Hobbiton, Hot Water Beach und Cathedral Cove

Mittlerweile sind Daniel und ich weitergezogen und haben uns am Dienstag von der Familie verabschiedet. Es war eine sehr schöne Woche, die wir hier verbringen durften, und ich denke, wir werden HelpX hier in Neuseeland auch in Zukunft ab und zu vielleicht mal nutzen, um nette Familien kennenzulernen, und gegen Unterkunft und Verpflegung zu arbeiten.P1070170a

Aber bevor wir weitergezogen sind, haben wir noch ein paar Sachen erlebt:
Am Sonntag bin ich mit Ramon, Emilie und Luca fischen gefahren. Die Familie hat ein eigenes Motorboot (wie sehr viele Neuseeländer), mit dem wir zum nahen Meer gefahren sind. Dort haben wir das Boot dann zu Wasser gelassen, und wir vier sind durch die Bucht, hier in Tauranga, zum offenen Ozean hin gefahren. Zum Glück war die See relativ ruhig, denn auch so fand ich es schon sehr gewöhnungsbedürftig, sich mit so einem relativ kleinen Boot von den Wellen treiben zu lassen. Aber das war nötig, um unsere Angeln auswerfen zu können, und auf Fische zu hoffen!P1070044a P1070045aMit insgesamt drei Angeln haben wir an mehreren Stellen versucht, unser Abendessen zu fangen, aber es wollte an diesem Tag einfach nicht Tag klappen. Ohne Fang mussten wir schließlich wieder zurück zu Hafen fahren und das Boot auf den Anhänger laden. Am Abend gab es trotzdem Fish and Chips, auch wenn es leider kein selbstgefangener Fisch war.

Am nächsten Tag (Montag) sind Daniel und ich dann nach Hobbiton gefahren.P1070065_stitcha Dort haben wir eine Führung (ist Pflicht, alleine darf man hier nicht hin) durch die Filmkulissen von Herr der Ringe und der Hobbitfilme gemacht. Ich fand, es war ein ganz besonderes Erlebnis, durch die tatsächlichen Filmorte zu laufen, und sich das Auenland anzuschauen. Unsere Tourleiterin hat viele Fakten zu den Filmen erläutert, uns gezeigt, wo welche Filmszenen gedreht wurden, und uns Filmtricks verraten, die angewandt worden sind, um z.B. die Hobbits klein wirken zu lassen. P1070112aEin ganz lustiger Filmtrickwar es, dass die Hobbithäuser in unterschiedlichen Größen gebaut worden sind. Ein Hobbit wurde dann vor einem „großen“ Haus gefilmt, wodurch dieser sehr klein wirkte. Aber zum Beispiel Gandalf wurde vor ein „kleines“ Haus gestellt, sodass dieser (im Verhältnis zum Haus) sehr groß wirkte. Lauter solcher Sachen. P1070090aDer Eintritt war zwar für diese 2 stündige Führung übertrieben teuer, aber wenn man schon einmal am anderen Ende der Welt ist, kann man das auch mal machen. Vor allem wenn man die Filme gesehen hat und sie mochte.P1070168a

Dienstag morgen haben wir uns dann von der Familie verabschiedet und sind weiter Richtung Norden zum Hot Water Beach bzw. zu den Cathedral Cove gefahren.
Der Hot Water Beach macht seinem Namen alle Ehre. Unter dem Sandstrand sind heiße Quellen, aus denen ca. 60 Grad heißes Wasser kommt. Bei Ebbe (bzw. zwei Stunden davor bis zwei Stunden danach) kann man auf den Strand laufen und mit Schaufeln Löcher buddeln, in denen sich das heiße Wasser dann aus den unterirdischen Quellen sammelt. Das erste Loch, das wir gegraben hatten, war so heiß, dass man weder mit seinen Händen, noch mit den Füßen ins Wasser gehen konnte. Das zweite Loch haben wir dann vielleicht 3 Meter weiter ausgehoben, was allerdings zu weit von den Quellen entfernt war, sodass sich nur kaltes Wasser im Loch gesammelt hat. P1070188a
Daraus gelernt haben wir dann ein Loch genau auf der Grenze gebaut, sodass sowohl kaltes Wasser von der einen Seite, als auch heißes Wasser von der anderen Seite in die selbstgebaute Badewanne floss. Dadurch war das Wasser dann sehr warm, aber noch gut erträglich. Das habe ich sofort ausgenutzt und bin dort baden gegangen.P1070193a Einfach wunderbar am Strand in der Sonne in einem heißen Pool zu liegen, den man selber ausgehoben hat. Daran könnte man sich auf jeden Fall gewöhnen. Allerdings ist der Strand leider immer während der Ebbe sehr voll, aber zum Glück waren wir sehr früh da, sodass wir genügend Platz für unseren Pool hatten.P1070196a

