Great Walk: Abel Tasman Nationalpark

In den letzten drei Tagen haben wir endlich unseren zweiten Great Walk gemacht: den Abel Tasman Coast Track! Der Abel Tasman Nationalpark liegt im Norden der Südinsel. Es ist ein Waldgebiet direkt am Meer gelegen, mit goldenen Sandstränden, unzähligen Buchten und klarem grün-blauem Wasser. Im Sommer ist dies hier ein wahres Massentourismusgebiet mit unzähligen Besuchern auf dem Land und auf dem Wasser, aber jetzt im Winter ist es sehr ruhig, und es sind nur wenige Personen im Nationalpark unterwegs.P1090277_stitcha

Da der Great Walk an der Küste liegt, ist es möglich, Teile der Strecke mit dem Kayak zu fahren. Ursprünglich wollten wir uns schon am Samstag zwei Kayaks ausleihen, um damit den Great Walk zu starten, aber leider war es dafür zu windig, sodass wir nur eine geführte Tour hätten machen können. Wir mussten also einen Tag warten, um uns die Kayaks ausleihen zu können. Aber es hat sich vollkommen gelohnt, den einen Tag mehr zu warten! Wir hatten die 3 Tage, die unser Great Walk ging, super Wetter: Es war sowohl tagsüber, als auch Nachts kaum eine Wolke am Himmel. Morgens war es zwar ziemlich kalt und es hat jede Nacht gefroren, aber tagsüber, bei strahlendem Sonnenschein und immer in Bewegung, war es teilweise sogar eher zu warm als zu kalt.05d4c039-31cc-43d9-b6f5-8c3a71ab0b27 P1090329a

Wir sind also am ersten Tag (Sonntag) nach einer 90 minütigen Sicherheits- bzw. Vorbereitungseinweisung, bei dem wir mit Neoprenanzügen, -socken und Schwimmwesten ausgestattet wurden, losgefahren. Ich im Einzelkayak und Christina und Daniel, die sich beide nicht getraut haben im wackeligen Einzelkayak zu fahren, im Doppelkayak. P1090386aWir sind die wunderschöne Küste entlang gefahren, haben Abstecher zu den beiden Inseln gemacht, und konnten an mehreren Stränden unter strahlend blauem Himmel Pause machen. Nach ungefähr zwei drittel der Tagesstrecke (also nach ca. 3-4 Stunden) kamen wir zu der ersten Hütte vom Great Walk, bei der wir aber nur Pause gemacht haben. Dort wurden wir von einem Parkranger mit den Worten „Another shitty day in paradise“ begrüßt. Und er hatte damit recht: Der Abel Tasman Nationalpark kommt schon sehr nah an das ran, was man sich unter Paradies vorstellt! Aber hier konnten wir noch nicht bleiben: Unser Ziel für den Tag war nämlich die zweite Hütte (Bark Bay), die wir nach einer weiteren vielleicht 2 stündigen Tour durch sehr ruhige Gewässer erreicht haben.P1090339_stitcha

In der Hütte haben wir zuerst unsere nassen Neoprenanzüge mit trockener Kleidung ausgetauscht, ein Feuer im Ofen gemacht, und dann angefangen Wasser auf der Feuerstelle warm zu machen. Weil wir nach dem sportlichen Tag ziemlichen Hunger hatten und das Wasser auf dem Ofen noch zu lange gedauert hätte, haben wir die ersten 500g Nudeln (ja, wie beim letzten Great Walk gabs pro Tag immer 1kg Nudeln für drei Personen) mit dem mitgebrachten Gaskocher gekocht. Später haben wir dann die zweite Portion Nudeln auf dem mittlerweile sehr heißen Feuerofen kochen können (ist irgendwie cooler und wir sparen Gas). Den Rest des Abends haben wir uns etwas mit den drei anderen (einem Franzosen und Vater und Tochter, aus England eingewanderte „neu Neuseeländer“), die in der Hütte übernachtet haben, unterhalten, oder einfach nur neben dem warmen Feuer gesessen und die Zeit genossen. Ziemlich früh ging es dann ins Bett.P1090333_stitcha

Am nächsten Morgen sind wir nach einer ordentlichen Portion Porridge gegen 10 Uhr weiter gekayakt. Diesmal war es nicht so weit, sondern wir waren nach einer knappen Stunde an der Stelle, an der wir die Kayaks am Nachmittag liegen lassen sollten (sie werden mit dem Boot abgeholt). Daniel hatte keine Lust mehr, sich in der an dem Tag etwas raueren – aber trotzdem noch sehr gut befahrbaren – See anzustrengen. Darum haben Christina und ich uns nochmal mit dem Doppelkayak auf den Weg gemacht, die Gegend etwas weiter zu erkunden. Wir sind zu Shag Harbour, einer nur bei Flut erreichbaren, durch Felsen sehr geschützte Bucht, gefahren. Und es war traumhaft! Draußen auf dem Meer war es sehr windig und wellig, aber nachdem man die Felsen zur Bucht umrundet hatte, war es dort absolut windstill, das Wasser war wenige Meter tief und absolut klar. Das Highlight war eine kleine Robbe, die hier im seichten Wasser herum geschwommen ist. P1090419a P1090418aIch hatte das Gefühl, dass die Robbe mit uns gespielt hat. Sie ist nämlich immer bis kurz vors Boot geschwommen und dann untergetaucht, oder hat uns von einem der Steine aus beobachtet. Die Robbe hat uns bestimmt eine halbe Stunde lang umrundet, bis wir leider diesen unglaublichen Ort wieder verlassen mussten, weil wir pünktlich zurück sein mussten, um die Kayaks abzugeben. Aber Shag Harbour war so ruhig, friedlich und einfach wunder schön, dass es für mich das Highlight des ganzen Great Walks war, sich in der Bucht mit dem Kayak einfach treiben zu lassen!P1090458aP1090426a

Als wir dann gegen 14 Uhr zurück bei Daniel waren, die Kayaks am Strand abgestellt hatten, und all unser Gepäck in den Rucksäcke verstaut war, „mussten“ wir uns zu Fuß zur nächsten Hütte auf machen. Der Weg hat ca. 2 Stunden gedauert, war dafür aber relativ steil, weil die Strecke über einen Berg führte. Es war schon etwas ganz anderes, mitten im Nationalpark zu wandern, und nicht nur alles vom Wasser aus zu sehen.P1090522a P1090476a

Auch an der nächsten Hütte mussten wir dann Feuer machen, Nudeln kochen und unsere Schlafsäcke auf den Matratzen ausbreiten. Sowohl an dem Abend bei der Awaroa Hut, als auch den Abend zuvor an der Bark Bay Hut, hatten wir ein fast wolkenlosen Himmel, was uns eine unglaubliche Aussicht auf den Sternenhimmel ermöglichte! Aber leider hieß das auch, dass es in der Nacht draußen sehr kalt wurde. In der Hütte war es – anders als vermutet – zum Glück nicht zu kalt, sodass man einigermaßen gut schlafen konnte.P1090366_stitcha

Am Morgen des letzten Tages (Dienstag) mussten wir dann leider früh aufstehen. Die ersten 25 Minuten unseres Weges ging nämlich durch die Awaroa Bucht, die nur 2 Stunden um Ebbe herum passierbar ist (und es gibt keinen alternativen Weg). Da an diesem Tag morgens um 7 Uhr Ebbe war, muss wir uns spätestens gegen 8 Uhr auf den Weg machen. Allerdings konnte man – trotz Ebbe – nicht trockenen Fußes durch die Bucht wandern, da in der Mitte ein kleiner Fluss fließt. Wir mussten also Barfuß durch das eiskalte Wasser (es hatte in der Nacht gefroren und die Sonne ist gerade erst aufgegangen) laufen. Ich habe richtig gemerkt, dass mein Kreislauf das nicht besonders toll fand, durch das eiskalte Wasser zu waten. Die Füße hat man nach 2 Minuten nicht mehr gespürt, sodass die Muscheln, über die wir laufen mussten, kaum mehr gestört haben. Nach einer gefühlten Ewigkeit sind wir ENDLICH am anderen Ende der Bucht angekommen, und konnten unsere Socken und Schuhe wieder anziehen (glaubt mir, mir war es vollkommen egal wie dreckig meine Schuhe und Socken dadurch wurden!). P1090513aDie ersten paar Minuten hab ich richtig gemerkt, wie meine Füße ganz langsam wieder aufgetaut sind und sich der Sand in meinen Socken abgesetzt hat. Wir sind an einem gefrorenen (!) Tümpel vorbeigekommen und haben dann nach einem kurzen Marsch einen der unzähligen Campingplätze hier im Nationalpark erreicht. Nachdem wir dort eine Pause eingelegt hatten, ging es auch einigermaßen wieder mit den Füßen. Unseren Zielort (Totaranui Campingplatz), an dem wir mit dem Wassertaxi abgeholt wurden, haben wir dann nach weiteren 2 Stunden erreicht. Hier konnten wir uns etwas entspannen (am goldenen Sandstrand lesen.. traumhaft!) und einen einstündigen Rundweg machen.P1090534_stitcha

Mit dem Wassertaxi sind wir dann in Totaranui abgeholt worden und zurück zu unseren Autos in Marahau gefahren. Ich konnte während der Bootstour ein paar mehr Fotos vom Nationalpark vom Wasser aus machen (aus einem etwas stabilerem Boot heraus). Leider endete dann leider schon unser zweiter Great Walk. Insgesamt gibt es 9 Great Walks hier in Neuseeland, sodass wir hoffentlich noch den ein oder anderen davon machen können – wir werden sehen. P1090549a

P1090545aInsgesamt war das eine abwechslungsreiche, sehr sehr schöne 3-Tages-Tour durch den Abel Tasman Nationalpark. Ein weiteres Highlight unserer bisherigen Neuseelandreise!

