Great Walk: Tongariro Nothern Circuit

Der Tongariro Nationalpark ist der älteste Nationalpark in Neuseeland. Hier gibt es unzählige kurze, Tages- und Mehrtages-Wanderungen. Einer der bekanntesten (und mit ca. 100.000 Menschen pro Jahr beliebtesten) Tageswanderungen von Neuseeland ist das Tongariro Crossing. Dieses führt über einen Pass zwischen Mt. Tongariro (1978 m. über NN) und Mt. Ngauruhoe (2291 m. über NN) (besser bekannt als „Schicksalsberg“ aus Herr der Ringe) über das Gebirge.

Tongariro Northern Circuit

Unser Plan war allerdings nicht, dieses berühmte Crossing zu machen, sondern den Tongariro Northern Circuit. Dieser dauert 4 Tagen (3 Hüttenübernachtungen), und geht einmal um den Schicksalsberg (Mt. Ngauruhoe) herum. Es ist außerdem einer der neun Great Walks hier in Neuseeland, von denen ich bereits vier gemacht habe, zwei davon mit Daniel und Christina zusammen. Es ist aber nicht so, dass wir auf das Tongariro Crossing komplett verzichten würden, der zweite Tag des Great Walks beinhaltet nämlich einen Großteil (den schönsten Teil) des Crossings, auf dem sich bei gutem Wetter unzählige Menschen über den Pass quälen.p1140779a

Nachdem wir den ursprünglich geplanten Start unserer Wanderung wegen Dauerregen um zwei Tage verschoben hatten, ging es dann für Christina, Daniel und mich am Freitag (18. November) los.p1140812a p1140797a

Der erste Tag war relativ kurz und wir mussten nur ca. 3 Stunden laufen, bis wir zur ersten Hütte (Magatepopo Hut) angekommen sind. Es ging durch eine karge Landschaft und über kleine Flüsse, immer mit Blick auf den aus der Landschaft herausstechende Mt. Ngauruhoe. Das Wetter war sehr wechselhaft: Vormittags änderte sich das Wetter von Schnee zu Schneeregen und weiter bis zum Sonnenschein fast im Minutentakt. Aber je länger wir liefen, desto besser wurde das Wetter und damit die Sicht auf die Landschaft um uns herum! p1140929a p1140923_stitchaLeider war die Wettervorhersage für den nächsten Tag nicht so vielversprechend, und so haben wir uns dazu entschieden, unsere Rucksäcke bei der Hütte zu lassen, und ohne schweres Gepäck für ein oder zwei Stundenden den Anfang vom Weg vom nächsten Tag schon einmal zu machen – nur falls das Wetter (und vor allem die Sicht) so schlecht werden sollte wie vorhergesagt. Wir hatten eine super Aussicht, und obwohl es schon relativ spät war haben wir noch einige Menschen auf dem Passweg getroffen.dsc07631a

Am nächsten Tag waren wir sehr froh, dass wir diesen kleinen Ausflug am Vortag gemacht hatten. Das Wetter war nämlich tatsächlich so schlecht wie vorhergesagt – vielleicht sogar noch schlechter… Wir sind den ganzen Tag über durch dichten Nebel mit – schwer zu schätzen – vielleicht 20 – 30 Meter Sicht gewandert. Dazu kam ein sehr starker Wind, sodass der Regen fast Waagerecht auf uns zu kam. So ging es über den Pass. Teilweise war der Wind so stark (weit über 100 km / h, wie wir später erfahren haben), dass man Mühe hatte auch nur stehen zu bleiben. Nicht sehr hilfreich, wenn es rechts und links vom Schotterweg steil bergab geht. Wie weit wussten wir nicht, man konnte ja nichts sehen! dsc07661ap1140963a p1140948a Christinas Regenschutz wurde von einer der Böhen erfasst und weggeblasen, sodass ihr gesamter Rucksack, und weite Teile des Inhalts komplett durchnässt wurden. Nachdem wir uns über den Pass gequält hatten, ging der letzte Teil des Wegs (das Tongariro Crossing hatten wir bereits an einer Abzweigung verlassen) relativ flach durch ein sehr eindrucksvolles Gelände. Ich hatte das Gefühl, als würde ich über die Oberfläche von Mond oder Mars laufen. Gerade wegen dem Neben wirkten die großen Steinhaufen rechts und links vom Weg sehr mystisch.dsc07688a dsc07670a Nach einigen weiteren Kilometern waren wir dann aber doch sehr froh, als wir nach vielleicht 5 Stunden wandern endlich (!) in der Oturere Hut angekommen sind. Wir waren die ersten in der Hütte, und so konnten wir uns erst einmal breit machen, und unsere nassen Sachen über dem Gasofen zum trocknen aufhängen. Es war sehr Schade, dass es ausgerechtet an diesem Tag – dem Tongariro Crossing über den Bergpass – so schlechtes Wetter war. So konnten wir nicht erkennen, was diese Wanderung – eine der beliebtesten in Neuseeland – so besonders macht.

Die Nacht war extrem windig. Ich bin durch den Wind andauernd aufgewacht, weil ich das Gefühl hatte, dass gleich die Hütte auseinander bricht (das ganze Hochbett hat vibriert). Am nächsten Morgen haben wir vom Ranger – der in der Hütte stationiert ist – erfahren, dass der Wind in der Nacht Geschwindigkeiten von mehr als 170 km / h gehabt hatte.p1150224_stitcha

Am nächsten Tag war der Sturm dann vorbei. Das Wetter war zwar nicht perfekt, aber wesentlich besser als am Vortag. Daher sind wir mit zwei anderen, die wir in der Hütte kennengelernt haben, ohne Gepäck ein bisschen zurück zum Pass gelaufen, um wenigstens ein bisschen von dem zu sehen, was wir am Vortag verpasst hatten.
Zurück bei der Hütte haben wir dann eine Kleinigkeit zu Mittag gegessen und uns Richtung nächste Hütte auf den Weg gemacht. Dieser dritte Tag ging durch eine Steinwüste am Fuße vom Mt. Ngauruhoe. Es gab kaum Pflanzen und damit so gut wie keinen Schatten in dieser kahlen Landschaft, sodass die Sonne (mittlerweile war das Wetter ziemlich gut) die ganze Zeit auf uns geknallt ist.p1150294_stitcha p1150276a dsc07777a Nach knapp drei Stunden sind wir dann in der nächsten Hütte (Waihohonu Hut) angekommen. Die auf diesem Great Walk mit Abstand modernste Hütte! Es gab einen riesen Aufenthaltsraum mit großen Fenster aus denen man auf den Schicksalsberg blicken, und den Abend genießen konnte.dsc07816a

Der letzte Tag ging dann innerhalb von 5 Stunden zurück zum Ausgangspunk. Wir haben einen kleinen Abstecher zu zwei Seen gemacht, die am Fuß von Mt. Ngauruhoe liegen. Man konnte richtig merken, dass man dem Dorf immer näher kam, da es auf diesen Teil der Strecke wieder ziemlich viele Touristen gab, die eine Tageswanderung zu den Bergseen gemacht haben. Und damit war dann mein fünfter Great Walk hier in Neuseeland zu Ende! Eine super Wanderung, durch ein sehr sehr eindrucksvolles Gebiet!p1150341_stitcha

