Dunedin bis Bluff

Von Queenstown bin ich quer durchs Land nach Dunedin gefahren. Der Weg ging über tiefe Schluchten, an den Orten vorbei, an denen man Bungeespringen kann. p1110896a p1110893aAnsonsten war die Straße im Gegensatz zu anderen hier in Neuseeland eher nicht so aufregend. Ich bin durch einige winzige Ortschaften und kleinere Städte gefahren, bis ich dann nach einigen Stunden an die Ostküste nach Dunedin gekommen bin.

Dunedin ist mit etwas mehr als 120.000 Einwohnern die zweit größte Stadt auf der Südinsel (nach Christchurch). Die Stadt an sich fand ich aber jetzt nicht so besonders (eine Großstadt halt), und ich habe mich nicht sehr lange dort aufgehalten. Der eigentliche Grund, weshalb ich nach Dunedin gefahren bin, ist die angrenzende Halbinsel, auf der man Seehunde, Seelöwen, Pinguine, und alle möglichen Meeresvögel bestaunen kann. An einem der Strände, zu denen ich gefahren bin, lagen auch tatsächlich einige – wie ich fand sehr große – Seelöwen am Strand herum, die sich auch nicht davon stören ließen, wenn man mit wenigen Metern Abstand um sie herum gelaufen ist. p1110930a p1110926aDie meiste Zeit über haben sie sich nicht gerührt, sondern haben einfach nur die Sonne genossen. Da es an diesem Strand (angeblich) auch Pinguine gibt, die tagsüber fischen und Abends wieder zurück zum Strand kommen, habe ich mich in den Dünen auf die Lauer gelegt, um diese zu beobachten. Leider kam bis es dunkel wurde kein Pinguin angeschwommen, und so bin ich zurück zum Campingplatz gefahren, den ich mir für die kommende Nacht ausgesucht hatte.

Als nächstes bin ich von Dunedin an der Küste entlang weiter Richtung Süden gefahren. Der nächste Zwischenhalt war Nugget Point, einem Leuchtturm, vor dem einige ziemlich große (mehrere 10 Meter) Felsen aus dem Wasser ragen. Wenn ich mir die Bilder im Nachhinein anschaue und die Besten raussuche, merke ich erst, dass die Bilder nicht ansatzweise so beeindruckend sind, als wenn man tatsächlich dort steht.p1110955_stitcha p1110961a
Nur wenige Hundert Meter vom Nugget Point entfernt, liegt ein Strand, an dem Gelbaugenpinguine leben. Dies ist einer der seltensten Pinguinarten der Welt. Um ihn zu schützen und in Ruhe brühten zu lassen, ist der Strand ab 15 Uhr gesperrt. Allerdings gibt es ein Beobachtungshaus in den Dünen, von dem man die Pinguine beobachten kann.p1120018a Da ich viel zu früh am Strand war (sie kommen erst nach 16 Uhr wieder vom Fischen zurück), habe ich mich dazu entschieden, die Zeit mit Lesen zu verbringen und die 3-4 Stunden zu warten. Und ich hatte Glück! Nach einigen Stunden kam dann tatsächlich der erste Pinguin vom Fischen zurück zum Strand, und ich konnte ihn aus dem Versteck heraus beobachten. Ich fand es sehr ungewohnt, einen Pinguin am Strand zu sehen, denn ich assoziiere diese Tiere sonst immer mit Eis und Schnee. p1110996a p1120006aNachdem sich der Pinguin am Strand in Ruhe gesäubert hat und dann die Böschung herauf zu seinem Nest gewatschelt ist, kam auch schon der nächste angeschwommen. Insgesamt konnte ich vier Pinguine am Strand beobachten, bis ich weiter zum Campingplatz gefahren bin. Nicht sehr viel, aber ich fand, dass man für die (vielleicht) seltensten Art der Welt auch mal ein paar Stunden warten kann.  Video1 Video2

Auf meinem weitern Weg am Meer entlang bin ich an unzähligen Wasserfällen vorbei gekommen, zu denen man kleine Spaziergänge von meist 20-30 Minuten machen kann. Außerdem kann man an vielen Strände, Seen, über Schafsweiden oder durch den Regenwald wandern. Es gibt einfach so viele Ausflugspunkte, dass man sich immer überlegen muss, wo man überall anhalten möchte, um es bis zum Abend zum nächsten Campingplatz „zu schaffen“.p1120037a p1110940_stitcha

Am nächsten Tag bin ich dann zum Slope Point gekommen, dem südlichsten Punkt von der Südinsel! Ein super cooles Gefühl, wenn man sich überlegt, dass ich in den vergangen Monaten vom nördlichsten Punkt der Nordinsel bis zum südlichsten Punkt der Südinsel gefahren bin, immerhin mehr als 1400 km Luftlinie. Die Zeit ging einfach super schnell vorbei. Ursprünglich wollte ich mittlerweile wieder in Deutschland sein. Zum Glück habe ich meinen Aufenthalt um 2 Monate verlängert, da es noch ein paar Orte gibt, die ich sehen möchte, bevor ich wieder zurück in den Alltag in Deutschland komme!p1120057a p1120086a p1120089a

Als nächstes habe ich mich auf den Weg nach Bluff gemacht, von wo ich mit der Fähre auf Steward Island übersetzen möchte, um dort einige Tage lang einen weiteren Great Walk zu machen. Die Landschaft auf dem Weg nach Bluff sah wie die Landschaft auf der Nordinsel aus. Viele grüne Hügel und unzählige Schafe. Der einige Unterschied war, dass sich auf den meisten Stränden, an denen ich vorbei gekommen bin, Seehunde und Seelöwen in der Sonne gesonnt haben, die sich und sie sich von mir nicht stören gelassen haben.p1120084a p1120072a

In Invercargill, eine mit ca. 50.000 Einwohnern etwas größere Stadt in der Nähe von Bluff, habe ich in der Touristeninformation meinen nächsten Great Walk und die Fähre nach Steward Island gebucht. Meinem dritten Great Walk stand also nichts mehr im Weg…

1 Kommentar

  1. Hallo Jens,
    wenn das sehr große Seelöwen sind, können das auch Seebären sein (wer hat in Bio aufgepasst?) !
    Weiß man, ob die Pinguine in Neuseeland von der Antarktis aus hin und her wandern ? Auf den Galapagos-Inseln haben sie sich an das äquatoriale Klima angepasst. Allerdings ist das Wasser dort ziemlich kalt, so dass sie dort ein großes Nahrungsangebot haben. Ähnlich wird es auch in Neuseeland sein.
    Du patscht barfuß durch das Wasser. Ist es nicht kalt ?
    Die Landschaft, durch die Du hier gefahren bist, erinnert mich etwas an die Canyons in Südfrankreich. Hoffentlich hast Du kein Banjo-Springen gemacht. Julian hätten wir sicherlich nicht davon abhalten können!
    Gruß Papa

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