Marlborough Sounds und Nelson

Nachdem ich mich am Donnerstag (28. Juli) von meiner HelpX Familie verabschiedet hatte und Daniel in Blenheim abgeholt habe, sind wir Richtung Marlborough Sounds gefahren. Wir haben uns die Sounds vor einigen Wochen zwar schon einmal angeschaut, aber diesmal haben wir die Gelegenheit genutzt, einmal in die Sounds rein zu fahren und etwas mehr von ihnen zu sehen.P1090060_stitchaWir haben uns einen Campingplatz am Rande der Sounds ausgesucht, auf dem wir zwei Nächte geblieben sind. Der Campingplatz war Teil einer Farm und jeder Besucher bekam eine Tüte voll Futter, welches man den Schafen geben konnten. Die Schafe wussten natürlich, dass die Touristen immer Essen mitbringen und kamen schon sehr gierig auf einen zugelaufen, sobald man den Zaun überschritten hatten. Nahe des Campingplatzes gab es noch einen Wasserfall zu dem wir am Abend gelaufen sind und auf dessen Rückweg wir an einigen Glühwürmchen vorbei gekommen sind.DSC05950aAm nächsten Tag haben dann eine kurze schöne Wanderung gemacht (Queen Charlotte Track). Dieser Track ist eine mehrtägige Wanderung, von der wir ungefähr die ersten 90 Minuten gelaufen sind, bis wir wieder umgekehrt sind. Mittags sind wir dann mit dem Auto über 90 Minuten in die Sounds rein gefahren, um unser nächstes Ziel, den Mt. Stokes, zu erreichen. Mt Stokes ist mit 1203 m der höchste Berg in den Marlborough Sounds, von dem man eine super Aussicht hat, vor allem, wenn das Wetter so schön ist wie an diesem Tag. Der Weg auf den Gipfel war sehr sehr steil und unwegsam. Einen Großteil des Aufstiegs gab es keinen geformten Weg, sondern man musste sich über Wurzeln und Geröll von Wegweiser (orange Dreiecke an den Bäumen) zu Wegweiser hangeln. Nach 90 Minuten waren wir dann aber endlich oben. Der Gipfel war voller Geröll, ohne größere Vegetation, wodurch wir ein atemberaubendes Panorama hatten. Wir konnten weite Teile der Sounds von dem Gipfel aus sehen. Einfach großartig! Nachdem wir einige Zeit die Aussicht genossen hatten und viele Bilder gemacht haben, mussten wir wieder den Abstieg antreten, um noch im Hellen das Auto zu erreichen.DSC05984a P1090077_stitchaWir haben uns dazu entschieden, am nächsten Tag nicht sehr viel zu machen, sondern nach Nelson zu fahren und dort ein bisschen in der Bibliothek zu bleiben. Nach der anstrengenden Wanderung auf den Mt Stokes am Vortag waren wir beide froh, etwas entspannen zu können. Insgesamt sind wir wieder 2 Nächte in Nelson geblieben. Ich bin etwas auf den Hügeln gelaufen, die die Stadt umgeben, ansonsten haben wir nicht besonders viel unternommen. Am Montag kam dann Christina von Blenheim nach Nelson und hat sich uns wieder angeschlossen.

Wir haben einen Campingplatz direkt am Meer, ca. 30 Autominuten nordwestlich von Nelson rausgesucht, zu dem wir gefahren sind. Wir konnten mit vom Meer angeschwemmten Holz ein Feuer machen (es gab extra dafür BBQ-Öfen). Die Platte auf dem Ofen wurde so heiß, dass wir problemlos darauf Nudeln kochen konnten und dadurch sogar ein warmes Abendessen hatten. Ansonsten hätten wir uns mit Brot begnügen müssen, da die meisten kostengünstigen Campingplätze zwar sehr schön sind, aber keine Küche haben.P1090221a

Unser Ziel ist es, den Abel Tasman Great Walk zu machen. Wir haben uns daher auf den Weg nach Motueka gemacht, um in der Touristeninformation unsere Tour zu buchen. Wir haben uns dazu entschieden 2 Tage mit dem Kayak zu fahren und den dritten Tag zu Wandern. Dann werden wir mit dem Wassertaxi zurück zum Ausgangspunkt (zu unseren Autos) fahren. Wir wollen also 2 Nächte im Nationalpark in den Hütten verbringen.DSC06091aP1090232a Leider war in den letzten Tagen das Wetter nicht sehr vielversprechend, weshalb wir den Tritt auf Samstag verlegt haben und die Zeit bis dahin ein bisschen die Gegend erkundet haben. Zum Beispiel haben wir einen Tagesausflug in den Abel Tasman Nationalpark gemacht (wir sind praktisch vom Start aus los gelaufen und dann nach ein paar Stunden umgedreht), oder wir sind mit dem Auto auf den Takaka Hill gefahren, von dem man eine super Aussicht hatte. Heute morgen (Samstag) sind wir dann zum Kayakverleih gefahren um unser Abenteuer anzufangen. Leider wurde uns dort gesagt, dass die Wettervorhersage einen zu starken Wind für heute vorhergesagt hat, und wir daher ohne Führung nicht los dürfen. Wir haben uns daher dazu entschieden, eine weitere Nacht (unsere dritte) hier in Marahau auf einem sehr schönen Campingplatz zu verbringen und morgen unser Glück wieder zu versuchen. Hoffentlich können wir dann unseren zweiten Great Walk starten… Aber davon berichte ich nach unserem Abenteuer!P1090299_stitcha

HelpX: Nutty Acre Farm

Die letzten 10 Tage habe ich auf der Nutty Acre Farm (ca. 50km westlich von Nelson) verbracht. Die Nutty Acre Farm ist ein – meiner Meinung nach – 22 Heckter großer „Bilderbuch“ – Bauernhof. Heather, David und der 13 jähriger Sohn Hamish versuchen sich möglichst weitgehend mit dem Bauernhof selbst zu versorgen. Es ist also kein kommerzieller Großbetrieb, sondern echt ein privater Eigenbetrieb. P1080836aP1090002aDie Familie hält hier sehr viele unterschiedliche Tiere: Schweine (mit einigen Ferkeln, die sie verkaufen), Milchkühe, unzählige freilaufende Hühner und Küken, Schafe, Truthähne, Pferde und Enten; P1080920a P1080832a P1080827a P1090010aund pflegt diverse Bäumen und Pflanzen (Äpfel, Birnen, Pflaumen, Nüsse, Weintrauben, Gemüsegarten, …). Außerdem haben sie (zum Spaß ?) noch einige Haustiere wie zum Beispiel einen Hund, ein Possum, mehrere Vögel, Eidechsen, Hasen, Schildkröten und Tauben. 20160725_084449a P1080843a„Mein Zimmer“ ist nicht direkt im Haus, sondern in einem (Gartenhaus ähnlichen) gemütlichen Nebengebäude, wenige Meter neben dem Haus. P1080878_stitcha P1080885aAllerdings ist dies nur das Schlafzimmer. Ich nutze das Badezimmer im eigentlichen Haus und verbringe die Abende zusammen mit der Familie im Wohnzimmer.P1090001a

Hier ist mit all den Tieren und dem großem Gelände immer sehr viel los und es gibt das ganze Jahr über viel Arbeit. Die wichtigste Aufgabe ist natürlich, alle Tiere täglich zu versorgen, und alles am Laufen zu halten. Heather macht hier auf dem Hof die allermeiste Arbeit alleine. David arbeitet in der Stadt und kann nur am Wochenende helfen, und Hamish hilft nur einige Stunden am Tag mit. Daher versucht Heather regelmäßig Hilfe über HelpX zu bekommen, was auch mir die Möglichkeit gegeben hat, hier einige Tage zu bleiben.P1080922_stitcha

Meine Aufgaben waren sehr unterschiedlich und abwechslungsreich. Die meiste Zeit habe ich draußen arbeiten können, da das Wetter zum Glück, mit Ausnahme von zwei regnerischen Tagen, sehr gut war: Morgens oft noch sehr kalt (in der Nacht hat es einige Male gefroren), dann aber tagsüber so warm, dass man sich (meistens) ohne Jacke draußen aufhalten konnte. Ich habe oft beim Füttern der Tiere geholfen, und das dafür vorgesehene Brot in Eimern und Säcke abgefüllt. 20160726_102424aJeden zweiten Tag bekommt die Familie mehrere riesen Säcke voller (gerade erst abgelaufenem) Brot, welches die Supermärkte nicht mehr verkaufen können und deshalb an die Tiere verfüttert wird. Das Brot musste ich dann aus den Plastikverpackungen nehmen und in Eimer und handliche Säcke füllen. Das Brot wurde dann zusammen mit altem Gemüse an die Schweine und an die anderen Tiere verfüttert.20160719_104854a P1090016a Außerdem habe ich dabei geholfen Unkraut aus dem Garten zu entfernen, Büsche und Bäume zurück zu schneiden und abgeschnittene Äste mit dem Häcksler zu zerkleinern. Eine richtig lästige Aufgabe war es, Brombeeren inklusive Wurzel – eine wahre Plage hier – auszureißen. Weitere Aufgaben waren Feuerholz hacken, Laub zusammenkehren, beim Bau eines neuen Zaunes helfen, sowie Wände putzen und hunderte Einmachgläser spülen (hat einen ganzen Vormittag gedauert).P1090023a 20160727_100519a