Tongariro Alpine Crossing

Auch wenn ich sehr zufrieden mit dem Great Walk war, fand ich es doch ein bisschen traurig, dass wir am zweiten Tag, bei der Überquerung des Passes, so schlechtest Wetter gehabt haben. Ich habe mich daher dazu entschieden, dass Tongariro Crossing noch einmal als Tagestour zu machen. Die Wettervorhersage für den nächsten Tage war nämlich ziemlich gut! Da Daniel und Christina den Pass nicht noch einmal überqueren wollten, habe ich mich von beiden verabschiedet und habe die Nacht auf einem Campingplatz im Nationalpark verbracht. Christina und Daniel sind weiter Richtung Norden gefahren, und wir werden uns in Auckland wieder treffen.p1150365a

Am Abend habe ich dann noch ein Shuttel für den nächsten Morgen gebucht. Mein Plan war nämlich (und das machen die meisten so), mein Auto am Ende der Wanderung abzustellen, und mit einem Bus zum Start zu fahren. So hat man dann den ganzen Tag Zeit, um die knapp 20 km Wanderung zurück zum Auto zu machen. Ich habe mich für das frühst möglichste Shuttel entschieden, um den gesamten Tag im Nationalpark verbringen zu können. So ging dann am nächsten Morgen um 6.30 Uhr am Parkplatz das Shuttle los, um mich mit einigen anderen zusammen zum Start bringen zu lassen. Gegen 7 Uhr ging dann meine Wanderung los. Das Wetter war einfach super, und trotz so früher Stunde waren schon sehr viele Menschen auf der Strecke unterwegs – ein richtiger Massentourismus! p1140852_stitchaNach ca. 90 Minuten bin ich dann schon beim ersten möglichen Abstecher angekommen. Man kann nämlich, bei so gutem Wetter wie an diesem Tag, auf den Mt. Ngauruhoe (Schicksalsberg) klettern. Laut Schild braucht man für Hin- und Rückweg von diesem Abstecher zusammen ca. 3 Stunden. Ich war mir zunächst nicht sicher, ob ich dies Tour zum Gipfel machen sollte, da der „Weg“ (es gibt keinen markierten Weg) über eine sehr steile Schotterpiste direkt zum Gipfel führt. Man musste praktisch auf allen Vieren (wortwörtlich!) einen Weg nach oben bahnen, wobei man bei fast jedem Schritt wieder einige Zentimeter nach unten rutschte. Es war gar nicht so ungefährlich, da es immer wieder vorkam, dass sich einzelne Steine (weit mehr als faustgroß) lösten und nach unten rollten. Man wurde daher immer wieder mit lauten Rufen vor dem Steinschlag gewarnt. (Es war wesentlich steiler als es auf dem Bild aussieht)p1150400 Trotzdem haben doch einige Menschen den Weg auf sich genommen. Es hatte sich aber auch auf jeden Fall gelohnt! Ersten stand man nach diesem super anstrengenden, gefühlt ewig dauernden Weg, auf dem Gipfel vom Schicksalsberg (wer kann das schon von sich behaupten), und man hatte dabei eine atemberaubende Aussicht auf das Tongariro Alpine Crossing weit unter sich. Man konnte sich direkt an den Rand vom Krater setzen, und sein mitgebrachtes Mittagessen essen. Es war schon irgendwie cool am Krater eines aktiven Vulkans zu sitzen! Mt. Ngauruhoe ist das letzte mal 1977 ausgebrochen und ist damit schon seit langem überfällig (davor hatte er jede 9 Jahren eine Eruption). Der letzte Ausbruch von Mt. Tongariro war sogar erst vor wenigen Jahren: 2012 ist dieser nämlich zwei Mal ausgebrochen.p1150480ap1150447_stitchap1150537_stitcha p1150548_stitcha

Nachdem ich eine lange Zeit die Aussicht genossen hatte und meine mitgebrachten Brote gegessen hatte, musste ich mich leider wieder auf den Weg nach unten machen. Der Weg runter war noch anstrengender als der Hinweg. Ich wollte auf keinen Fall Steine loslösen, da unter mir immer noch viele Menschen sich nach oben quälten. Bei jedem Schritt bin ich weit gerutscht, und so ging es dann doch relativ schnell (und mit einigen Schürfwunden) wieder zurück zum Ausgangspunkt. Dort habe ich dann erstmal meine Schuhe von den ganzen Steinen ausgeleert, und mich dann wieder auf den Weg gemacht, weiter auf dem Tongariro Crossing Richtung Auto zu laufen. Bei diesem guten Wetter konnte ich erst sehen, was wir bei unserem Great Walk alles verpasst hatten. Die Aussicht auf die Vulkankrater und Seen war sehr beeindruckend und ich konnte erkennen, wie steil es tatsächlich rechts und links vom Weg hinab ging.  (Man kann auf dem Bild sehen, dass der Weg über den Vulkan, auf dem Kraterrand entlang führt)p1150742a

Nach einigen Kilometer bin ich dann zum nächsten Abstecher gekommen. Es gab nämlich noch die Möglichkeit auf den Gipfel vom Mt. Tongariro zu laufen. Der Weg war im Gegensatz zu dem auf Mt. Ngauruhoe sehr einfach und deshalb habe ich mich dazu entschieden dieses Seitenabstecher auch noch zu machen. Nach 90 Minuten war ich wieder zurück und bin nun zügig Richtung Auto gelaufen. So langsam ging mir bei diesem heißen Wetter mein Trinkwasser aus, und ich hatte noch ca. 10 km zu laufen (zum Glück die meisten Zeit Berg ab). Es war eine sehr unwirkliche Landschaft. Kaum Vegetation, und damit auch so gut wie kein Schatten. Die Sonne knallte richtig auf einen herab, und ich musste andauernd meine Sonnencreme erneuern, um nicht vollkommen zu verbrennen. Diese Wanderung ist echt eine der besondersten hier in Neuseeland und ich kann sehr gut nachvollziehen, dass sie so beliebt ist! Drei Giftgrüne Seen im Vordergrund und ein tiefblauer See im Hintergrund – genau das Foto, was man immer auf den Postkarten sieht, die man hier in der Gegend kaufen kann.p1150724a p1150713_stitchaEs stank teilweise stark nach Schwefel und an einigen Stellen kam Rauch aus dem Boden. Alles Zeichen, die mir verdeutlichten, dass ich durch ein aktives Vulkangebiet ging.

Auf der Rückseite vom Pass kam ich dann an einer Hütte (Ketetahi Hut) vorbei, die vor einigen Jahren (beim Ausbruch 2012) von zwei Steinen getroffen wurden, die bei einem Vulkanausbruch durch die Luft geschleudert wurden. Zum Glück war es tiefster Winter und es hat sich niemand in der Hütte aufgehalten. Ein Stein ging nämlich geradewegs durchs Dach, mitten durch zwei der Betten, bis in den Boden. Seitdem darf man in der Hütte nicht mehr übernachten, und sie wird nur noch als Rastgelegenheit genutzt. Die Beschädigungen wurden bis heute nicht beseitigt, damit man noch sehen kann, was für Kräfte hier gewirkt haben müssen.p1150793a p1150788_stitcha

Nach einer weitere Stunde wandern bin ich dann gegen 18 Uhr endlich völlig erschöpft am Auto angekommen. Mit den zwei Abstechern zu den Gipfeln von Mt. Ngauruhoe und Mt. Tongariro bin ich in den 11 Stunden knapp 30 km gewandert, und die Höhenmeter kann man sicherlich in Kilometern zählen. Aber es hatte ich vollkommen gelohnt, und ich war froh, dass ich nach dem Great Walk noch die Motivation hatte, diesen langen Tagesmarsch zu machen.

