HelpX: Hastings (Ken)

In den letzten gut 2 Wochen seit meinem letzten Eintrag (krass, dass es schon so lange her ist!) ist sehr viel passiert!
Von Wairoa, wo wir uns von unserem Great Walk ausgeruht haben, sind wir weiter Richtung Süden, nach Napier gefahren. Napier ist eine sehr schöne 56.000 Einwohner große Stadt direkt am Meer. Dort waren wir 2 Nächte auf einem kostenlosen „Campingplatz“ (eigentlich ist es nur ein Parkplatz mit Toilette). Wir konnten wenige Meter vom Meer entfernt in unseren Autos schlafen, und wurden am nächsten Morgen von einem traumhaften Sonnenaufgang über dem Meer geweckt. Wirklich wunderschön! Zu Fuß haben wir die Stadt erkundet, kleinere Ausflüge in die Umgebung gemacht, und HelpX Familien angeschrieben, um eine Unterkunft hier im Osten der Nordinsel zu finden.P1070649a

Nachdem wir mehrere Familien in HelpX erfolglos angeschrieben hatten, haben wir am zweiten Tag zum Glück eine positive Rückmeldung bekommen. Wir konnten am nächsten Tag (Donnerstag) zu Ken auf seine mehr als 200 Hektar große Schafs- und Rinderfarm fahren, um dort 4-5 Stunden täglich für Unterkunft und Verpflegung zu arbeiten. P1070827aAm nächsten Tag sind wir daher zur nächsten Stadt Hastings (fast 62.000 Einwohner) gefahren, da die Farm ca. 20 Autominuten östlich von Hastings liegt. Unsere neue Bleibe war so weit abgelegen, dass wir so gut wie keinen Telefonempfang, und damit auch kaum Internet hatten. Um das Internet nutzen zu können, mussten wir daher in die Stadt fahren, wo es freies WLAN gab. Bei Ken haben wir in einer kleinen Holzhütte, vielleicht 100 Meter von seinem Haus entfernt geschlafen. Dort haben wir uns auch in der eingebauten Kochecke selbst Frühstück gemacht. Das Mittagessen und Abendessen haben wir in Kens Haus gegessen. Abends hat Ken immer gekocht und es gab immer sehr leckeres Essen! P1070833aLeider (?) hatten wir während unseres Aufenthaltes nichts mit den Schafen oder Rindern zu tun, da es im Herbst nicht so viel mit den Tieren zu tun gab. Trotzdem war die Arbeit sehr abwechslungsreich und hat meistens auch Spaß gemacht: Wir haben den Gemüsegarten umgegraben, von Unkraut befreit und Pflanzen neu gesät. Dann haben wir noch die Rasenflächen um den Hof herum gemäht, die Schuppen und Autos gesäubert, das Laub auf dem Boden zusammen gekehrt, und die Pflanzenabfälle und Blätter mit einem Quad Bike zu der Feuerstelle gefahren. Das Quadfahren war eigentlich das Beste an der Arbeit und hat uns sehr viel Spaß gemacht! Wir haben uns immer gefreut, wenn wir damit fahren durften. P1070758a P1070768aP1070747aP1070770aEine weitere Arbeit war auf der Baustelle: Zur Zeit baut Ken, mit einem angestellten Builder zusammen, ein neues Holzhaus auf einem Hügel. Dort haben wir ein paar Tage helfen können. Wir mussten mehrere 80 cm tiefe Löcher für das Fundament der neuen Veranda graben. Das hört sich jetzt nicht nach besonders viel an, aber wenn man nach ca. 30 cm auf einen sehr steinigen und lehmigen Boden stößt, ist die Arbeit nicht nur sehr anstrengend, sondern auch frustrierend. Dafür durften wir in den nächsten Tagen dann den benötigten Beton anrühren, um damit die Pfosten in den von uns gegrabenen Löchern fest zu betonieren. Außerdem konnten wir viel Holzbalken mit unzähligen Nägel befestigen und andere kleinere Arbeiten auf der Baustelle machen. So auf einer Baustelle mitzuhelfen, und zu sehen, wie die Veranda immer weiter Gestalt annimmt, war schon sehr interessant und hat mir auch großen Spaß gemacht! P1070777aTagsüber haben wir hier immer die Gegend erkundet, haben Spaziergänge gemacht und einen Bauernmarkt besucht. Insgesamt war es eine relativ ruhige Woche, da es hier in der Gegend nicht so viele touristische Aktivitäten gibt. Aber uns hat es hier trotzdem so gut gefallen, dass wir sogar etwas länger als eine Woche geblieben sind!P1070809ba