Heather produziert sehr viele Produkte selber (daher auch so viele verdammte Einmachgläser): In der Zeit in der ich hier zu Besuch war hat sie (mit vom Supermarkt aussortierten Tomaten) mehrere große Töpfe voll Nudelsoße hergestellt, sowie unterschiedliche Marmeladensorten. Jetzt hier im Winter kann sie natürlich nicht so viel herstellen, aber ansonsten stellt sie noch unzählige weitere Produkte, wie Käse, Soßen, Marmeladen in unzähligen Geschmacksrichtungen und Säfte her.20160724_125428a20160724_131502a20160724_191057a P1080996aAußerdem schlachten Heather und David mehrmals im Jahr ein eigenes Tier. Hier wird nur Fleisch gegessen, was sie selbst produzier haben. Von wirklich glücklichen Tieren, ohne Medikamente und anderer Chemie! Die meisten Dinge dienen dem eigenen Verzehr. Es gibt aber auch einen kleinen Hofladen, in dem die Produkte verkauft werden. Das Essen, was Heather gekocht hat war sehr lecker und abwechslungsreich. Ich werde es sehr vermissen, wenn wir wieder unsere Kochkünste auf den Campingplätzen des Landes nutzen müssen…

Man merkt nicht nur draußen, dass man auf dem Land ist, sondern auch drinnen: Heizungen gib es keine, sondern im Wohnzimmer steht nur ein Feuerofen, der einen Abends wärmt. In der Küche gibt es auch keinen Elektroherd, sondern es wird nur mit Gas gekocht und der Ofen funktioniert ebenfalls nur mit Feuerholz! Auch das Warmwasser wird mit dem in der Küche stehenden Ofen erwärmt. Daher ist das Warmwasser relativ knapp, aber auch mit dem kalten Wasser muss man sparsam umgehen, da die Familie nur eine begrenzte Menge an Wasser täglich zur Verfügung hat.P1090013a P1080951a P1090025a

Heute Mittag werde ich mich wieder mit Daniel treffen, und mit ihm wieder von Campingplatz zu Campingplatz ziehen. Christina wird dann in wenigen Tagen zu uns stoßen und wir werden Richtung Abel Tasman Nationalpark fahren. Dort werden wir dann höchst wahrscheinlich den Great Walk machen und danach die Südinsel weiter erkunden. Es gibt noch viel zu sehen!P1080802a

Ich fand es aber sehr schön, die letzten 10 Tage mal alleine unterwegs zu sein und bei einer Familie zu wohnen. So hatte ich viel mehr Kontakt zur Familie und ich war auch mal zur Abwechslung gezwungen, die ganze Zeit mich auf Englisch zu unterhalten. Außerdem hat mir der Bauernhof echt gut gefallen und ich finde es schade, dass ich nicht länger bleiben konnte. Ich hoffe, dass ich auch weiterhin so gute HelpX Familien finde wie die, bei denen ich bisher war!

Arbeiten in Blenheim

In den letzten drei Wochen habe ich mit Christina zusammen auf einem Weinberg hier in Blenheim gearbeitet. Die Arbeit ist ziemlich monoton und langweilig, aber man verdient – wenigstens ein bisschen – Geld. Das Problem an der Sache ist, dass man pro Pflanze bezahlt wird. Wir sind aber leider ziemlich langsam und können dadurch nicht so viel Geld verdienen.P1080723a Die Arbeit geht ziemlich auf die Hände: Wie ich im letzten Beitrag schon geschrieben hatte, hatte ich nach wenigen Tagen schon mehrere Blasen an den Händen. Dazu sind in den letzten Wochen noch mehrere Schürfwunden und Schnittverletzungen (ja, ich habe es zwei mal geschafft mir in die Finger zu schneiden) hinzu gekommen, aber insgesamt ist es nicht so schlimm geworden, wie ich nach den ersten paar Tagen gedacht hatte. IMG-20160630-WA0013 IMG-20160630-WA0017

Unsere Aufgabe auf dem Weinberg war es, die bereits abgeerntete Pflanzen zurecht zu stutzen, zwei (beim ersten Weingut vier) Äste auszusuchen, diese von kleinen Ästen zu befreien, und dann um den Draht zu wickeln und fest zu binden. Pro Pflanze haben wir dann 23 Cent verdient. Also um einen einigermaßen guten Lohn zu bekommen, sollte man pro Minute schon eine Pflanze schaffen. Ganz schön anstrengend, wenn man immer die gleichen Handgriffe mehr als 8 Stunden am Tag macht, und dabei immer versucht möglichst schnell zu arbeiten. Bei gutem Wetter ging die Arbeit 6 Tage die Woche, nur am Sonntag konnte man sich erholen und seine Hände schonen. Man hat sich auch immer gefreut, wenn man morgens vom Regen aufgeweckt wurde, weil man dann wusste, dass man an dem Tag entweder später anfangen musste (durfte !!), oder vielleicht sogar frei hatte.

Daniel hatte keine Lust auf diese Arbeit und ist in der ersten Woche mit dem Auto alleine weitergereist. Er hat ca. 1200 km mit dem Auto zurückgelegt und hat schon einen Teil der Südinsel gesehen, den wir – noch – nicht gesehen haben. Nach 7 Tagen war er aber wieder zurück bei uns, und hat die Zeit in der wir arbeiten waren hier in Blenheim und näherer Umgebung verbracht. Mit ihm haben wir Sonntags und an freien (regnerischen) Tagen Ausflüge gemacht.

P1080712_stitchaUnsere Ausflüge gingen zum Beispiel zu den Marlborough Sounds. Das Wetter war zwar nicht besonders gut (wir hatten deshalb ja überhaupt erst frei), aber wir haben eine Wanderung an der Küste entlang gemacht, bei der man trotz wolkenverhangenem Himmel schöne Panoramablicke über die Marlborough Sounds hatte. Durch die Sounds fährt auch die Fähre, die zwischen der Süd- und Nordinsel pendelt, und mit der auch wir auf die Südinsel gekommen sind. Bei unserer Fährfahrt war es aber leider schon komplett dunkel, weshalb wir nichts sehen konnten, und erst jetzt das erste mal den Ausblick auf diese Landschaft genießen konnten. P1080706_stitcha P1080693a P1080654a

Ein anderer Ausflug ging zur Whites Bay, vielleicht 20 km nördlich von Blenheim. Hier kann man Wanderungen machen, die zwischen 1 und 9 Stunden dauern, am Strand surfen, oder einfach auf einen Felsen klettern und die Zeit genießen.
Hier hat mich auch der Ehrgeiz gepackt, eine 7 – 9 stündige Wanderung auf den Gipfel vom Mount Robertson (1036m) zu machen. P1080619_stitcha P1080584aP1080633b Letzte Woche Sonntag (10.7.) habe ich dann alleine die anspruchsvolle Wanderung gemacht. Daniel und Christina hatten keine Lust / ihnen war es zu anstrengend die Wanderung zu machen. Da die Strecke laut Informationstafel 7-9 Stunden dauert, musste ich mich früh auf den Weg machen, um auf jeden Fall noch bei Tageslicht wieder zurück am Auto zu sein. Der Weg begann bei der Whites Bay (also ungefähr auf Meereshöhe) und ging auf den Gipfel vom Mount Robertson (1036m). Also insgesamt mehr als 2000 Höhenmeter (erst 1000m hoch, dann 1000m runter) innerhalb eines Tages. Als ich an der Whites Bay angekommen bin, hat es leider schon geregnet und es war sehr wolkig. Ich wusste also, dass ich leider keine schöne Aussicht haben würde. Trotzdem habe ich mich dazu entschieden die Wanderung zu machen, weil ich 1. schon an einem Sonntag extra dafür so früh aufgestanden bin und 2. dann an dem Tag wenigstens ein bisschen Sport gemacht habe. Der Weg war ziemlich steil und (wegen dem Regen) rutschig. Ich habe aber versucht einigermaßen zügig (sportlich) voran zu kommen und habe es dann auch geschafft, den gesamten Weg zum Gipfel und zurück, inklusive mehrerer kurzen Trink- und Esspausen, in nur knapp 5 Stunden zu bewältigt. Für mich trotz Regen ein sehr erfolgreicher Tag!20160710_115342 20160710_113305 2016-07-10_09-07_Sun