Tongariro Nationalpark ist – bei gutem Wetter – echt ein eindrucksvolles Gebiet. Etwas ganz anderes als all die Wanderungen, die ich bisher hier in Neuseeland gemacht habe, echt einzigartig.
Es war sicherlich das letzte „große“ Highlight hier in Neuseeland, was auf meiner Liste stand. Jetzt fahre ich die nächsten paar Tage wahrscheinlich an der Westküste entlang immer weiter Richtung Norden. In Auckland werde ich dann Christina und Daniel wiedertreffen, das Auto verkaufen, und dann auf meinen Flug nach Dubai warten.
Nach wenigen Tagen Dubai geht es dann Mitte Dezember zurück nach Deutschland.

Bis bald.

Mt Cook, Lake Tekapo, Christchurch

Nachdem ich eineinhalb Wochen im Fiordland verbracht habe, ging meine Reise weiter nach Norden Richtung Mount Cook. Die Straße ging über mehrere kleinere Pässe, immer westlich der Alpen entlang.p1130688_stitchaNach mehreren Zwischenstopps und Übernachtungen auf Campingplätzen, bin ich schließlich im Mount Cook Village angekommen. Das Dorf hat knapp 200 Einwohner, mehrere Hotels und Unterkünfte, allerdings keinen Lebensmittelladen oder Mobilfunk. Es liegt am Ende einer Sackgasse, die vom nächstgelegenen Dorf (mit Geschäft) 50km am Lake Pukaki entlang führt.

Es gibt mehrere Wanderungen in der Nähe vom Dorf, einige fangen sogar direkt am Campingplatz an, auf dem ich die nächsten 3 Nächte verbracht habe. Leider hatte ich nicht so viel Glück mit dem Wetter, es hat nämlich teilweise geregnet und die Sicht wurde von tief hängenden Wolken versperrt. Ich hatte zwar meistens (das Wetter ändert sich hier echt im Stundentakt) eine ganz gute Sicht über die Hochebene, in der das Dorf liegt, den 16 km entfernten Mount Cook konnte ich leider wegen der Wolken nicht sehen. p1130709_stitchaMount Cook ist mit 3724 m der höchste Berg in Neuseeland! Erst am dritten Abend, den ich auf dem Campingplatz verbracht habe, haben sich die Wolken plötzlich zum größten Teil verzogen, und ich habe mich schnell auf den Weg zu einer der Aussichtspunkte gemacht. p1130795a p1130803_stitchia Das Timing war super! Ich hatte einen sehr guten Blick auf den Berg und eine halbe Stunde später wurde Mt Cook dann auch noch von der untergehenden Sonne rötlich beschienen! Im dunkeln bin ich dann zurück zum Auto gelaufen! Ich war sehr froh, dass sich das Warten hier auf dem Campingplatz gelohnt hatte, und ich doch noch einen guten Blick auf den höchsten Berg Neuseelands gehabt habe. p1130865aAm nächsten Morgen habe ich mich dann dazu entschiede, weiter Richtung Lake Tekapo zu fahren, zu dem ich nur ca. 100km weit fahren musste, und wo ich mehrere Tage bleiben wollte.

Von Lake Tekapo hatte ich schon sehr viel gehört! Das besondere ist nämlich, dass er in der Mitte von einem „Nachthimmel Schutzgebiet“ liegt, in dem Nachts alle Lichter abgeschirmt bzw. gedämmt werden müssen, und in dem es in 70% der Nächte unbewölkt ist. Gute Bedingungen als, um einen super Nachthimmel zu sehen! Daher gibt es auf dem vom Dorf zu Fuß 45 Minuten entfernten Berg Mt. John auch ein aktives Observatorium! p1140148_stitchaDort werden mehrere Führungen angeboten: Tagsüber zu den wissenschaftlich genutzten Teleskopen, und Nachts zum Sterne schauen. Ich habe mich für eine zweistündige Tour angemeldet, die gegen 23.15 Uhr angefangen hat und ca. 2 Stunden dauerte. Den ganzen Tag über war es ziemlich bewölkt, aber am späteren Abend hat es sich zum Glück etwas aufgeklart, sodass die Tour bei vielleicht 2/3 freien Himmel stattfinden konnte. Auf Mount John ist alles Weißlicht absolut verboten! Der Bus, der uns auf den Berg gebracht hat, musste die letzten paar Hundert Meter ohne Licht fahren, und wir durften keine Handys oder andere Lichtquellen (mit Weißlicht) benutzen. 30572053721_3b94075944_oaWir haben extra eine Taschenlampe mit Rotlicht bekommen, um wenigstens sehen zu können, wohin wir laufen, dabei aber nicht unsere Augen oder – wichtiger – die Teleskope mit Weißlicht zu stören. Der Tourführer hat einen Laserpointer benutzt, der gefühlt bis zu den Sternen reichte, und mit dem er uns besondere Sterne und Sternbilder des Südhimmels zeigen konnte (sehr praktisch, weil man sofort weiß welchen Stern er meint) ! Dann konnten wir uns durch mehrere Teleskope Sternenwolken und andere Phänomene des Oktoberhimmels anschauen.p1140098_stitcha

Tagsüber hat man von Mount John eine super Aussicht über den See und das nahe gelegene Dorf. Es gibt auf dem Observatoriumsgelände ein kleines Cafe mit Terrasse, auf der ich die Aussicht und das gute Wetter richtig genießen konnte! p1140145a p1140127aAußerdem gibt es mehrere kleine Spaziergänge, die am See entlang führen.
Ich habe mir am Lake Tekapo eine Jugendherberge als Unterkunft ausgesucht, um mal zur Abwechslung nicht auf einer Luftmatratze zu schlafen, sondern in einem richtigen Bett. Außerdem war es sehr angenehm ein Wohnzimmer zur Verfügung zu haben, welches mit einem Feuerofen beheizt wurde. Nachts wurde es hier nämlich trotz erkennbaren Frühling relativ kalt! Die Jugendherberge lag direkt am See und die Aussicht aus dem Wohnzimmerfenster war unglaublich schön! p1140024a p1140036ap1140050a
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Nach ein paar Tagen bin ich dann weiter Richtung Christchurch gefahren.

p1140229aChristchurch wurde 2011 von einem starken Erdbeben fast komplett zerstört, und die Auswirkungen dieser Zerstörung kann man bis heute noch leicht erkennen! Fast die gesamte Innenstadt ist eine einzige, riesige Baustelle. Jedes zweite Haus ist noch nicht fertiggestellt, und auch die Kirche im Zentrum ist noch immer eine Ruine. p1140277ap1140234a p1140235aDie wenigen fertigen Gebäude sind sehr modern und haben große Glasfassaden – ein Ausblick, wie die Stadt in ein paar Jahren mal aussehen wird! Diese modernen Gebäude stehen inmitten Ruinen oder Großbaustellen, ein sehr starker Kontrast!p1140300a p1140302a In der Innenstadt wurde ein Einkaufszentrum nur aus Containern erbaut, was nochmal verdeutlicht, dass wirklich ein Großteil der Stadt zerstört wurde. Ich fand es schon sehr komisch zu sehen, dass z.B. Bankfilialen in Containern untergebracht waren. p1140253a p1140248_stitchaNahe der Innenstadt gibt es riesen Freiflächen, die zur Zeit teilweise als Parkplatz verwendet werden. Ich vermute, dass hier die zerstörten Gebäude zwar schon abgerissen wurden, die Neubauten aber noch nicht angefangen wurden. p1140263_stitcha p1140241_stitchaEine dieser Freiflächen wird als Denkmal für die 185 im Erdbeben gestorbenen Menschen verwendet. Pro getötete Person wurde ein vollständig weiß gestrichener Stuhl aufgestellt. Es gibt Sessel, Barhocker, Klappstühle und viele anderen unterschiedliche Stuhlarten. Trotz Verkehrslärm ein sehr besinnlicher Ort, an dem auch alle Verunglückten mit Namen, Alter und Herkunft aufgelistet sind.p1140272a

