HelpX in Tauranga

Am Montag sind Daniel und ich zusammen mit Christina und Max (jaja, irgendwie kommen wir nicht voneinander los xD) nach Wai-O-Tapu gefahren. Wai-O-Tapu lieg ungefähr 20-30 Autominuten südlich von Rotorua und ist ein vulkanisch sehr aktives Gebiet. Man läuft dort auf Holzstegen über stinkende und teilweise kochende Gewässer. Überall steigt Dampf auf und brodelt es. Eigentlich sehr interessant – aber schon ein sehr teurer Eintritt dafür, dass man 90 Minuten durch die Natur läuft. Aber hier kann man echt sehen und vor allem riechen, dass Neuseeland sehr vulkanisch ist.P1060896a

Am Abend sind wir dann zu der Familie aufgebrochen, bei der wir uns über HelpX beworben haben. Gegen 21.30 Uhr sind wir dort angekommen und sind auch sofort von den Eltern (Ramon und Alaina) sehr nett mit einer Tasse Tee begrüßt worden. Danach wurde uns noch gezeigt, wo wir schlafen können. Unser Schlafplatz ist in einem Wohnwagen, der aber zum Glück richtige Matratzen hat! Das fühlt sich nach mehreren Nächten auf den zurückgeklappten Autositzen schon fast wie ein Luxusurlaub an.P1060924a P1060928a

Am Dienstag Morgen ging es dann mit einem sehr guten Frühstück (war das beste hier in Neuseeland was wir bis jetzt hatten) los. Danach wurde uns dann gezeigt, was wir hier arbeiten sollen, um uns die Mahlzeiten und das Bett zu verdienen. Die Idee bei HelpX ist es nämlich, dass man für die Familie 3-4h am Tag arbeitet und dafür kostenlos dort leben darf (also man bekommt alle Mahlzeiten und kann dort schlafen).
Unsere Arbeit für die ersten paar Tag war es, Kompost zu den relativ jungen Obstbäumen zu karren und diesen dort dann aufzuhäufen. Es war in der Sonne schon ein sehr anstrengender Job. Außerdem wurden meine beiden Arme komplett von Mücken zerstochen, und durch die Arbeit haben wir Blasen an den Händen bekommen. Trotzdem war es gut, und ich habe es genossen, hier auch mal etwas körperliche Arbeit machen zu können! In Deutschland sitze ich, wenn ich nicht gerade in der Uni bin, relativ viel am Schreibtisch vor dem Rechner. Hier in Neuseeland will ich für ein paar Monate einfach mal das Gegenteil machen und viel draußen sein, bevor es zurück nach Deutschland in den Alltag geht. Diese Bauernhof ähnliche Arbeit kommt mir da gerade recht!P1060940a P1060937a

Nach dem Mittagessen haben wir dann immer frei, und wir sind am ersten Tag hier in der Gegend etwas rumgelaufen, um die Umgebung zu erkunden. Abends haben wir dann, nach dem wieder sehr leckerem Essen, mit den Kindern und der Mutter eine Folge MacGyver geschaut, bevor die Kinder dann schlafen gehen mussten.
Die Kinder (drei Jungs und ein Mädchen) sind noch sind noch sehr jung: Luca ist 10, Emelie 8, Jai 4 Jahre alt, und das kleinste Kind ist gerade mal 3 Monate alt. Eine sehr lebendige Familie hier auf dem Bauernhof.
Strom generiert die Familie selber am nahe gelegenen Fluss, und auch das Wasser wird von da genommen. Wie wir gelernt haben wird das Wasser ganz ohne Strom in den Wasserspeicher gepumpt, nämlich nur durch einen – vom Wasser selbst aufgebauten – Druck nach oben (sind schon mehrere 10 Höhenmeter) in den Tank geschossen. Wow!P1060926a

Generell ist das Leben hier einfach. Die 6-köpfige Familie lebt in einem selbstgebautem Haus (der Vater ist Builder von Beruf) mit 2-3 Zimmern. So viel es geht wird selbst angebaut (Obstbäume, Gemüsegarten). Milch kommt von den eigenen Kühen, Eier von den Hühnern und selbst Bienen werden hier gehalten. Hier taucht man echt in eine andere Welt ein. Eine sehr friedliche, einfache und heile Welt.P1060976_stitchaP1060916a P1070039a

Am Mittwoch und Donnerstag ging es dann weiter mit dem Verteilen vom Kompost. Da dies eine in der Sonne sehr harte und eintönige Arbeit ist, haben wir jeweils andere Arbeiten bekommen, die wir immer in der zweiten Vormittagshälfte machen konnten. Daniel hat mit einem Hochdruckreiniger den Boden von Moosen etc. gereinigt und ich habe Blumen umgepflanzt, und einen Teil des Bodens mit einer Art Plane überzogen, um das Unkraut daran zu hindern, an dieser Stelle zu wachsen. Andere Arbeiten waren zum Beispiel Brombeersträuche entfernen, oder auch in der Küche für das Mittagessen aus einem rote Beete – Möhrengemisch kleine Klopse zu formen. Also sehr abwechslungsreiche Arbeiten und die meiste Zeit draußen.P1060945a P1060935a

