Great Walk: Rakiura (Steward Island)

Am Freitag (7. Oktober) bin ich mit der Fähre von Bluff nach Steward Island gefahren, um meinen dritten Great Walk zu machen – den ersten, den ich alleine mache! Nach der einstündigen Fahrt bei sehr ruhiger See, bin ich in Oban (400 Einwohner), dem einzigen Dort auf Steward Island, angekommen.p1120282ap1120096aVon Oban ging es dann auch sofort los. Der eigentliche Start vom Great Walk liegt ca. 5 km vom Hafen entfernt und es dauert ca. eine Stunde, bis dort angekommen ist. Der Weg (sowohl bis zum Start, als auch während des Great Walks) führte am ersten Tag die ganze Zeit an der Küste entlang, über Strände, Stege und durch den Regenwald. Ich hatte viel Glück mit dem Wetter, und so konnte ich während der Pause am Strand sitzen und die Strandvögel beobachten.p1120122a p1120123a p1120127aNach wenigen Stunden bin ich dann zur Hütte gekommen, in der ich die erste Nacht verbringen würde. In der Hütte saßen schon drei Deutsche (Deutsche trifft man echt überall… Am anderen Ende der Welt, mitten im Nichts auf einer Insel ganz im Süde), mit denen ich den Abend verbracht habe. Auf Steward Island kann man, wenn man Glück hat, während der Abend- oder Morgendämmerung Kiwis beobachten. Wir vier sind also bei Dämmerung mit unseren Taschenlampen raus gegangen, um nach den Kiwis ausschau zu halten. Leider haben wir außer unzähligen Ratten (die gibt es dort echt haufenweise) und einigen Possum keine andere Tiere im Wald gesehen.p1120158a p1120144a p1120138aIch habe mir daher den Wecker für 6 Uhr morgens gestellt, um vielleicht bei Morgendämmerung mehr Glück zu haben. Aber auch am nächsten Morgen hatten wir kein Glück. Die Kiwis hatten wohl keine Lust von uns gesehen zu werden.

Der zweite Tag vom Great Walk ging quer durch den Regenwald zur nächsten Hütte. Ich habe mich den anderen drei Deutschen angeschlossen, und so sind wir zu viert losgezogen. Der Weg ging die ganze Zeit nur durch den Wald und war dadurch nicht besonders spektakulär. Leider war der Weg stellenweise sehr matschig und wir mussten uns am Rand der Matschlöcher durch den Wald kämpfen, oder über Stock und Stein über die matschige Stelle springen. Das Wetter war sehr wechselhaft: Es hat angefangen zu regnen, dann zu hageln, und der Wind wurde immer stärker.p1120177a p1120178aNach einigen Stunden sind wir dann zu der zweiten Hütte angekommen, in der wir unser Nachtlager aufgeschlagen haben, und uns mit den zwei Amerikanern, die ebenfalls diese Nacht in der Hütte verbracht haben, unterhalten.p1120200a p1120201a p1120203a

Den nächsten Tag habe ich alleine in der Hütte verbracht. Eigentlich ist dies nur eine 3 Tageswanderung (mit zwei Übernachtungen), aber da ich sehr kurzfristig gebucht habe (am Tag vorher), war am 3. Tag leider die Fähre komplett ausgebucht. Ich „musste“ daher einen weiteren Tag auf der Insel bleiben und habe mich dazu entschieden, den extra Tag nicht im Dorf in einem Hostel zu verbringen, sondern mitten in im Nationalpark in der Hütte.p1120219a p1120245ap1120243aSo konnte ich die Gegend etwas genauer erkunden und Lesen. Während meiner Erkundung habe ich (neben den unzähligen Ratten) sogar ein Reh gesehen, was anscheinend vor einigen Jahrzehnten hier ausgewildert wurde.

Der Tag war sehr ruhig, bis gegen Nachmittag die ersten Wanderer zu Hütte gekommen sind, die hier ebenfalls die Nacht verbringen würden. Insgesamt zu sechst haben wir in der Nacht in der Hütte geschlafen: Deutsche, Franzosen und Japaner.
Auch in dieser Nacht, weder am Abend noch am Morgen, hatte ich kein Glück mit den Kiwis.p1120254a p1120251aAm nächsten Tag bin ich mit dem Franzosen, der ebenfalls alleine unterwegs war, weiter gewandert. Gegen Mittag sind wir zurück nach Oban  gekommen, am Nachmittag dann die Fähre auf uns gewartet hat. Leider wurde es immer windiger und ich mir wurde so langsam klar, dass es nicht so eine gemütliche Überfahrt werden würde, wie auf der Hinfahrt…p1120280a p1120257a

Und die Überfahrt war nicht so gemütlich. Bei 2 bis 3 Meter hohen Wellen (hmm… also für mich ist das viel!) in dem relativ kleinen Boot hat es schon ziemlich geschaukelt. Ungefähr die Hälfte der Passagiere konnten dabei ihrer Seekrankheit freien Lauf lassen… (Ich natürlich nicht, sonst würde ich die Bootsfahrt hier niemals erwähnen!)
Ich war bestens vorbereitet! Ich habe mir nämlich gedacht, es wäre bei dem starken Wind nicht verkehrt, auf das Mittagessen zu verzichten. Außerdem habe ich mich sofort zu Beginn der Überfahrt ans Ende des Boots (draußen) hingestellt, da es da erstens weniger Schaukelt und ich zweitens an der frischen Luft bin. So konnte ich die 90 minütige Fahrt (bei gutem Wetter ist es nur eine Stunde) dann schon fast (!) genießen. Video1 Video2 Video3 (verwackelt)

Dieser Great Walk war bisher mit Abstand der einfachste und unspektakulärste von den drei, die ich bisher gemacht habe. Es war aber etwas komplett anderes, mal eine so lange Wanderung ganz alleine zu planen und zu machen! Es hat sich auf jedenfall gelohnt, auch wenn ich leider keinen Kiwi gesehen habe.