Östlich von Christchurch liegt die Peninsula, eine relativ große Halbinsel. Dort bin ich für einen Tag hin gefahren, bevor ich mich weiter auf den Weg Richtung Norden gemacht habe. p1140328_stitchap1140368aMein nächster Zwischenstopp auf dem Weg zurück zur Nordinsel war Kaikoura, das für seine Seehunde, Delfine und Wale bekannt ist. Allerdings sind die Schiffstouren, mit denen man raus aufs Meer fahren kann, um auf Wale zu warten, sehr teuer, und ich habe mich damit begnügt, eine Wanderung entlang der Steilküste zu machen. Generell sind große Teile der Ostküste Steilküsten, die man an vielen verschiedenen Aussichtspunkten und Picknickmöglichkeiten bestaunen kann. p1140409a p1140439aNachdem ich eine Nacht in Blenheim verbracht habe, wo ich vor einigen Monaten auf einem Weingut gearbeitet hatte, bin ich am 5. November mit der Fähre von Picton zurück nach Wellington auf der Nordinsel gefahren. Viereinhalb Monate war ich auf der Südinsel! Eine super Zeit, in der ich sehr viel gesehen und erlebt haben! Jetzt sind es nur noch wenige Wochen, bis ich zurück nach Deutschland fliege, und diese Wochen werde ich auf der westlichen Seite der Nordinsel verbringen.p1140474a p1140484a p1140499a

Milford Sound und Doubtful Sound

Milford Sound

Nachdem ich den Kepler Track gut überstanden und ich mich am nächsten Tag ausgeruht hatte, habe ich mich auf den Weg zum Milford Sound gemacht. Milford Sound ist ein kleiner Fiord im Norden vom Fiordland, den man über die eine ca. 120 km lange Straße erreichen kann. Die Straße Endet dann in Milford Sound und man muss die 120 km wieder zurück nach Te Anau fahren – einen anderen Weg aus dem Fiordland heraus gibt es nicht.

p1120867_stitchaWährend des Kepler Tracks hatte ich zum Glück super Wetter, kaum eine Wolke am Himmel und kein Regen. Ein paar Tage später (Montag 17. Oktober) sah das ganz anders aus. Im gesamten Nationalpark war Regen vorher gesagt und in Milford Sound wurden 80 mm Regen alleine in der Nacht von Montag auf Dienstag erwartet. Milford Sound ist einer der regenreichsten Gebiete auf der Erde. Im Jahr regnet es 7000 bis 9000 mm! Zum Vergleich: Der Durchschnittswert für Deutschland lag 2005 bei 688 mm. Diese Regenmenge hat mich am Montag aber nicht davon abgehalten zum Milford Sound zu fahren. Im Gegenteil! Gerade bei Regen soll die 120 km lange Straße besonders beeindruckend sein!p1130005_stitchaNachdem ich von Montag auf Dienstag auf einem Campingplatz auf halber Strecke verbracht habe und dabei nicht weggeschwemmt worden bin, bin ich am Dienstag weiter zum Milford Sound gefahren. Je näher ich dem Ende der Straße gekommen bin, desto mehr Wasserfälle sind auf beiden Seiten der Straße aufgetaucht. p1120987_stitchap1120885ap1120898aUnzählige Wasserfälle, mit enormen Wassermassen. Super beeindruckend, wie viel Kraft Wasser haben kann, eine echte Machtdemonstration der Natur! Die Straße ist durch diese Naturgewalten sehr wartungsanfällig. In den paar Tagen, in denen ich im Fiordland unterwegs war, war die Straße 3 mal gesperrt. Außerdem fahren mehrmals die Stunde Straßenwachten Patrouille. Man muss, um zum Milford Sound zu gelangen, durch einen 1,2 km langen, einspurigen Tunnel fahren, der mitten durch einen Berg geht. Vor dem Tunnel kann es passieren, dass man bis zu 20 Minuten (ganz genau von umherfliegenden Kea beobachtet) vor der Ampel warten muss, bis der Gegenverkehr durchgefahren ist und man selber in den Tunnel fahren darf! Video1 p1120922a p1130021ap1120932a

Hinter dem Tunnel kommt dann aus meiner Sicht der beste Abschnitt der Strecke. Man kann mit dem Auto auf dem Seitenstreifen parken und die Wasserfälle bestaunen. Überall um mich herum waren Wasserfälle! Ich bin mir sicher, dass ich alleine an dieser Stelle mehr Wasserfälle gesehen habe als andere in ihrem ganzen Leben. Gefühlt die gesamte Felswand bestand aus Wasserfällen. Video2 Video3 Video4p1130017_stitcha

Bei Milford Sound angekommen, bin ich ein bisschen herum gegangen und habe – im strömenden Regen – mir das Dorf angeschaut. Es ist eigentlich nicht mal ein Dorf: Außer einem Hafen, einem Cafe, dem Flughafen (!) und einer einzigen Übernachtungsmöglichkeit gibt es hier eigentlich nicht viel. Trotzdem ist es ein Pflichtprogramm für jeden Touristen. Die meisten fahren zum Milford Sound, um eine Bootstour durch den Fiord zu machen. Ich habe diesen „Programmpunkt“ aber gestrichen, da es erstens in Strömen geregnet hat (und man eh nichts gesehen hätte), und ich zweitens eine etwas größere Bootstour in einem anderen Fiord ein paar Tage später geplant habe…  Video5

Doubtful Sound Overnight Cruise

Die Bootstour die ich (am 20. Oktober) gemacht habe ging zum Doubtful Sound und hat 24 Stunden gedauert, von Mittag bis zum Mittag am nächsten Tag (also mit Übernachtung!). Der Doubtful Sound ist sehr weit von der Zivilisation abgelegen. Um ihn zu erreichen, mussten wir erst mit einem Boot ca. eine Stunde lang den Lake Manapouri überqueren (es war super stürmisch), und dann mit einem Reisebus eine weitere Stunde über den Wilmot Pass (mit ca. 670m über NN der tiefstegelegene Pass in Neuseeland) die Alpen überqueren. Vom Wilmot Pass aus hatten wir dann die erste Möglichkeit den Doubful Sound aus der Entfernung zu sehen!p1130081ap1130121aIn Deep Cove (Anlegeplatz mit 2 Einwohnern) hat dann das Schiff auf uns gewartet, mit dem wir durch den Fiord fahren würden. Wir hatten super Glück mit dem Wetter! Anfangs noch bewölkt mit ganz leichtem Regen, wurde es immer besser und besser! Die meisten Overnight Cruises finden hier bei schlechtem Wetter statt, denn auch hier regnet es – ähnlich wie im Milford Sound – bis zu 9 Meter im Jahr!p1130128ap1130309a