Ansonsten haben wir, während Daniel noch unterwegs war, zu zweit noch ein paar kleinere Ausflüge gemacht, zum Beispiel durch eine Art Lagunenlandschaft zu einem – nicht so spektakulären – Schiffswrack. Der Weg war teilweise so überflutet, dass Christina mit Gummistiefel gelaufen ist, und ich (da ich keine habe) Barfuß den kleinen Krebsen ausweichen musste.P1080565a P1080560_stitcha

Da ich mich nach drei anstrengenden Wochen nicht weiter motivieren kann, auf den Weingütern zu arbeiten, habe ich mich dazu entschieden, eine Woche lang ein bisschen alleine zu reisen, und mir eine HelpX Familie zu suchen. Ich wollte auf jeden Fall wenigstens für eine kurze Zeit auch mal alleine unterwegs sein. Ich denke, so erlebt man Neuseeland noch mal ein bisschen anders, und es ist vielleicht auch mal eine gute Abwechslung, nachdem ich 3 Monaten ununterbrochen mit den anderen zusammen gewesen bin, auf sich alleine gestellt zu sein. Und jetzt ist eine super Gelegenheit, dies zu tun: Christina wird noch für ungefähr eine (vielleicht zwei) Woche(n) weiter arbeiten. Daniel bleibt mit Christina in Blenheim.
In ca. einer Woche werden wir uns dann wieder treffen, um dann zusammen weiter durch Neuseeland zu reisen. Unser Plan ist es als nächstes Richtung Abel Tasman Great Walk zu fahren, und dort dann die 4 tägige Wanderung durch den Nationalpark auch zu machen.

Heute (Montag) werde ich zu meiner HelpX Familie westlich von Nelson fahren und dann dort die ganze Woche verbringen. Ich bin sehr gespannt, was mich dort erwartet und was für Arbeiten ich machen muss! Aber das werde ich im nächsten Blogeintrag berichten!

Bis bald!

Blenheim

Die letzte Woche haben wir auf einem Campingplatz in Seddon, einem kleinen Ort (mit 500 Einwohner) 25 km südlich von Blenheim (30.500 Einwohner), verbracht. Ursprünglich wollten wir nur eine Nacht auf dem Campingplatz bleiben, aber da er uns so gut gefallen hat, haben wir uns spontan dazu entschieden länger zu bleiben. Die meisten Gäste bleiben mehrere Wochen dort, da sie auf den Weingütern der Region arbeiten. So haben wir auch einen Vorarbeiter getroffen, der Christina und mir einen Job hier in der Gegend besorgt hat, der vor zwei Tagen, am Dienstag, angefangen hat. Daniel möchte keinen Saisonarbeit machen, und wird in der Zeit, in der wir hier in Blenheim sind und arbeiten, auf eigene Faust die Umgebung hier im Norden der Südinsel erkunden.P1080479a P1080482a

Da wir während der Woche nicht so viel zu tun hatten, hat uns die Besitzerin des Campingplatzes angeboten kostenlos auf dem Campingplatz bleiben zu können, wenn wir dafür im angrenzenden Haus beim Abtapezieren helfen. Wir waren ganz froh über das Angebot, da wir so Vormittags etwas sinnvolles machen konnten, und dabei die 75 NZD, die jeder von uns für die Woche auf dem Campingplatz hätte zahlen müssen, sparen konnten.P1080518a

Die Woche haben wir viel mit Lesen verbracht. Der Campingplatz hat einen sehr gemütlichen Aufenthaltsraum, der sich mit mehreren Sofas, einem riesigen Fernseher und einem Kamin wie ein richtiges Wohnzimmer angefühlt hat. Hier haben wir die Abende verbracht, und auch alle anderen „Bewohner“ des Campingplatzes getroffen. Die angrenzende Küche war super ausgestattet und insgesamt war alles sehr sauber und sehr gepflegt. Die Atmosphäre war sehr gut! Am Samstag haben die zwei Japanerinnen, die hier zur Zeit wohnen, für alle auf dem Campingplatz gekocht. Es gab unter anderem eine typisch japanische Suppe, japanische Pizza und Sushi. Alles sehr ungewohnt für mich, aber es hat doch überraschend gut geschmeckt!P1080459a P1080458_stitcha
Tagsüber haben wir einige Ausflüge nach Blenheim und in die Umgebung gemacht. Wir haben zum Beispiel eine Wanderung auf den Mount Vernon gemacht, von wo man einen schönen Blick über Blenheim und die angrenzenden Bergketten hat. Am Freitag sind wir am Cape Campbell den Strand entlang zum Leuchtturm gelaufen. Die dreistündige Wanderung war nur zu bestimmten Zeiten des Tages möglich, da der Weg bei Flut vom Meer versperrt wird und dadurch unpassierbar ist.P1080542_stitcha P1080526_stitcha

Am Montag haben Christina und ich uns mit unserem Arbeitgeber getroffen, die Verträge bekommen, und ein paar organisatorische Sachen besprochen. Dienstag haben wir dann (zum Glück hat es klappt) mit der Arbeit auf einem der Weingüter hier in der Umgebung anfangen. Die Arbeit ist sehr monoton und man hat nicht gerade das Gefühl, dass man voran kommt, aber alle sagen, dass man nach ein paar Tagen schneller wird, und es dann nicht mehr so frustrierend ist. Es ist zwar nicht besonders anstrengend, aber man muss sich die ganze Zeit konzentrieren, um die nötigen Handgriffe so schnell es geht zu machen. Man wird nämlich pro Pflanze bezahlt, also je schneller man arbeitet, desto mehr Geld verdient man. Unsere Aufgabe ist es, die bereits abgeernteten Pflanzen zu stutzen, und vier Äste an einen Draht zu binden. Heute nach dem zweiten Tag habe ich schon 3 Blasen an der rechten Hand und ich frage mich, wie ich damit die nächsten Tage überleben soll. Wir haben vor, ein paar Wochen hier in Blenheim zu verbringen, um in der Zeit (wenn das Wetter mitspielt) möglichst viel zu Arbeiten. Der Nachteil an dieser Saisonarbeit ist es nämlich, dass dafür das Wetter einigermaßen gut sein muss, und es nicht regnen darf. Ansonsten kann man nicht arbeiten und somit kein Geld verdienen. Wir hoffen einfach mal, dass es klappt, und wir dann mit gefüllter Reisekasse zu unserem nächsten Ziel, dem Abel Tasman Great Walk, weiterreisen können…P1080488_stitcha

Wellington

Letzte Woche Donnerstag (16. Juni) sind wir von Te Parae aufgebrochen, um erst ein paar Tage in Wellington zu bleiben, und dann mit der Fähre weiter auf die Südinsel über zu setzen.
Auf dem Weg nach Wellington, mussten wir mit dem Auto durch eine sehr bergige Region fahren. Ich habe eine Pause genutzt, um einen sehr steilen Berg hoch zu laufen. Der Aufstieg hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn von dort hatte ich eine super Aussicht über das Gebirge, das Flachland und einen See. P1080141_stitchaChristina und Daniel hatten keine Lust sich an diesem Berg abzumühen, und sind lieber am Auto geblieben. Da man hier in Neuseeland die meisten Zeit durch sehr  ländliches Gebiet fährt, kommt es ab und zu mal vor, dass man anhalten muss, weil die Kühe zu einer anderen Weide getrieben werden, und dafür die Straße überqueren müssen.P1080136a

In Wellington angekommen, sind wir erst einmal einkaufen gefahren, um unsere Vorräte etwas aufzufüllen bzw. um uns etwas für das Mittagessen zu kaufen. Damit sind wir dann auf den Mount Victoria gefahren, um bei schöner Aussicht über die Hauptstadt von Neuseeland unser Baguette zu essen. P1080232_stitchaP1080239aDort haben wir uns auch dazu entschieden, uns für die Tage in Wellington ein Hostel zu suchen, da es in der Nähe keine Campingplätze gibt. Wir sind dann auch sofort zum YHA Hostel gefahren (vergleichbar mit einer Jugendherberge in Deutschland) und hatten Glück, eine der wenigen freien Zimmer zu bekommen! An dem Wochenende war nämlich ein Heimspiel der All Blacks (Rugby Nationalmannschaft von Neuseeland) und die Stadt war wohl wegen diesem Spiel sehr gut gebucht. Das ist der Nachteil, wenn man so spontan lebt wie wir zur Zeit: Man kann dann nicht im voraus ein Hostel buchen, und wenn man dann Pech hat, kann es passieren, dass man kein Zimmer mehr bekommt.