Insgesamt sind wir 10 Nächte auf Kens Farm geblieben. Danach sind wir (am Sonntag Morgen) – wieder ohne wirklichen Plan – weiter Richtung Süden gefahren, nach Palmerston North. Wir haben uns Palmerston North etwas angeschaut und dort unsere Lebensmittelvorräte aufgefüllt. Leider hatten die meisten Geschäfte wegen dem verlängerten Wochenende (Queens Birthday) geschlossen. Da Max ebenfalls in Palmerston North war, und bei einer HelpX Familie gelebt hat, haben wir uns mit ihm in der Stadt getroffen. Die Nacht haben wir dann auf einem Campingplatz 40 Minuten außerhalb der Stadt, in Pahiatua, verbracht. Diese Nacht war für uns die bisher kälteste Nacht in Neuseeland, und es ist schon sehr kalt, bei Temperaturen um oder leicht unter Null Grad im Auto zu schlafen. Aber in unseren Schlafsäcken, und mit zusätzlichen Decken, geht das schon irgendwie. Ist halt die billigste Möglichkeit für uns zu reisen. Wir haben auch wieder ein paar HelpX Familien angeschrieben, um für eine Woche oder so in der Gegend bleiben zu können, um wieder gegen Unterkunft und Verpflegung arbeiten zu können. Danach haben wir geplant weiter auf die Südinsel (in den richtigen Winter) zu reisen. Am Montag Nachmittag haben wir dann zum Glück eine Zusage auf einem Pferdehof bekommen, auf dem wir ab Donnerstag bleiben können. Die drei Nächte bis Donnerstag haben wir auf einem sehr schönen Campingplatz in Eketahuna verbracht. Der Campingplatz gehört einem älteren Ehepaar, die mehrmals am Tag nach dem Rechten schauen, die Einrichtung sauber halten, und das Geld für die Übernachtungen einsammeln. Für gerade einmal 7 NZD (ca. 4,40€) pro Nacht und Person hatten wir eine sehr saubere Küche, Toilette und Dusche. Ein super günstiger Campinplatz mit sehr sehr netten Besitzern. Jeden der drei Abende konnten wir mit selbst gesammelten Holz ein gemütliches Lagerfeuer machen, an dem man sich wenigstens Abends vor dem Schlafen gehen wärmen konnte. fireNachts war es nämlich wieder sehr kalt, und das warme Feuer war da sehr willkommen. Tagsüber sind wir in die nächst größere Stadt (Masterton) zum Einkaufen gefahren und haben ansonsten ein paar sehr entspannte Tage mit Lesen verbracht.

Heute (Donnerstag) sind wir zu unserer neuen Bleibe bei der HelpX Familie (einem Ehepaar) gefahren und sind bisher begeistert! Das riesige, alte Haus liegt neben einem sehr schönen und idyllischen See, ca. 20km östlich von Masterton und wir werden hier wahrscheinlich wieder Gartenarbeit machen. Aber darüber werde ich im nächsten Blogeintrag (hoffentlich) in ein paar Tagen berichten!

Ich freu mich immer von euch zu hören! Bis bald! 🙂

1 Kommentar

  1. Hallo Jens,

    das klingt ja hervorragend, Du bekommst somit eine sehr vielseitige Ausbildung und kannst bald für alle Arbeiten eingesetzt werden. Hier bei uns gibt es ….. ! Aber ein Quad Bike kann ich Dir leider nicht zur Verfügung stellen, und damit hört dann der Spaß auf ?
    Mehr Freiheit, wie ihr es jetzt erlebt, gibt es sonst nicht. Ich kann es gut nach empfinden. In Palmerston North hatte ich früher Kollegen gehabt, einer von ihnen hatte meine alte Chefin und uns im Institut besucht. Es ist schon sehr lange her, so 1980.
    Es ist schon sehr beeindruckend, wie ihr offen und freundlich von den Einwohnern aufgenommen werdet. Sie haben somit wenig negative Erfahrungen mit Fremden gemacht.
    Habt ihr genug warme Kleidung, um Euch vor der Kälte zu schützen ? Hoffentlich werdet ihr nicht krank. Wie lange wird die Überfahrt auf die Südinsel dauern ? Ist die See zwischen den Inseln nicht sehr rau ?
    Toll, was ihr erlebt !!!
    Gruß, Papa

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