Die Fiorde waren unbeschreiblich! So etwas habe ich noch nie in meinem Leben gesehen (Ich war auch noch nie in Skandinavien). Der Fiord wurde mit Bergen gesäumt, die teilweise mehr als 1000m hoch sind. Wie hoch die Berge tatsächlich sind konnte man nur erahnen, wenn man ein anderes Schiff im Verhältnis zur Landschaft sehen konnte (und während der ganzen Tour haben wir nur 2 andere Schiffe gesehen), oder wenn die Baumgrenze, die hier bei ca. 900m liegt, erkennbar war. p1130151_stitchaWir sind den gesamten Fiord bis zum offenen Meer entlang gefahren. Die ganze Fahr über wurde die Landschaft regelmäßig von einem Mitarbeiter über die Bordlautsprecher kommentiert, und man konnte Fragen stellen. So hat man viel Hintergrundwissen über die Entstehung des Gebiets und über die Natur bekommen. Was ich ganz interessant fand war, dass die Namensgebung eigentlich komplett falsch ist. Eigentlich alle Sounds (Milford Sound, Doubtful Sound, etc) hier in der Gegend sind gar keine Sounds sondern Fiorde! Sounds wurden nämlich durch Flüsse gebildet, Fiorde hingegen durch Gletscher. Der Gletscher der den Doubtful Sound „ausgehöhlt“ hat, war (angeblich) zu Spitzenzeiten 1400m hoch.p1130271ap1130146aAn der Mündung vom Fiord ins offene Meer haben wir Pinguine und Seehunde sehen können, bis wir wieder tiefer in den Fiord rein gefahren sind. Am späteren Nachmittag konnte man, wenn man wollte, Kayak fahren. Das war ziemlich cool, weil man so das ganze Schiff mal von etwas weiter weg sehen konnte und es möglich war, die Küste etwas genauer zu erkunden! p1130220a p1130188a p1130191a p1130214a p1130219aNach der kleinen „Wassersportpause“ sind wir in einen Seitenarm vom Doubtful Sound – genauer in den Bradshaw Sound – gefahren. Auf dem Weg dahin (es war mittlerweile fast 20 Uhr) gab es dann das Abendbuffet. Eigentlich hatte man gar keine Zeit zum Essen, die Landschaft war viel zu schön und ich wollte gar nicht vom Deck runter, auf dem ich mich die ganze Zeit aufgehalten habe!p1130491_stitchap1130376_stitchaAber für das Essen hat es sich dann doch gelohnt. Das mit Sicherheit luxuriöseste Essen, was ich hier in Neuseeland gegessen habe. Ein riesen Buffet, von dem man sich so viel nehme konnte wie man wollte. Nach zwei großen Portionen war ich so satt, dass ich kaum mehr die 5 verschiedenen Kuchen, die es zum Nachtisch gab, probieren konnte. p1130371a Und das ganze während des Sonnenuntergangs, den wir aus dem Fenster  (mehr oder weniger gut) beobachten konnten. Die meisten konnten sich nicht zurückhalten und musste ab und zu aufs Deck gehen, um diesen Moment auch auf Kamera festhalten zu können!p1130387_stitchaGanz am Ende vom Bradshaw Sound hatten wir dann unseren Platz für die Nacht erreicht, an dem wir bis zum nächsten Morgen ankerten.

So weit weg von jeglicher Zivilisation, ohne Lichtverschmutzung, Mobilfunk oder Lärm, konnte man die Nacht draußen auf dem Deck richtig genießen! Wir hatten eine sternenklare Nacht, sodass man einen perfekten Sternenhimmel über einem hatte. Am anderen Ende der Welt, inmitten der Natur. Einer der Mitreisenden hatte ein Fernglas mit, mit dem wir die Sterne noch genauer bestaunen konnten!

Ich war in einem kleinem Vierbettzimmer untergebracht, in dem ich aber glücklicherweise (also nicht dass es mich gestört hätte, wenn andere da gewesen wären) ganz alleine war. Ein großer Vorteil, wenn man nicht in der Hauptsaison unterwegs ist! p1130227aAm nächsten Morgen habe ich mir den Wecker auf 6 Uhr gestellt, um noch vor Sonnenaufgang wieder auf dem Deck zu sein! Ich habe mir nämlich gedacht, dass ich auch ein anderes mal schlafen kann – im Doubtful Sound bin ich nur einmal! Wir sind früh Morgens weiter gefahren, sodass ich wieder nur ungern rein gegangen bin, um das Frühstücksbuffet zu plündern. Die Landschaft war so schön, dass ich kaum aufhören konnte Fotos zu machen! In den 24 Stunden, die diese Tour ging, habe ich mehr als 600 Fotos gemacht (zum Glück sind die Zeiten mit Filmen auf denen 32 Fotos passen vorbei), und den anderen ging es genau so. Es war echt schwer zu entscheiden, welche Fotos ich hier mit einstellen sollte…p1130360ap1130349_stitcha

Wir sind wieder zurück zum Doubtful Sound gefahren, und haben am frühen Vormittag einen Abstecher in den Hall Arm gemacht. Alleine diese Arm vom Doubtful Sound ist genau so lange wie der gesamte Milford Sound! Am Ende vom Hall Arm hatte die Crew was ganz besonderes vor: Wir sollten uns draußen auf das Deck hinsetzen, nicht herumlaufen und keine Fotos machen (sie nannten das die „Fotochallenge“ weil es so schwer ist mal 15 Minuten keine Fotos zu machen). Dann wurden alle Maschinen (Motor, Stromgeneratoren, etc) vom Schiff ausgeschaltet, sodass es absolut still war. Man konnte so viele Geräusche von dieser unberührten Natur hören: Plätscherndes Wasser, Vögel, Wind, …p1130552ap1130487aUnd die Natur hier im Doubtful Sound ist unberührt! Weil die Gegend so schwer erreichbar ist, wurden hier nie Siedlungen gebaut oder Rohstoffe gefördert. Es ist also alles genau so wie seit Hunderten von Jahren.p1130546_stitcha

Auf dem Rückweg vom Hall Arm haben wir dann auch noch Delfine gesehen. Erst nur von Weitem, dann aber ganz nah am Schiff. Die Delfine hatten richtig Spaß daran neben uns her zu schwimmen und auf dem vom Boot erzeugten Wellen zu reiten. Unglaublich! Minuten lang konnten wir ihnen zuschauen, bis sie sich wieder von uns verabschiedet haben. Video6 Video7 Video8p1130523ap1130354a

Dann waren wir aber leider schon wieder fast zurück in Deep Cove, wo unsere Reisebus uns wieder über den Pass bringe würden. Danach ging es dann wieder eine Stunde über den Lake Manapouri zurück zu den geparkten Autos.

Das waren vielleicht die besten 24 Stunde hier in Neuseeland! Eine unglaubliche Tour durch so abseits gelegene Fiorde. Es war eine echte Luxustour und ich bin unglaublich froh, dass ich sie gemacht habe!!p1130534ap1130498_stitcha

Great Walk: Kepler

Von Bluff bin ich in den nächsten Tagen Richtung Fiordland gefahren. Im Fiordland (genauer in Te Anau, mit ca. 2000 Einwohnern eine richtige Metropole hier im Fiordland) angekommen, bin ich als erstes zur Touristeninformation gegangen, um zu schauen, was ich die nächsten Tage hier in der Gegend machen möchte.
Gleich neben Te Anau, gibt es einen weiteren Great Walk, den Kepler Track. Der Kepler Track ist ein ca. 60 km langer Rundweg. Er startet neben dem Lake Te Anau (ca. 210m über NN) und geht bis auf ca. 1400 m über NN. Es gibt drei Hütten auf dieser alpinen Wanderung (jeweils ungefähr 15km auseinander), weshalb der Weg für vier Tage angelegt ist.p1120455_stitch Leider wurde mir in der Touristeninformation gesagt, dass es nach der ersten Hütte zu viel Schnee gibt, bzw. die Lawinengefahr zu hoch ist um weiter als die erste Hütte zu laufen. Ich habe mich daher dazu entschieden, zur ersten Hütte (ca. 1000 m über NN) zu laufen, dort zu übernachten und dann wieder den gleichen Weg zurück zu gehen. Ich wollte auf keinen Fall etwas riskieren, zumal ich alleine unterwegs bin.

