renovierungs- bzw. Baustellenjobs. Alles mögliche kann man da machen. Die Idee ist, dass man für diese Familien 3-4h am Tag arbeitet und dafür kostenlos Übernachten kann, und alle Mahlzeiten bekommt. Das coole ist, dass man praktisch für paar Tage bis vielleicht 2 Wochen oder so (wie man möchte) in einer Neuseeländischen Familie lebt, mit ihnen arbeitet und isst. Das ist für einen selber natürlich sehr günstig und man lernt die Einheimischen und damit die Kultur des Landes viel besser kennen.P1060860a

Nachdem wir zwei Tage lang nichts von den angeschriebene Angeboten gehört hatten und schon fast weiterziehen wollte, haben wir heute morgen eine SMS von einer Familie mit vier kleinen Kindern bekommen. Heute Abend werden wir dann dort hin fahren und dann dort für ein paar Tage bleiben. Ich bin schon sehr gespannt, ob das klappt, und wie das so sein wird in einer fremden Gastfamilie zu ein. Die Familie betreibt eine Art Hobbybauernhof im kleinen Stil und wir werden da dann im Garten und bei sonstigen Sachen mithelfen. Ich beschreibe das noch genauer, wenn ich das mit eigenen Augen gesehen habe 🙂

Gerade sitzen wir hier in Rotorua in der Bibliothek, um Strom und Internet zu haben. Es ist echt lustig zu sehen, wie stark man von solchen Sachen abhängig ist. Wenn man mehrere Tage auf Campingplätzen ist und nur ab und zu für einzelne Stunden eine Steckdose zur Verfügung hat, gehen bald weder Handy, Laptop noch Kamera. P1060882a
Nach dem Mittag werden wir dann mit Christina und Max eine kleine Tour zu einem Gebiet machen, in dem man vulkanisches Gestein und vulkanische Aktivitäten beobachten kann. Dort wird es mit Sicherheit ziemlich stark stinken 😀 Aber es soll sehr schön aussehen!

Generell stinkt es hier in Rotorua oft nach faulen Eiern. Der Geruch wird aus den Vulkangebieten hier in die Stadt geweht. – Sehr gewöhnungsbedürftig. Man richt also sofort, wenn man wieder hier ist 😀 Ansonsten ist es eine sehr nette kleine Stadt direkt am See gelegen. Viel schöner als Auckland, aber das ist wahrscheinlich fast jede Stadt hier in Neuseeland.

Mehr gibt es, denke ich, die nächsten Tage. Ich würde mich sehr freuen, von euch zu hören! Bis bald!