Am späteren Nachmittag sind wir dann zu den 10km entfernten Cathedral Cove gefahren. Es handelt sich dabei um vom Wasser teilweise ausgespülten Felsen, die dadurch eine sehr hohe Höhle durch den Fels bilden. Bei Ebbe kann man hier trockenen Fußes durch laufen, was – ähnlich wie der Hot Water Beach auch – eine sehr beliebte Touristenattraktion ist. P1070322aZum Glück sind wir außerhalb der Hauptsaison hier, sodass es relativ leer ist. Ich finde, es ist aber nicht die Höhle alleine, sondern den Reiz des Ortes machen die vielen kleinen Inseln aus, die vom Wasser langsam ausgehöhlt werden, und dadurch sehr wundervolle Formen annehmen. In Kombination mit der Höhle ist dies sein bildschöner Ort, der nicht ohne Grund sehr bekannt ist. P1070290_stitchaWeil der Ort so schön ist und wir nur 10 Autominuten weiter auf einem Campingplatz übernachten, haben wir uns dazu entschieden, am nächsten Morgen ganz früh aufzustehen, und zum Sonnenaufgang noch einmal den 30 minütigen Wanderweg vom Parkplatz her zu laufen.
Am nächsten Morgen (Mittwoch) haben wir und dann um 5.15 Uhr den Wecker gestellt, um möglichst früh an der Cathedral Cove zu sein. Und es hat sich gelohnt! Durch die Flut in der Nacht waren nur sehr wenige Fußspuren vom Vortag übrig geblieben, und durch den Sonnenaufgang hatten wir ein wunderschönes Licht.P1070298_stitcha Außerdem waren nur sehr wenige Menschen morgens um 7 Uhr hier am Strand. Ein sehr schönes Erlebnis, was bestimmt nur wenige Touristen hier erleben!P1070337_stitcha

Nachdem wir dann zurück am Campingplatz etwas gefrühstückt hatten, sind wir 4h lang mit dem Auto erst Richtung Sünden (zurück nach Tauranga) und dann weiter nach Osten nach Opotiki gefahren. Hier haben wir Max und Christina wieder getroffen. Beide ernten hier seit einigen Tagen Kiwis, und ich habe mich dazu entschieden wenigstens für ein paar Tage auch als Fruit Picker zu arbeiten.
Heute ging es dann los. Wir haben uns mit den anderen Fruit Pickern getroffen und sind auf eine Plantage gefahren. Dort haben wir dann einige Stunden Kiwifrüchte gepflückt und in großen Behältern gesammelt. Eine relativ anstrengende Arbeit, da man die meiste Zeit über dem eigenen Kopf arbeiten muss, um tausende Kiwis zu ernten. Ich weiß wirklich nicht, wie viele Kiwis ich heute gepflückt habe. In einen Beutel passen ca. 150 Kiwis und man muss echte jede paar Minuten diesen Beutel ausleeren gehen. Also einige Tausend Kiwis sollten es schon gewesen sein. Jetzt am Abend, nach der Dusche und dem Abendessen ist man platt, aber froh, dass man einiges geschafft hat. Man wird pro Box bezahlt, also je schneller die Gruppe arbeitet, desto mehr verdient man. Ich freu mich schon, wenn das verdiente Geld dann auf meinem Konto erscheint!

Die nächsten paar Tage werden wir auf jeden Fall noch hier in Opotiki bleiben und ich werde weiter Kiwis ernten gehen.
Was wir danach machen, wissen wir noch nicht. Das werden wir relativ spontan entscheiden. Wir werden sehen, wohin es uns in diesem wunderschönen Land verschlägt.