p1120409Der erste Teil des Wegs ging die erste Stunde am See entlang und dann plötzlich in steilen Serpentienen  durch den Wald nach oben. Nach vielleicht zweieinhalb Stunden veränderten sich die Bäume sichtlich, und ich kam zur Baumgrenze. Oberhalb der Baumgrenze versperrten endlich keine Bäume mehr die Sicht, und ich hatte das erste Mal auf dieser Wanderung eine super Aussicht über den See und die schneebedeckten Berggipfel. Ich war sehr zügig unterwegs! Nach nur drei Stunden (anstatt geplanten 6) bin ich in der Luxmore Hut angekommen und war gegen 13 Uhr damit der erste! p1120439Die Hütte ist sehr gut ausgestattet: Insgesamt gibt es 54 Betten in zwei Schlafsälen, einen Aufenthaltsraum und… Toiletten mit Wasserspülung! Auf den meisten Wanderungen und günstigen Campingplätzen gibt es nur Trockentoiletten. Im Sommer (bzw. ab Ende Oktober, wenn die Saison beginnt) gibt es hier auch Gaskocher. Dann kosten die Hütten auf dem Kepler Track allerdings auch 54 NZD, anstatt 15 NZD zur Zeit.p1120490_stitch p1120522_stitch

Nachdem ich mich etwas ausgeruht habe, kamen zwei Deutsche an der Hütte an, die mit leichtem Gepäck nur eine Tageswanderung zur Hütte machen, auf den Gipfel vom Mount Luxmore (1,472 m über NN) laufen wollen, und dann wieder bergab nach Te Anau gehen. Ich habe also mein Gepäck in der Hütte abgestellt und bin mit den beiden zusammen ca. eine Stunde bis zum Gipfel gelaufen. Der Weg wurde etwas ruppiger und war stellenweise mit vielleicht 20 cm Schnee bedeckt. Aber es war kein Problem zu laufen, da sich andere schon einen Weg durch den Schnee gebahnt hatten. Die letzten 10 Minuten ging es einen Seitenweg ab (bis dorthin war es der normale Weg zur nächsten Hütte), auf dem im Winter nicht so viele unterwegs sind. p1120473p1120481 Wir sind daher über Geröll gelaufen (der Weg an sich müsste da auch ungefähr gewesen sein), um möglichst nicht im Schnee zu versinken. Aber die Aussicht vom Gipfel war bei dem perfekten Wetter einfach super, und es hat sich gelohnt diesen Extraweg zu machen. Vor allem da ich am nächsten Tag ja wieder zurück nach Te Anau laufen wollte! Zu dritt ging es dann zurück zur Hütte, in der sich mittlerweile ein paar andere Wanderer eingefunden haben.p1120530 p1120533_stitch p1120562

Einige der ca. 40 Wanderer, die diese Nacht in der Luxmore Hut geschlafen haben, wollten am nächsten Tag weiter über die Berge laufen, um den gesamten Kepler Track zu machen! Und auch die beiden Ranger, die in der Hütte stationiert waren, meinten, dass es ohne Gefahr möglich war, weiter zu laufen. Der Winter war so mild, dass der Großteil des Schnees mittlerweile geschmolzen ist, und die Lawinengafahr vorüber war.p1120549_stitchd

Die Wanderung zur ersten Hütte war schon super schön! Aber ich war mir sicher, dass der nächste Abschnitt zur zweiten Hütte noch wesentlich schöner sein würde. Ich habe mich daher spontan dazu entschieden mit Essen für zwei Tage, innerhalb von drei Tagen die Vier-Tageswanderung zu machen! Das hieß, ich konnte nur die Hälfte der für den Abend mitgebrachten Nudeln essen, und auch das Frühstück musste ich rationieren. Außerdem musste ich eine der nächsten beiden Hütten überspringen und an einem Tag anstatt 15 km 30 km absolvieren.
Am nächsten Tag bin ich also früh am Morgen als einer der ersten weiter gewandert. Die Stecke war atemberaubend! Echt unglaublich! p1120569 p1120583_stitchÜber verschiedene Bergrücken und über mehrere Gipfel ging es mitten durch das Gebirge! Durch bis zu 20 cm tiefen Schnee ging es auf bis 1400 m über NN, auf Augenhöhe mit den anderen schneebedeckten Gipfel überall um einem herum. Ich musste andauernd stehenbleiben, habe hunderte Fotos gemacht und konnte einfach nicht glauben, wie schön es war. Video1 Video2

p1120600_stitchIch denke es war die bisher beste Wanderung hier in Neuseeland! – Und ich habe schon einige super Wanderungen gemacht! Die Bilder sind nicht einmal annähernd so schön wie die Realität! Und ich wusste, es war auf jedenfall die richtige Entscheidung gewesen, weiter zu laufen. Es wäre viel zu schade gewesen, diese Wanderung nicht gemacht zu haben. Vor allem an einem Tag mit so gutem Wetter (denn hier im Fiordland regnet es unglaublich viel)!p1120629 p1120654

Auf dem Weg habe ich ein Paar aus Tschechien getroffen (bzw. ich habe deren 30 minütigen Vorsprung eingeholt). Nachdem wir uns mehrmals gegenseitig geholfen haben, den Moment auf Fotos festzuhalten, haben wir uns dazu entschieden den Rest der Strecke zusammen weiter zu laufen. Inklusive unzähliger Fotostopps!p1120680 p1120705_stitch

Zu dritt ging es „relativ flach“ weiter über die Bergrücken und vorbei an zwei Notfallhütten und vielleicht 10 Kea. Die Kea sind sehr dreiste Vögel, die sich auf wenige Zentimeter an einen nähern und um Futter betteln. Dabei muss man sehr aufpassen, dass sie nicht den Rucksack kaputt picken. p1120624 p1120728 p1120735 p1120757Gegen Mittag ging es dann wieder steil bergab. In engen Serpentienen ging es von ungefähr 1250 Metern auf 500 Metern runter.p1120832

Gegen 14 Uhr sind wir dann bei der nächste Hütte, der Iris Burn Hut (500 m über NN) angekommen. Wir drei waren die einzigen in der Hütte, da der Rest der Wanderer erst in den nächsten paar Stunden hier ankommen würde. Die beiden Tschechen hatten ebenfalls vor, den Kepler Track in nur drei Tagen zu machen! Allerdings nicht – wie ich – aus Nahrungsknappheit (ich hatte ja eigentlich nur zwei Tage eingeplant), sonder weil sie nur wenige Wochen in Neuseeland sind und nicht so viel Zeit haben. Wir sind also nach einer halben Stunde Mittagspause weiter gelaufen.p1120842 Die zweiten 15 km des Tages gingen nur über zwei vielleicht 100 Meter hohen Hügeln und war ansonsten (zu Glück!) relativ flach. Auch so war es schon sehr anstrengend eine so weite Wanderung zu machen. Gegen 19 Uhr, nach ungefähr 10 Stunden Gebirgswanderung, sind wir dann endlich (!!) an unserem Ziel angekommen. Die Moturau Hut liegt gleich neben dem Lake Manapouri auf ca. 180 m über NN. Man hat eine super Aussicht über den See, aber nach dieser spektakulären Wanderung über die Gipfel der Berge ist man einfach gesättigt! Nach dem Abendessen (die zweite Hälfte der mitgebrachten Nudeln) ging es dann auch bald Schlafen. Wohlverdient, wie ich finde.p1120847_stitch p1120856 p1120858_stitch

Ich war so müde, dass ich von allen in der Hütte (ca. 15 Personen) am längsten geschlafen habe! Bis 8.15 Uhr! Nach dem Frühstück (Müsli mit Wasser) ging es dann zu dritt weiter in Richtung der Autos! Der Weg ging die meiste Zeit einem Fluss entlang durch den Wald. Das Wetter hat sich etwas verschlechtert und es hat angefangen zu regnen. Was für ein Glück den schönsten Teil des Great Walks schon hinter sich zu haben! Hier im Wald ist es egal ob es regnet oder nicht, aber es wär sehr schade gewesen, wenn die Aussicht vom Vortag durch den Regen verhindert worden wäre!p1120745_stitchp1120773_stitchg

Müde, aber sehr glücklich sind wir zurück zum Parkplatz gekommen. Die Wanderung war geschafft! Zum Glück habe ich mich spontan dazu entschieden die gesamte Strecke zu laufen (auch wenn ich dafür nicht sehr gut vorbereitet war). So wurde nämlich aus einer sehr schönen Wanderung die bisher vielleicht beste meines Lebens! Ein unglaublicher Great Walk, den ich – bei gutem Wetter – nur empfehlen kann!