Mittwoch Nachmittag sind Daniel und ich mit dem Auto ca. 15km weit gefahren, um dort eine kleine Wanderung zu machen. Der Weg war überraschend steil und steinig. Wir sind erst eine gute Stunde einen steilen Berg hochgewandert, um dann irgendwann zu merken, dass der Weg kein Ende nehmen wird (es wäre eine 4-5 Stündige Runde gewesen). Deshalb sind wir irgendwann umgekehrt und haben wider eine knappe Stunde zurück zum Auto gebraucht.. diesmal steil Berg ab. Nach der Arbeit am Vormittag waren wir ganz schön platt, und wir waren wieder froh, nach der 2 stündigen Wanderung am Auto zu sein..

Gestern sind wir dann nach getaner Arbeit zu einem Strand gefahren, an dessen Nordseite ein 40 minütiger Wanderweg beginnt, der zu einer einsamen Bucht mit Strand führt. Dieser Wanderweg ist die einzige Möglichkeit über Land zu dieser Bucht zu gelangen. Der Weg ging an steilen Klippen entlang. Am Ziel angekommen waren wir (fast) die einzigen Menschen dort. Ein traumhafter, einsamer Strand.DSC04938aP1060972a

Heute haben wir eine etwas längere Tour zu einem Wasserfall (angeblich der größte auf der Nordinsel) gemacht. Mit dem Auto sind wir etwas länger als 1h hin gefahren. Der Weg zur Spitze des Wasserfalls hat knapp 90 Minuten gedauert, und war sehr matschig und teilweise steil. Aber er hat sich gelohnt. Oben angekommen hatten wir einen super Ausblick, und wir konnten bis zur Kante des Felsens gehen, da der Fluss nicht besonders viel Wasser geführt hat. Es war kurz vor Sonnenuntergang, als wir oben angekommen sind, weshalb wir die einzigen Besucher dort waren! Den Rückweg mussten wir dann mit Hilfe unserer Taschenlampen machen (alles geplant ;)), um wieder zum Auto zu kommen.DSC04964-2a

P1070001_stitchaZurück bei der Familie angekommen, gab es wieder ein super leckeres Essen mit Nachtisch. Jetzt sind wir in unserem Wohnwagen und werden bald schlafen gehen. Morgen erwartet uns ein weiterer Arbeitsvormittag! Da wir den Komposthaufen, der uns in den letzten Tagen so zuverlässig begleitet hat, komplett abgetragen haben, wissen wir noch nicht, was wir morgen und  die nächsten Tage machen werden. Wir werden sehen 😀
Was wir dann Nachmittags unternehmen, wissen wir auch noch nicht.. Das entscheiden wir meistens sehr spontan.P1060949aP1060946aGenerell ist es eine super Sache, hier in einer neuseeländischen Familie zu „leben“. Es ist eine gute Möglichkeit, das Land zu erkunden, und die Menschen, die hier leben, etwas kennen zu lernen. Außerdem bekommen wir hier (einheimisches) Essen, was wir wahrscheinlich sonst niemals probiert hätten. Früchte, die es in Deutschland nicht gibt, oder auch (neuseeländischen) Pudding mit Eis. Über das Essen und die Menschen hier kann man sich echt nicht beschweren. Alle sind super nett und offen und das Essen schmeckt einfach wunderbar!

 

3 Kommentare

  1. Hallo Jens,

    Du müßtest in Deinem Bericht noch schreiben, wie die Familienmitglieder heißen. Als Erinnerung für später…
    Die Bilder sind sehr beeindruckend. Ich wusste gar nicht, wie vulkanisch es in Neuseeland ist.
    Bis bald,
    Papa

  2. Lieber Jens,
    das klingt ja alles sehr schön. Jetzt weiss ich, was Dir hier gefehlt hat. Ich bin dabei, einen Komposthaufen anzulegen. Dann kannst Du Dich austoben wenn Du zurück bist. Wenn Du hier fertig bist, kannst Du zu Dorothee fahren und da weiter machen ! O.K. ? Ansonsten habe ich noch weitere Ideen, um Dich vom Schreibtisch weg zu kriegen.
    Ihr könnt sicher auch mit den Kindern spielen, zum Beispiel Fußball. Das wären dann die ersten Fußballspieler in Neuseeland. Der Ausgangspunkt für eine Nationalmannschaft.
    Bis bald, viele Grüße
    Papa

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