Das Hostel war sehr zentral gelegen und wir konnten von dort aus die Stadt sehr gut zu Fuß erkunden:
Wir wohnten nur wenige Minuten vom Hafen entfernt, und beim ersten Spaziergang hier in Wellington sind wir die Hafenpromenade entlang gelaufen. In der Zeit in Wellington hatten wir sehr schönes Wetter und wir konnten sehr viele motivierte Bewohner der Stadt sehen, die am Hafen entlang gejoggt sind.P1080193a P1080182_stitcha
Generell finde ich die Stadt sehr schön: Das Zentrum von Wellington liegt direkt am Meer zwischen mehreren Hügeln (unter anderen Mt Victoria), und man kann sehen, wie sich die Stadt zwischen und teilweise auf den Hügeln ausgebreitet hat.
Gleich am Hafen liegt das Nationalmuseum von Neuseeland „Te Papa“. Dort sind wir am nächsten Tag rein gegangen, da es von sehr vielen Einheimischen empfohlen wird, und dazu auch noch komplett kostenlos ist. Wir waren mehr als 4 Stunden im Te Papa, in dem viele einheimische Pflanzen- und Tierarten ausgestellt sind, allgemein die Entstehung von Neuseeland durch vulkanische Aktivität erklärt wird (inklusive Erdbebensimulator) und die Ureinwohner mit Herkunft, Traditionen und Kultur beschrieben werden. P1080319aGenerell umfasst das Museum gefühlt alles, was mit Neuseeland zu tun hat und reicht bis in die Neuzeit mit den europäischen Siedlern, der Abholzung der Wälder, Kunst und Malerei, und der Beziehung zum Vereinigten Königreich (die Queen ist bis heute Staatsoberhaupt von Neuseeland). P1080293aAllerdings ist das Museum sehr kindgerecht aufgebaut, sodass einige Dinge für unsere Altersgruppe etwas langweilig waren. Trotzdem kann ich den Ausflug in das Te Papa auf jeden Fall weiterempfehlen!

Am Nachmittag sind wir dann noch zu einem Hügel auf der anderen Seite der Stadt gelaufen. Dort gibt es eine Zahnradbahn, mit der man zur Spitze fahren kann, die aber leider wegen Wartungsarbeiten geschlossen war (jetzt im Winter ist ja sowieso nicht so viel los). Wir haben uns trotzdem dazu entschieden, zu Fuß die wenigen (steilen) Kilometer auf den Hügel zu laufen, um von dort die Stadt „von der anderen Seite aus“ sehen zu können. Wir haben unseren Rundgang dann am neuseeländischen Parlament vorbei zurück zum Hostel gemacht.P1080336a P1080340a P1080283ajpg

Am Samstag Morgen gab es auf dem Mount Victoria von dem örtlichen Observatorium ein Event: Zwischen 5 und 7 Uhr morgens konnte man mit mobilen Teleskopen einen für die Ureinwohner wichtigen Stern beobachten. Wir haben uns daher den Wecker gestellt und sind früh morgens auf den Berg gelaufen. Es war sehr voll und der Himmel war leider viel zu bewölkt, sodass wir nichts sehen konnten. Trotzdem hatten wir einen sehr schönen Blick über die Lichter der Stadt, sodass es sich wenigstens doch noch ein bisschen gelohnt hatte, so früh aufzustehen.P1080365_stitcha P1080261_stitcha

Den Vormittag haben wir dann den „Weta Workshop“ besucht. Dies ist weltweit eines der größten Unternehmen für Spezialeffekte, Requisiten und Modelle, und hat zum Beispiel (um nur eine kleine Auswahl aufzuzählen) bei den Filmen Herr der Ringe, Der Hobbit, Warcraft, Eragon und Chroniken von Narnia maßgeblich mitgewirkt.
Wir waren im Shop von dem Unternehmen und haben ein 30 minütiges Video gesehen, in dem die Gründungsgeschichte erzählt und ein paar interessante Arbeitsweisen erklärt wurden. Für die Tour, die man hier auch machen kann, hatten wir leider nicht mehr genügend Zeit.P1080376a 46c4ba4f-df1b-4021-bc56-beef09f4f33d
Am Mittag sind wir nämlich Richtung Fähre aufgebrochen, die wir am Vorabend gebucht hatten. Die Fähre ist die einzige Möglichkeit mit dem Auto auf die Südinsel zu fahren! Und das ist gar nicht mal so billig: Für zwei Personen in einem Auto zahlt man um die 230 NZD. Aber da man in Neuseeland ein Auto braucht, um die schönen, einsamen Orte sehen zu können, und wir die meiste Zeit im Auto schlafen, wollten wir natürlich unser Auto auf jeden Fall mit auf die Südinsel nehmen.P1080387a

Die Fahrt mit der Fähre dauert ein bisschen mehr als 3 Stunden. Die Fahrt war sehr schön: Erst sind wir aus der großen Bucht gefahren, in der Wellington liegt, und dann weiter über das offene (und sehr windige) Meer Richtung Picton. Kurz vor dem Zielhafen fährt man dann durch die Queen Charlotte Sound, einem Gebiet mit sehr vielen Inseln und Buchten. Leider war es schon dunkel, als wir durch dieses Gebiet gefahren sind, da die Fähre fast 2 Stunden Verspätung hatte. Dafür hatten wir einen schönen Sonnenuntergang, den wir vom Schiff aus beobachten konnten. Auf dem Rückweg zur Nordinsel müssen wir Queen Charlotte Sound auf jeden Fall bei Tageslicht durchfahren! Wir konnten nur erahnen, wie schön dieses Gebiet ist..P1080416a

Hier auf der Südinsel haben wir uns für die ersten beiden Nächte einen kostenlosen Campingplatz gesucht, auf dem wir schlafen konnten. Tagsüber haben wir ein paar kleinere Ausflüge gemacht und sind in die Bibliothek gefahren, um nach Jobs zu suchen. Ich hoffe, dass wir möglichst bald einen Job finden werden, um unsere Reisekasse etwas aufzubessern.
Unser nächstes Ziel, nachdem wir gearbeitet haben, ist dann der Abel Tasman National Park im Nordwesten der Südinsel. Dort gibt es einen weiteren Great Walk, den wir dann wahrscheinlich auch machen wollen, wenn das Wetter mitspielt.

 

HelpX: Te Parae

P1070919_stitchaChristina, Daniel und ich sind seit genau einer Woche auf einem Pferdehof, ca. 20 km östlich von Masterton: Te Parae. Te Parae ist mittlerweile in der vierten Generation (sehr lange für neuseeländische Verhältnisse) im Familienbesitz und war vor einigen Jahrzehnten eine sehr erfolgreiche Pferdezucht für Rennpferde. Das riesige Haus liegt direkt an einem See, auf dem wir ein bisschen mit den Booten fahren konnte. Angela und Simon, unsere Gastgeber, veranstalten hier auf diesem echt wunderschönen Gelände im Sommer Hochzeiten und andere festliche Anlässe.P1070898a P1070918a P1070942a
Wir haben Angela, Simon und die vier Hunde, die das Haus in Besitz nehmen, auch wieder über HelpX kennengelernt. Also wir bekommen kostenlose Unterkunft und sehr leckeres Essen dafür, dass wir ihnen ungefähr 4 Stunden am Tag auf dem Hof helfen. 347c1a76-e851-49b8-b670-3a11a21ed951 P1070955aEs ist hier eine der besten Unterkünfte in Neuseeland die wir bis jetzt hatte: Ich hab ein eigenes Zimmer mit warmen Bett, und das Badezimmer ist mit Dusche und Badewanne bestens ausgestattet. Außerdem haben wir eine super Internetverbindung, eine Waschmaschine und einen Fernseher zur Verfügung. Ganz anders als bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auf einem dunkel Campingplatz zu sitzen, und mit Schlafsack im Auto zu schlafen. Und auch das Essen ist immer sehr lecker und abwechslungsreich, und wir merken, dass sich Angela und Simon sehr bemühen, dass wir uns wohl fühlen!
Wir arbeiten die meiste Zeit über im Garten, wo wir z.B. Unkraut jäten, Blätter zusammenkehren oder Kompost verteilen. Aber manchmal fallen auch andere Arbeiten hier um den Hof herum an: Wir haben zum Beispiel geholfen einen alten Zaun zu entfernen, Holz einzusammeln oder die Hühner zu füttern. Die Holzpfosten zu entfernen ging nur mit Hilfe eines Traktors, da sie schon seit Jahren tief und fest im Boden steckten, und sich ansonsten keinen Millimeter bewegten.

Hier in der Gegend gab es nicht all zu viele touristische Aktivitäten, aber wir haben einen Ausflug zum Pukaha Mount Bruce Wildlife Centre gemacht, wo wir zwei Kiwis, dem Nationalsymbol von Neuseeland, beobachten konnten. Außerdem gab es in dem Wildlife Centre viele weitere, seltene und hier in Neuseeland einheimische Vogelarten zu sehen, und wir konnten eine zweistündige Wanderung durch den geschützten Wald machen, der uns zu einem Aussichtspunkt mit Blick über das ganze Tal geführt hat.P1070846a DSC05362a P1070871a DSC05381
Ein weiteres Highlight hier in Masterton war der Ausflug zu Castlepoint, einem sehr felsigen und stürmischen Küstenabschnitt. P1070969a c5f4c766-2fcd-4479-961a-cc53c0542a0cDort gibt es einen Leuchtturm zwischen den Felsen, um den man herumlaufen kann, und wenn man eine kleine sehr lohnenswerte Wanderung machen möchte, kann man auf den ca. 2km weiter südlich befindlichen „Castlerock“ steigen, von dem man eine echt unglaubliche Aussicht auf die Umgebung hat. 09a24c1a-3cd5-4c81-a679-62a355ac4b00 7ea5002a-51b5-444a-acbd-f2adadfee592 P1080080_stitchaDa wir an einem Dienstag zum Castlepoint gefahren sind, hatten wir sehr viel Glück und wir waren fast die einzigen dort! Der Blick vom menschenleeren Castlerock war, zusammen mit dem Panorama vom Great Walk am Lake Waikaremoana und der Aussicht beim Cape Reinga, bisher einer der schönsten Momente hier in Neuseeland! Auch das meiste andere, was wir in Neuseeland gemacht haben, hat viel Spaß gemacht und war ein Erlebnis, aber diese Momente stechen einfach heraus, wenn man sich zurückerinnert, was man in den vergangenen 2 Monaten so erlebt hat, und wo man schon alles gewesen ist.P1080005_stitcha

Morgen (Donnerstag) werden wir weiter nach Wellington fahren, dort ein paar Tage bleiben, und dann mit der Fähre weiter zur Südinsel fahren. Dort werden wir dann in den kommenden Monaten das Land weiter erkunden! Mal sehen, ob wir weiterhin die meiste Zeit in den Autos schlafen können, oder ob es jetzt im Winter dafür Nachts zu kalt wird. Auf jedenfall freue ich mich darauf, was uns noch erwartet!