Great Walk: Rakiura (Steward Island)

Am Freitag (7. Oktober) bin ich mit der Fähre von Bluff nach Steward Island gefahren, um meinen dritten Great Walk zu machen – den ersten, den ich alleine mache! Nach der einstündigen Fahrt bei sehr ruhiger See, bin ich in Oban (400 Einwohner), dem einzigen Dort auf Steward Island, angekommen.p1120282ap1120096aVon Oban ging es dann auch sofort los. Der eigentliche Start vom Great Walk liegt ca. 5 km vom Hafen entfernt und es dauert ca. eine Stunde, bis dort angekommen ist. Der Weg (sowohl bis zum Start, als auch während des Great Walks) führte am ersten Tag die ganze Zeit an der Küste entlang, über Strände, Stege und durch den Regenwald. Ich hatte viel Glück mit dem Wetter, und so konnte ich während der Pause am Strand sitzen und die Strandvögel beobachten.p1120122a p1120123a p1120127aNach wenigen Stunden bin ich dann zur Hütte gekommen, in der ich die erste Nacht verbringen würde. In der Hütte saßen schon drei Deutsche (Deutsche trifft man echt überall… Am anderen Ende der Welt, mitten im Nichts auf einer Insel ganz im Süde), mit denen ich den Abend verbracht habe. Auf Steward Island kann man, wenn man Glück hat, während der Abend- oder Morgendämmerung Kiwis beobachten. Wir vier sind also bei Dämmerung mit unseren Taschenlampen raus gegangen, um nach den Kiwis ausschau zu halten. Leider haben wir außer unzähligen Ratten (die gibt es dort echt haufenweise) und einigen Possum keine andere Tiere im Wald gesehen.p1120158a p1120144a p1120138aIch habe mir daher den Wecker für 6 Uhr morgens gestellt, um vielleicht bei Morgendämmerung mehr Glück zu haben. Aber auch am nächsten Morgen hatten wir kein Glück. Die Kiwis hatten wohl keine Lust von uns gesehen zu werden.

Der zweite Tag vom Great Walk ging quer durch den Regenwald zur nächsten Hütte. Ich habe mich den anderen drei Deutschen angeschlossen, und so sind wir zu viert losgezogen. Der Weg ging die ganze Zeit nur durch den Wald und war dadurch nicht besonders spektakulär. Leider war der Weg stellenweise sehr matschig und wir mussten uns am Rand der Matschlöcher durch den Wald kämpfen, oder über Stock und Stein über die matschige Stelle springen. Das Wetter war sehr wechselhaft: Es hat angefangen zu regnen, dann zu hageln, und der Wind wurde immer stärker.p1120177a p1120178aNach einigen Stunden sind wir dann zu der zweiten Hütte angekommen, in der wir unser Nachtlager aufgeschlagen haben, und uns mit den zwei Amerikanern, die ebenfalls diese Nacht in der Hütte verbracht haben, unterhalten.p1120200a p1120201a p1120203a

Den nächsten Tag habe ich alleine in der Hütte verbracht. Eigentlich ist dies nur eine 3 Tageswanderung (mit zwei Übernachtungen), aber da ich sehr kurzfristig gebucht habe (am Tag vorher), war am 3. Tag leider die Fähre komplett ausgebucht. Ich „musste“ daher einen weiteren Tag auf der Insel bleiben und habe mich dazu entschieden, den extra Tag nicht im Dorf in einem Hostel zu verbringen, sondern mitten in im Nationalpark in der Hütte.p1120219a p1120245ap1120243aSo konnte ich die Gegend etwas genauer erkunden und Lesen. Während meiner Erkundung habe ich (neben den unzähligen Ratten) sogar ein Reh gesehen, was anscheinend vor einigen Jahrzehnten hier ausgewildert wurde.

Der Tag war sehr ruhig, bis gegen Nachmittag die ersten Wanderer zu Hütte gekommen sind, die hier ebenfalls die Nacht verbringen würden. Insgesamt zu sechst haben wir in der Nacht in der Hütte geschlafen: Deutsche, Franzosen und Japaner.
Auch in dieser Nacht, weder am Abend noch am Morgen, hatte ich kein Glück mit den Kiwis.p1120254a p1120251aAm nächsten Tag bin ich mit dem Franzosen, der ebenfalls alleine unterwegs war, weiter gewandert. Gegen Mittag sind wir zurück nach Oban  gekommen, am Nachmittag dann die Fähre auf uns gewartet hat. Leider wurde es immer windiger und ich mir wurde so langsam klar, dass es nicht so eine gemütliche Überfahrt werden würde, wie auf der Hinfahrt…p1120280a p1120257a

Und die Überfahrt war nicht so gemütlich. Bei 2 bis 3 Meter hohen Wellen (hmm… also für mich ist das viel!) in dem relativ kleinen Boot hat es schon ziemlich geschaukelt. Ungefähr die Hälfte der Passagiere konnten dabei ihrer Seekrankheit freien Lauf lassen… (Ich natürlich nicht, sonst würde ich die Bootsfahrt hier niemals erwähnen!)
Ich war bestens vorbereitet! Ich habe mir nämlich gedacht, es wäre bei dem starken Wind nicht verkehrt, auf das Mittagessen zu verzichten. Außerdem habe ich mich sofort zu Beginn der Überfahrt ans Ende des Boots (draußen) hingestellt, da es da erstens weniger Schaukelt und ich zweitens an der frischen Luft bin. So konnte ich die 90 minütige Fahrt (bei gutem Wetter ist es nur eine Stunde) dann schon fast (!) genießen. Video1 Video2 Video3 (verwackelt)

Dieser Great Walk war bisher mit Abstand der einfachste und unspektakulärste von den drei, die ich bisher gemacht habe. Es war aber etwas komplett anderes, mal eine so lange Wanderung ganz alleine zu planen und zu machen! Es hat sich auf jedenfall gelohnt, auch wenn ich leider keinen Kiwi gesehen habe.

Dunedin bis Bluff

Von Queenstown bin ich quer durchs Land nach Dunedin gefahren. Der Weg ging über tiefe Schluchten, an den Orten vorbei, an denen man Bungeespringen kann. p1110896a p1110893aAnsonsten war die Straße im Gegensatz zu anderen hier in Neuseeland eher nicht so aufregend. Ich bin durch einige winzige Ortschaften und kleinere Städte gefahren, bis ich dann nach einigen Stunden an die Ostküste nach Dunedin gekommen bin.

