HelpX: Nutty Acre Farm

Die letzten 10 Tage habe ich auf der Nutty Acre Farm (ca. 50km westlich von Nelson) verbracht. Die Nutty Acre Farm ist ein – meiner Meinung nach – 22 Heckter großer „Bilderbuch“ – Bauernhof. Heather, David und der 13 jähriger Sohn Hamish versuchen sich möglichst weitgehend mit dem Bauernhof selbst zu versorgen. Es ist also kein kommerzieller Großbetrieb, sondern echt ein privater Eigenbetrieb. P1080836aP1090002aDie Familie hält hier sehr viele unterschiedliche Tiere: Schweine (mit einigen Ferkeln, die sie verkaufen), Milchkühe, unzählige freilaufende Hühner und Küken, Schafe, Truthähne, Pferde und Enten; P1080920a P1080832a P1080827a P1090010aund pflegt diverse Bäumen und Pflanzen (Äpfel, Birnen, Pflaumen, Nüsse, Weintrauben, Gemüsegarten, …). Außerdem haben sie (zum Spaß ?) noch einige Haustiere wie zum Beispiel einen Hund, ein Possum, mehrere Vögel, Eidechsen, Hasen, Schildkröten und Tauben. 20160725_084449a P1080843a„Mein Zimmer“ ist nicht direkt im Haus, sondern in einem (Gartenhaus ähnlichen) gemütlichen Nebengebäude, wenige Meter neben dem Haus. P1080878_stitcha P1080885aAllerdings ist dies nur das Schlafzimmer. Ich nutze das Badezimmer im eigentlichen Haus und verbringe die Abende zusammen mit der Familie im Wohnzimmer.P1090001a

Hier ist mit all den Tieren und dem großem Gelände immer sehr viel los und es gibt das ganze Jahr über viel Arbeit. Die wichtigste Aufgabe ist natürlich, alle Tiere täglich zu versorgen, und alles am Laufen zu halten. Heather macht hier auf dem Hof die allermeiste Arbeit alleine. David arbeitet in der Stadt und kann nur am Wochenende helfen, und Hamish hilft nur einige Stunden am Tag mit. Daher versucht Heather regelmäßig Hilfe über HelpX zu bekommen, was auch mir die Möglichkeit gegeben hat, hier einige Tage zu bleiben.P1080922_stitcha

Meine Aufgaben waren sehr unterschiedlich und abwechslungsreich. Die meiste Zeit habe ich draußen arbeiten können, da das Wetter zum Glück, mit Ausnahme von zwei regnerischen Tagen, sehr gut war: Morgens oft noch sehr kalt (in der Nacht hat es einige Male gefroren), dann aber tagsüber so warm, dass man sich (meistens) ohne Jacke draußen aufhalten konnte. Ich habe oft beim Füttern der Tiere geholfen, und das dafür vorgesehene Brot in Eimern und Säcke abgefüllt. 20160726_102424aJeden zweiten Tag bekommt die Familie mehrere riesen Säcke voller (gerade erst abgelaufenem) Brot, welches die Supermärkte nicht mehr verkaufen können und deshalb an die Tiere verfüttert wird. Das Brot musste ich dann aus den Plastikverpackungen nehmen und in Eimer und handliche Säcke füllen. Das Brot wurde dann zusammen mit altem Gemüse an die Schweine und an die anderen Tiere verfüttert.20160719_104854a P1090016a Außerdem habe ich dabei geholfen Unkraut aus dem Garten zu entfernen, Büsche und Bäume zurück zu schneiden und abgeschnittene Äste mit dem Häcksler zu zerkleinern. Eine richtig lästige Aufgabe war es, Brombeeren inklusive Wurzel – eine wahre Plage hier – auszureißen. Weitere Aufgaben waren Feuerholz hacken, Laub zusammenkehren, beim Bau eines neuen Zaunes helfen, sowie Wände putzen und hunderte Einmachgläser spülen (hat einen ganzen Vormittag gedauert).P1090023a 20160727_100519a

Heather produziert sehr viele Produkte selber (daher auch so viele verdammte Einmachgläser): In der Zeit in der ich hier zu Besuch war hat sie (mit vom Supermarkt aussortierten Tomaten) mehrere große Töpfe voll Nudelsoße hergestellt, sowie unterschiedliche Marmeladensorten. Jetzt hier im Winter kann sie natürlich nicht so viel herstellen, aber ansonsten stellt sie noch unzählige weitere Produkte, wie Käse, Soßen, Marmeladen in unzähligen Geschmacksrichtungen und Säfte her.20160724_125428a20160724_131502a20160724_191057a P1080996aAußerdem schlachten Heather und David mehrmals im Jahr ein eigenes Tier. Hier wird nur Fleisch gegessen, was sie selbst produzier haben. Von wirklich glücklichen Tieren, ohne Medikamente und anderer Chemie! Die meisten Dinge dienen dem eigenen Verzehr. Es gibt aber auch einen kleinen Hofladen, in dem die Produkte verkauft werden. Das Essen, was Heather gekocht hat war sehr lecker und abwechslungsreich. Ich werde es sehr vermissen, wenn wir wieder unsere Kochkünste auf den Campingplätzen des Landes nutzen müssen…

Man merkt nicht nur draußen, dass man auf dem Land ist, sondern auch drinnen: Heizungen gib es keine, sondern im Wohnzimmer steht nur ein Feuerofen, der einen Abends wärmt. In der Küche gibt es auch keinen Elektroherd, sondern es wird nur mit Gas gekocht und der Ofen funktioniert ebenfalls nur mit Feuerholz! Auch das Warmwasser wird mit dem in der Küche stehenden Ofen erwärmt. Daher ist das Warmwasser relativ knapp, aber auch mit dem kalten Wasser muss man sparsam umgehen, da die Familie nur eine begrenzte Menge an Wasser täglich zur Verfügung hat.P1090013a P1080951a P1090025a

Heute Mittag werde ich mich wieder mit Daniel treffen, und mit ihm wieder von Campingplatz zu Campingplatz ziehen. Christina wird dann in wenigen Tagen zu uns stoßen und wir werden Richtung Abel Tasman Nationalpark fahren. Dort werden wir dann höchst wahrscheinlich den Great Walk machen und danach die Südinsel weiter erkunden. Es gibt noch viel zu sehen!P1080802a

Ich fand es aber sehr schön, die letzten 10 Tage mal alleine unterwegs zu sein und bei einer Familie zu wohnen. So hatte ich viel mehr Kontakt zur Familie und ich war auch mal zur Abwechslung gezwungen, die ganze Zeit mich auf Englisch zu unterhalten. Außerdem hat mir der Bauernhof echt gut gefallen und ich finde es schade, dass ich nicht länger bleiben konnte. Ich hoffe, dass ich auch weiterhin so gute HelpX Familien finde wie die, bei denen ich bisher war!

1 Kommentar

  1. Lieber Jens,

    ich bin von Deinem Bericht total begeistert. Besser kann man in Freiheit nicht leben ! Geniesse jetzt die nächste Zeit und die Wanderung. Dann können sich Deine Hände erholen. Jetzt sind die Füsse dran !
    Gruß Papa

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