HelpX: Hastings (Ken)

In den letzten gut 2 Wochen seit meinem letzten Eintrag (krass, dass es schon so lange her ist!) ist sehr viel passiert!
Von Wairoa, wo wir uns von unserem Great Walk ausgeruht haben, sind wir weiter Richtung Süden, nach Napier gefahren. Napier ist eine sehr schöne 56.000 Einwohner große Stadt direkt am Meer. Dort waren wir 2 Nächte auf einem kostenlosen „Campingplatz“ (eigentlich ist es nur ein Parkplatz mit Toilette). Wir konnten wenige Meter vom Meer entfernt in unseren Autos schlafen, und wurden am nächsten Morgen von einem traumhaften Sonnenaufgang über dem Meer geweckt. Wirklich wunderschön! Zu Fuß haben wir die Stadt erkundet, kleinere Ausflüge in die Umgebung gemacht, und HelpX Familien angeschrieben, um eine Unterkunft hier im Osten der Nordinsel zu finden.P1070649a

Nachdem wir mehrere Familien in HelpX erfolglos angeschrieben hatten, haben wir am zweiten Tag zum Glück eine positive Rückmeldung bekommen. Wir konnten am nächsten Tag (Donnerstag) zu Ken auf seine mehr als 200 Hektar große Schafs- und Rinderfarm fahren, um dort 4-5 Stunden täglich für Unterkunft und Verpflegung zu arbeiten. P1070827aAm nächsten Tag sind wir daher zur nächsten Stadt Hastings (fast 62.000 Einwohner) gefahren, da die Farm ca. 20 Autominuten östlich von Hastings liegt. Unsere neue Bleibe war so weit abgelegen, dass wir so gut wie keinen Telefonempfang, und damit auch kaum Internet hatten. Um das Internet nutzen zu können, mussten wir daher in die Stadt fahren, wo es freies WLAN gab. Bei Ken haben wir in einer kleinen Holzhütte, vielleicht 100 Meter von seinem Haus entfernt geschlafen. Dort haben wir uns auch in der eingebauten Kochecke selbst Frühstück gemacht. Das Mittagessen und Abendessen haben wir in Kens Haus gegessen. Abends hat Ken immer gekocht und es gab immer sehr leckeres Essen! P1070833aLeider (?) hatten wir während unseres Aufenthaltes nichts mit den Schafen oder Rindern zu tun, da es im Herbst nicht so viel mit den Tieren zu tun gab. Trotzdem war die Arbeit sehr abwechslungsreich und hat meistens auch Spaß gemacht: Wir haben den Gemüsegarten umgegraben, von Unkraut befreit und Pflanzen neu gesät. Dann haben wir noch die Rasenflächen um den Hof herum gemäht, die Schuppen und Autos gesäubert, das Laub auf dem Boden zusammen gekehrt, und die Pflanzenabfälle und Blätter mit einem Quad Bike zu der Feuerstelle gefahren. Das Quadfahren war eigentlich das Beste an der Arbeit und hat uns sehr viel Spaß gemacht! Wir haben uns immer gefreut, wenn wir damit fahren durften. P1070758a P1070768aP1070747aP1070770aEine weitere Arbeit war auf der Baustelle: Zur Zeit baut Ken, mit einem angestellten Builder zusammen, ein neues Holzhaus auf einem Hügel. Dort haben wir ein paar Tage helfen können. Wir mussten mehrere 80 cm tiefe Löcher für das Fundament der neuen Veranda graben. Das hört sich jetzt nicht nach besonders viel an, aber wenn man nach ca. 30 cm auf einen sehr steinigen und lehmigen Boden stößt, ist die Arbeit nicht nur sehr anstrengend, sondern auch frustrierend. Dafür durften wir in den nächsten Tagen dann den benötigten Beton anrühren, um damit die Pfosten in den von uns gegrabenen Löchern fest zu betonieren. Außerdem konnten wir viel Holzbalken mit unzähligen Nägel befestigen und andere kleinere Arbeiten auf der Baustelle machen. So auf einer Baustelle mitzuhelfen, und zu sehen, wie die Veranda immer weiter Gestalt annimmt, war schon sehr interessant und hat mir auch großen Spaß gemacht! P1070777aTagsüber haben wir hier immer die Gegend erkundet, haben Spaziergänge gemacht und einen Bauernmarkt besucht. Insgesamt war es eine relativ ruhige Woche, da es hier in der Gegend nicht so viele touristische Aktivitäten gibt. Aber uns hat es hier trotzdem so gut gefallen, dass wir sogar etwas länger als eine Woche geblieben sind!P1070809ba

Insgesamt sind wir 10 Nächte auf Kens Farm geblieben. Danach sind wir (am Sonntag Morgen) – wieder ohne wirklichen Plan – weiter Richtung Süden gefahren, nach Palmerston North. Wir haben uns Palmerston North etwas angeschaut und dort unsere Lebensmittelvorräte aufgefüllt. Leider hatten die meisten Geschäfte wegen dem verlängerten Wochenende (Queens Birthday) geschlossen. Da Max ebenfalls in Palmerston North war, und bei einer HelpX Familie gelebt hat, haben wir uns mit ihm in der Stadt getroffen. Die Nacht haben wir dann auf einem Campingplatz 40 Minuten außerhalb der Stadt, in Pahiatua, verbracht. Diese Nacht war für uns die bisher kälteste Nacht in Neuseeland, und es ist schon sehr kalt, bei Temperaturen um oder leicht unter Null Grad im Auto zu schlafen. Aber in unseren Schlafsäcken, und mit zusätzlichen Decken, geht das schon irgendwie. Ist halt die billigste Möglichkeit für uns zu reisen. Wir haben auch wieder ein paar HelpX Familien angeschrieben, um für eine Woche oder so in der Gegend bleiben zu können, um wieder gegen Unterkunft und Verpflegung arbeiten zu können. Danach haben wir geplant weiter auf die Südinsel (in den richtigen Winter) zu reisen. Am Montag Nachmittag haben wir dann zum Glück eine Zusage auf einem Pferdehof bekommen, auf dem wir ab Donnerstag bleiben können. Die drei Nächte bis Donnerstag haben wir auf einem sehr schönen Campingplatz in Eketahuna verbracht. Der Campingplatz gehört einem älteren Ehepaar, die mehrmals am Tag nach dem Rechten schauen, die Einrichtung sauber halten, und das Geld für die Übernachtungen einsammeln. Für gerade einmal 7 NZD (ca. 4,40€) pro Nacht und Person hatten wir eine sehr saubere Küche, Toilette und Dusche. Ein super günstiger Campinplatz mit sehr sehr netten Besitzern. Jeden der drei Abende konnten wir mit selbst gesammelten Holz ein gemütliches Lagerfeuer machen, an dem man sich wenigstens Abends vor dem Schlafen gehen wärmen konnte. fireNachts war es nämlich wieder sehr kalt, und das warme Feuer war da sehr willkommen. Tagsüber sind wir in die nächst größere Stadt (Masterton) zum Einkaufen gefahren und haben ansonsten ein paar sehr entspannte Tage mit Lesen verbracht.

Heute (Donnerstag) sind wir zu unserer neuen Bleibe bei der HelpX Familie (einem Ehepaar) gefahren und sind bisher begeistert! Das riesige, alte Haus liegt neben einem sehr schönen und idyllischen See, ca. 20km östlich von Masterton und wir werden hier wahrscheinlich wieder Gartenarbeit machen. Aber darüber werde ich im nächsten Blogeintrag (hoffentlich) in ein paar Tagen berichten!

Ich freu mich immer von euch zu hören! Bis bald! 🙂

Great Walk: Lake Waikaremoana

Nachdem Christina, Daniel und ich uns am Mittwoch Vormittag relativ spontan dazu entschieden hatten, den Great Walk Lake Waikaremoana zu machen, sind wir Mittags zur nächstgrößeren Stadt Rotorua gefahren, um für unsere Wandertour einkaufen zu gehen.
Insgesamt gibt es neun Great Walks hier in Neuseeland. Ein Great Walk ist eine mehrtägige, besonders schöne Wanderung in einem der Nationalparks. Man muss im voraus die Hütten buchen, in denen man übernachten möchte. Insgesamt gibt es bei diesem Great Walk 5 Hütten und mehrere Campingplätze auf der Strecke, von denen wir uns drei Hütten gebucht hatten. Unser Plan war es also, die 46 km von diesem Great Walk in vier Tagen zu laufen. 46 km ist zwar nicht besonders viel, aber da der Lake Waikaremoana mitten im Gebirge liegt, muss man einige Höhenmeter absolvieren. In den Hütten gibt es immer Hochbetten mit Matratzen, einen Feuerofen, Feuerholz, Komposttoiletten und Spülbecken, die mit Wasser aus den Regentonnen betrieben werden. P1070476a P1070474aDieses (Regen-)Wasser dient auch als Trinkwasser, da man nicht genug Wasser für 4 Wandertage mitschleppen kann und will. Generell kann man das Wasser sofort trinken, aber es wird immer empfohlen, das Wasser vor dem Trinken abzukochen, oder Tabletten zu verwenden, die zur Trinkwasseraufbereitung dienen. Also alles sehr einfach, aber für eine solche Wanderung vollkommen ausreichend.
Alles was man darüber hinaus braucht, muss man mitbringen. Sprich: Wir brauchten für 3 Übernachtungen (4 Wandertage) Abendessen (3kg Nudeln), Frühstück (Haferflocken mit Honig), Snacks für Zwischendurch (Müsliriegel, Äpfel), Gaskocher (incl. Gasflaschen), Schlafsack, Klamotten für Abends (zum Wechseln), etc. Also schon recht viel.
Nachdem wir alles im Supermarkt in Rotorua eingekauft hatten, haben wir noch eine Mail an das Partnerbüro in Auckland geschrieben, dass wir für 4 Tage diese Tour machen. Es wird sehr stark empfohlen, jemandem Bescheid zu sagen, von wann bis wann man solch eine Tour macht! Diese Strecken sind nämlich immer sehr weit weg von der Zivilisation und in den meisten Fällen auch komplett ohne Handynetz. Sollte etwas zwischendurch passieren, muss es jemand geben, der nach einigen Tagen (wenn man schon hätte zurück sein sollte) Alarm schlägt, sodass ein Suchtrupp kommen kann und einen rettet.
Also auch diese Mail erledigt war, sind wir dann mit den beiden Autos (von Christina und von uns) zum See gefahren, um den die Wanderung geht.
Der Weg dorthin war recht abenteuerlich, da der Großteil der Strecke nur aus unbefestigten (Schotter-)Straßen bestand, und wir für die gerade mal knapp 70km durch die Bergkette ungefähr drei Stunden gebraucht haben. Der Weg ging teilweise in Serpentinen durch das (Hoch-)Gebirge, und teilweise waren die Gesteinsbrocken, die wir umfahren mussten, so zahlreich, dass wir aussteigen mussten, um diese von der Straße zu werfen. Oder aber, wir mussten warten bis die Kühe oder Pferde, die sich auf der Straße oder am Straßenrand aufhielten, uns Platz gemacht haben…20160518_161114a

Am Lake Waikaremoana angekommen, sind wir erstmal auf einen sehr einfachen (also nur mit Kompostklo und ohne fließendes Wasser) Campingplatz gefahren, um dort die gekauften Sachen gleichmäßig auf die drei Rucksäcke zu verteilen, und dann dort die Nacht zu verbringen. Am nächsten Morgen haben wir Christinas Auto am Ende der Wanderstrecke abgestellt, und sind die 30km zum Start mit unserem Auto gefahren. Für diese 30km haben wir – wieder auf für unser Auto sehr ungeeigneten Straßen – etwa eine Stunde gebraucht. Am Start war es sehr windig, weshalb wir uns erstmal warm einpacken mussten, bevor wir aufbrechen konnten. Danach haben wir dann endlich die Rucksäcke umgeschnallt und ein Startfoto gemacht.DSC05167a

Aber dann konnte es gegen 10.15 Uhr los gehen!
Der erste Tag [Onepoto zur Panekire Hut, 9km] (Donnerstag) war sofort ein hartes Stück Arbeit. Mit noch komplett vollen Rucksäcken mussten wir ungefähr 600 Höhenmeter bezwingen, um zur ersten Hütte zu gelangen. Da der Weg die meiste Zeit durch den Wald ging, und dadurch sehr windgeschützt war, mussten wir nach sehr kurzer Zeit sofort die erste Pause einlegen, um die Hälfte der Kleidung, die wir am Anfang wegen dem kalten Wind angezogen hatten, wieder einzupacken. Hier auf dem steilen und unebenen Weg über Wurzeln und Steine, war uns plötzlich viel zu warm. P1070576aAber wir wurden, umso höher wir kamen, mit immer schöneren Aussichten über den See und die Umgebung belohnt. Zum Glück hatten wir an diesem Tag gutes Wetter! Es wäre sonst sehr schade gewesen, dieses Panorama nicht sehen zu können.P1070394a P1070424_stitcha Nachdem wir die starke Steigung zum größten Teil überstanden hatten, mussten wir noch einige Kilometer auf dem Bergkamm laufen, auf dem sich für uns ein unglaublicher Blick nach dem anderen eröffnete. Wir haben immer wieder Pausen gemacht, um den Blick zu genießen und Fotos zu machen. DSC05220a P1070431aDSC05215aP1070441aNach vielleicht 4.5 Stunden kam dann noch eine sehr steile Treppe (zur Abwechslung mal eine richtige Holztreppe), die uns nach dem sowieso anstrengenden Weg dann endgültig fertig gemacht hat. Aber dann hatten wir es wenige Minuten später endlich geschafft, und wir sind an unserer ersten Hütte angekommen. P1070467_stitchaDie Hütte war auf einer Bergkuppe, und auch von hier hatten wir eine super Aussicht über den Bergsee. Auf dem Weg zu diesem ersten Übernachtungsplatz hatten wir noch zwei weitere Gruppen getroffen (ok, eigentlich hatten wir sie überholt), die auch zu dieser Hütte gelaufen sind. Nach und nach kamen alle dort an (drei Deutsche in der einen Gruppe, und zwei Neuseeländer und ein Amerikaner in der anderen Gruppe). Nach einigen Fehlversuchen, haben wir es dann auch endlich geschafft, die einzige Wärmequelle in der Hütte, ein Feuer im Ofen, zu entfachen. Zu neunt haben wir uns dann bis zum Abend um die Feuerstelle gesetzt. Zum Glück war es nicht noch voller, ansonsten wäre es sehr eng geworden.IMG-20160523-WA0004a DSC05243a
Am Abend gab es dann, dank des mitgebrachten Gaskochers, für Christina, Daniel und mich 1kg Nudeln mit Ketchup zu essen. Nach dem Essen ging es dann auch recht früh ins Bett (so gegen 8 Uhr vielleicht), besser gesagt, wir haben uns mit unseren Schlafsäcken auf die vorhandenen Matratzen in den Hochbetten gelegt, was gar nicht mal so unbequem war. Insgesamt gab es in dieser ersten Hütte (eine der größeren) 38 Schlafplätze. Aber weil der Mai im Herbst, und damit in der Nebensaison, liegt, war es sehr leer und wir hatten sehr viel Platz für uns.

Am nächsten Morgen [Panekire Hut zur Waiopaoa Hut, 8km] (Freitag) haben wir versucht den Sonnenaufgang über dem See zu sehen, aber leider waren wir mitten in einer Wolke, und wir konnten absolut nichts sehen. Also sind wir wieder zurück in die Hütte gegangen, um uns wieder ans Feuer zu setzen und dann etwas später zu frühstücken. Nachdem wir dann unsere Haferflocken mit Honig, Milchpulver + Wasser und einem Apfel gegessen hatten, und alle Sachen wieder in den Rucksäcken verstaut hatten, ging es für uns gegen 10.30 Uhr weiter zur nächsten Hütte. Dieser Tag hatte etwa gleich viele Höhenmeter wie der erste, diesmal allerdings bergab. Wir sind an sehr beeindruckenden, moosbewachsenen kleinen Bäumen vorbeigekommen, was aussah wie in einem Märchenfilm. P1070407aDSC05254aObwohl dieser Abschnitt eigentlich 4 Stunden dauern sollte, waren wir nach gerade mal 2.5 Stunden an der nächsten Hütte. Dort haben wir dann Feuerholz gehackt und damit den Ofen befeuert. Diese Hüte lag nur wenige Meter neben dem See, und wir konnte die Zeit genießen, indem wir an den Strand gegangen sind, oder mit den anderen Deutschen Karten gespielt haben.P1070494a P1070496a
Am Abend haben wir dann wieder unsere nächste Portion Nudeln gekocht und sind dann wieder gegen 20 Uhr schlafen gegangen. Hier in Neuseeland haben wir (leider) schon Herbst, weshalb es schon gegen 17 / 17.30 Uhr dunkel wird und man dann auch recht früh schlafen gehen möchte. Insbesondere nach so anstrengenden Tagen, wie hier bei dem Great Walk.

Der dritte Wandertag [Waiopaoa Hut zur Marauiti Hut, 12km] (Samstag) begann wie der zweite auch mit einer ordentlicher Portion Müsli, und dem Zusammenpacken all unserer Sachen. Diesmal mussten wir nicht so viele Höhenmeter bewältigen, sondern der Weg ging über viele kleine Hügel, über Hängebrücken, Stege und kleinen Bachläufen die meiste Zeit über an der Küste des Sees entlang. Nachdem wir wieder gegen 10.30 Uhr los gelaufen sind, gab es nach circa einer guten Stunde einen 30 minütigen (für eine Strecke) Abstecher zu einem Wasserfall in der Nähe. Wir haben daher unsere Rucksäcke am Hauptweg gelassen, und sind 30 Minuten zum Wasserfall gelaufen, und danach die gleiche Strecke wieder zurück. Es hat sich schon sehr gut angefühlt, mal eine Stunde ganz ohne Rucksack zu laufen, sondern nur die Kamera dabei zu haben.P1070553a
Zurück am Hauptweg haben wir dann die anderen drei Deutschen getroffen, die erst mit dem Weg zum Wasserfall anfingen, und über den Tipp die Rucksäcke dort zu lassen, ganz froh waren.
Wir sind dann etwas weiter gewandert, um dann mit den drei aus der anderen Gruppe Pause zu machen, und ihnen beim Angeln zuzuschauen. Wir sind dann nach einer 20 minütigen Pause weiter gelaufen, und haben damit wieder beide Gruppen hinter uns gelassen. P1070572aSo früh weiterzulaufen war eine ganz gute Entscheidung, da es nach kurzer Zeit angefangen hat zu regnen. Aber mit Regenjacke und Rucksackschutz wurde man wenigstens nicht komplett Nass. Leider hat sich der Weg aber immer mehr in ein Matschfeld verwandelt, über das man sich einen – möglich trockenen – Weg suchen musste. Nach einer gefühlten Ewigkeit bei immer stärker werdenden Regen, sind wir dann gegen 16.45 Uhr (also kurz vor Sonnenuntergang) an der nächsten Hütte angekommen. Wir waren sehr froh, als endlich das Feuer im Ofen brannte, und wir unsere Kleidung zum trocknen aufhängen konnten. Jetzt haben wir gemerkt, wie wichtig es ist, Wechselklamotten wassergeschützt dabei zu haben. Ansonsten hätten wir uns nichts warmen anziehen können. Aber so war es in der Hütte ganz gemütlich!P1070586a
Dreißig Minuten später kam dann die andere Deutsche Gruppe in der Hütte an, und die drei waren auch sehr froh, dass die Hütte schon langsam durch das Feuer warm wurde, und sie selbst nicht erst noch Feuer machen mussten. Die dritte Gruppe hatte leider nicht so viel Glück, da sich einer von ihnen einen Fuß umgeknickt hatte, und nicht mehr laufen konnte. Daher musste einer seiner Gruppenmitglieder für mehrere Stunden (es ging natürlich jetzt sehr langsam voran) zwei Rucksäcke tragen, um den Verletzten zu entlasten. Auf selbstgebauten Krücken gestützt kamen die drei erst gegen 20 Uhr (gefühlt mitten in der Nacht) erschöpft, durchnässt und hungrig bei der Hütte an.
Der Great Walk hat keinen Handyempfang, sodass man nur sehr schwer (eigentlich gar nicht) Hilfe rufen kann. Man muss es immer irgendwie zu einer der Hütten schaffen, wenn man nicht im Wald übernachten will, bis Tage später ein Rettungstrupp losgeschickt wird.
Zum Glück lag die Hütte direkt am See, sodass der Neuseeländer mit seinem gebrochenen / verstauchten Fuß (der Fuß sah echt nicht gut aus) bei der Hütte bleiben konnte, und dann am nächsten Tag mit einem Boot abgeholt werden konnte. Die anderen beiden Gruppen hatten nämlich vom Ende der Tour (am nächste Tag) ein Wassertaxi bestellt, da sie dort kein am ende Auto geparkt hatten, und es ansonsten keine Transportmöglichkeit aus dem Nationalpark gibt. Währe der Unfall bei der ersten Hütte auf dem Berg passiert, wäre die Sachen schon komplizierter gewesen. Ich vermute, dass dahin dann ein Hubschrauber (es gab dafür extra einen Landeplatz) hätte kommen müssen, um den Verletzten abzuholen.

Der letzte Tag [Marauiti Hut zum Hopuruahine Landing, 17km] (Sonntag) war mit ca. 17km die längste Teilstrecke von diesem Great Walk, weshalb wir schon gegen 9 Uhr morgens los gelaufen sind, um auf jedenfall noch im Hellen das Auto zu erreichen. Zum Glück hatten wir schon Großteile des Proviants (Nudeln, Haferflocken, Müsliriegel) aufgegessen, wodurch unsere Rucksäcke merklich leichter waren als die Tage zuvor.P1070602_stitchbaDSC05271a Auch an diesem Tag ging es die meiste Zeit relativ flach am See entlang, mit Ausnahme von zwei etwas höheren Hügeln, über die wir uns noch mühen mussten. Aber durch den relativ leichten Weg, dem geringeren Gewicht der Rucksäcke, und dem zum Glück wieder sonnigen Wetter, kamen wir sehr zügig voran. Teilweise waren die Wege zwar noch sehr matschig und rutschig, aber es hätte viel schlimmer sein können, wenn es die ganze Zeit durchgeregnet hätte. Auf diesem Teilstück kamen uns auch mehrere Gruppen entgegen, die den Great Walk genau rückwärts laufen, und gerade erst angefangen hatten. Nach knapp 6 Stunden kam dann die letzte Hängebrücke in Sicht, auf dessen anderen Seite Christinas Auto auf uns wartete! DSC05284aGlücklich, aber etwas erschöpft, konnten wir ein letztes Abschlussfoto machen, und dann mit dem Auto zum Start der Strecke fahren, wo das zweite Auto wartete.

Wir sind dann noch ca. 90 Minuten in die nächstgrößere „Stadt“ Wairoa (ca. 4200 Einwohner) gefahren, wo wir uns Kartoffeln (zur Abwechslung mal!) gekauft haben, die wir dann nach einer heißen und langen Dusche auf dem Campingplatz gekocht haben. Hier sitzen wir heute (Montag) in der Bücherei im trockenen und warmen, und ruhen uns erstmal aus. Wir haben uns hier auf dem Campingplatz für eine weitere Nacht eingebucht, damit wir heute nicht weiter fahren müssen. Wohin es danach geht wissen wir noch nicht. So wie immer eigentlich..

Aber die Wanderung in den letzten Tagen war ein super Erlebnis, welches zwar sehr anstrengend war, aber mir trotzdem sehr viel Spaß gemacht hat. Ich hoffe, ich werde hier in Neuseeland noch den ein oder anderen der acht weiteren Great Walks machen! Denn das war es wirklich: Ein Great Walk!

Weiter nach Süden

Leider hat es in Opotiki nicht so ganz geklappt mit dem Fruit Picking, wie ich es mir vorgestellt hatte. Nachdem wir an zwei Tagen auf den Plantagen waren, um Kiwis zu pflücken, gab es keine Arbeit mehr, da es irgendwelche (organisatorischen ?) Probleme gab und wir dadurch nicht arbeiten konnten. Wir hatten daher das Wochenende frei und haben mehrere kleine Wanderungen in der Umgebung gemacht. P1070357aP1070346aAußerdem konnten wir uns vom Campingplatz aus kostenlos Kayaks ausleihen, mit denen wir dann ins Meer gehen konnten. Durch die hohen Wellen war es gar nicht so einfach, auf dem kleinen Bott zu bleiben. Aber wenn man einmal durch die Brandung gekommen war, konnte man sich auf den Wellen treiben lassen. Auf dem Rückweg zum Strand wurde man dann wieder von der Brandung erfasst und zum Strand gespült. Wenn man das Gleichgewicht auf dem Boot hielt, konnte man innerhalb weniger Sekunden auf einer Welle zurück zum Strand surfen. Wesentlich entspannter, also auf dem Weg hinaus aufs Meer gegen die Wellen anpaddeln zu müssen. P1070360_stitcha

Am Montag Abend sind Daniel und ich dann Richtung Süden aufgebrochen. Christina und Max sind mit dem Überlandbus zurück nach Auckland gefahren, um sich dort ein Auto zu kaufen.
Es hat sich ergeben, dass Max die nächste Zeit alleine reisen möchte, da er nur bis Mitte August hier in Neuseeland bleiben möchte und dadurch schneller voran kommen „muss“.

Daniel und ich sind in Murupara, einem 1800 Einwohner Dörfchen geblieben, und haben dort etwas die Gegend erkundet. Dienstag Abend haben wir uns wieder mit Christina getroffen, die sich ein eigenes Auto in Auckland gekauft hat. Auch Max hat sich ein Auto gekauft, um Neuseeland zu bereisen. Hier in Neuseeland braucht man wirklich ein eigenes Auto, um die schönen Orte außerhalb der Städte zu erkunden. Ohne Auto ist dies fast unmöglich.P1070367_stitcha

Am nächsten Tag, am Mittwoch, haben wir uns spontan entschieden, den Great Walk am Lake Waikaremoana zu machen, einer 4 tägigen Wanderung. Dies war ein weiterer Höhepunkt hier in Neuseeland, für den ich einen eigenen Blogeintrag geschrieben habe…