Dunedin ist mit etwas mehr als 120.000 Einwohnern die zweit größte Stadt auf der Südinsel (nach Christchurch). Die Stadt an sich fand ich aber jetzt nicht so besonders (eine Großstadt halt), und ich habe mich nicht sehr lange dort aufgehalten. Der eigentliche Grund, weshalb ich nach Dunedin gefahren bin, ist die angrenzende Halbinsel, auf der man Seehunde, Seelöwen, Pinguine, und alle möglichen Meeresvögel bestaunen kann. An einem der Strände, zu denen ich gefahren bin, lagen auch tatsächlich einige – wie ich fand sehr große – Seelöwen am Strand herum, die sich auch nicht davon stören ließen, wenn man mit wenigen Metern Abstand um sie herum gelaufen ist. p1110930a p1110926aDie meiste Zeit über haben sie sich nicht gerührt, sondern haben einfach nur die Sonne genossen. Da es an diesem Strand (angeblich) auch Pinguine gibt, die tagsüber fischen und Abends wieder zurück zum Strand kommen, habe ich mich in den Dünen auf die Lauer gelegt, um diese zu beobachten. Leider kam bis es dunkel wurde kein Pinguin angeschwommen, und so bin ich zurück zum Campingplatz gefahren, den ich mir für die kommende Nacht ausgesucht hatte.

Als nächstes bin ich von Dunedin an der Küste entlang weiter Richtung Süden gefahren. Der nächste Zwischenhalt war Nugget Point, einem Leuchtturm, vor dem einige ziemlich große (mehrere 10 Meter) Felsen aus dem Wasser ragen. Wenn ich mir die Bilder im Nachhinein anschaue und die Besten raussuche, merke ich erst, dass die Bilder nicht ansatzweise so beeindruckend sind, als wenn man tatsächlich dort steht.p1110955_stitcha p1110961a
Nur wenige Hundert Meter vom Nugget Point entfernt, liegt ein Strand, an dem Gelbaugenpinguine leben. Dies ist einer der seltensten Pinguinarten der Welt. Um ihn zu schützen und in Ruhe brühten zu lassen, ist der Strand ab 15 Uhr gesperrt. Allerdings gibt es ein Beobachtungshaus in den Dünen, von dem man die Pinguine beobachten kann.p1120018a Da ich viel zu früh am Strand war (sie kommen erst nach 16 Uhr wieder vom Fischen zurück), habe ich mich dazu entschieden, die Zeit mit Lesen zu verbringen und die 3-4 Stunden zu warten. Und ich hatte Glück! Nach einigen Stunden kam dann tatsächlich der erste Pinguin vom Fischen zurück zum Strand, und ich konnte ihn aus dem Versteck heraus beobachten. Ich fand es sehr ungewohnt, einen Pinguin am Strand zu sehen, denn ich assoziiere diese Tiere sonst immer mit Eis und Schnee. p1110996a p1120006aNachdem sich der Pinguin am Strand in Ruhe gesäubert hat und dann die Böschung herauf zu seinem Nest gewatschelt ist, kam auch schon der nächste angeschwommen. Insgesamt konnte ich vier Pinguine am Strand beobachten, bis ich weiter zum Campingplatz gefahren bin. Nicht sehr viel, aber ich fand, dass man für die (vielleicht) seltensten Art der Welt auch mal ein paar Stunden warten kann.  Video1 Video2

Auf meinem weitern Weg am Meer entlang bin ich an unzähligen Wasserfällen vorbei gekommen, zu denen man kleine Spaziergänge von meist 20-30 Minuten machen kann. Außerdem kann man an vielen Strände, Seen, über Schafsweiden oder durch den Regenwald wandern. Es gibt einfach so viele Ausflugspunkte, dass man sich immer überlegen muss, wo man überall anhalten möchte, um es bis zum Abend zum nächsten Campingplatz „zu schaffen“.p1120037a p1110940_stitcha

Am nächsten Tag bin ich dann zum Slope Point gekommen, dem südlichsten Punkt von der Südinsel! Ein super cooles Gefühl, wenn man sich überlegt, dass ich in den vergangen Monaten vom nördlichsten Punkt der Nordinsel bis zum südlichsten Punkt der Südinsel gefahren bin, immerhin mehr als 1400 km Luftlinie. Die Zeit ging einfach super schnell vorbei. Ursprünglich wollte ich mittlerweile wieder in Deutschland sein. Zum Glück habe ich meinen Aufenthalt um 2 Monate verlängert, da es noch ein paar Orte gibt, die ich sehen möchte, bevor ich wieder zurück in den Alltag in Deutschland komme!p1120057a p1120086a p1120089a

Als nächstes habe ich mich auf den Weg nach Bluff gemacht, von wo ich mit der Fähre auf Steward Island übersetzen möchte, um dort einige Tage lang einen weiteren Great Walk zu machen. Die Landschaft auf dem Weg nach Bluff sah wie die Landschaft auf der Nordinsel aus. Viele grüne Hügel und unzählige Schafe. Der einige Unterschied war, dass sich auf den meisten Stränden, an denen ich vorbei gekommen bin, Seehunde und Seelöwen in der Sonne gesonnt haben, die sich und sie sich von mir nicht stören gelassen haben.p1120084a p1120072a

In Invercargill, eine mit ca. 50.000 Einwohnern etwas größere Stadt in der Nähe von Bluff, habe ich in der Touristeninformation meinen nächsten Great Walk und die Fähre nach Steward Island gebucht. Meinem dritten Great Walk stand also nichts mehr im Weg…

Westküste, Wanaka und Queenstown

Am Samstag (17. September) bin ich mit dem Auto von Greymouth weiter nach Süden gefahren, die Westküste entlang. Ich habe mir sehr viel Zeit gelassen, viele Pausen gemacht und mir die Gegend in Ruhe angeschaut. Dabei habe ich viele kleine Wanderungen gemacht, einige nur 20 Minuten, andere mehrere Stunden.p1100948a

Nach der ersten Nacht auf einem Campingplatz direkt am Strand bin ich am Sonntag zum Franz Josef Gletscher gekommen. Der Gletscher ist, wie die meisten Gletscher, in den letzten Jahren (Jahrzehnten) sehr stark geschmolzen und geschrumpft. Daher ist es leider nicht mehr möglich, zu Fuß auf den Gletscher zu gehen (wie vor einigen Jahren noch). p1100849a p1100858aDie einzige Möglichkeit auf den Gletscher zu gelangen ist per Hubschrauber – ein viel zu teurer Spaß. So blieb nur den 45 Minuten langen Weg zu laufen, der einen zum Aussichtspunkt, einige Hundert Meter vom Gletscher entfernt, bringt. Der Weg führt über ein mit Geröll und Steinen überhäuften Gebiet, in das der Gletscher vor einigen Jahrzehnten noch gereicht hat. Man kann richtig erkennen, wie der Gletscher die Berge an den Seiten des Tals abgeschliffen hat, und so das Tal in der Vergangenheit maßgeblich geformt hat.

Am nächsten Tag habe ich mir dann den Fox Gletscher angeschaut, ein weiterer, nur wenige Kilometer entfernter Gletscher. Auch hier kann man leider nur noch per Helikopter auf den Gletscher gelangen, und, ähnlich wie beim Franz Josef, kommt man zu Fuß nur bis auf wenige Hundert Meter an den Gletscher heran, indem man durch das Geröllfeld läuft. p1110044aBeide Gletscher sind ein Touristenmagnet und man kann anhand der Parkplätze für unzählige Autos und Reisebusse nur erahnen, wie es hier in der Hauptsaison aussieht. Auch jetzt im Winter trifft man unzählige Menschen, die ebenfalls die Gletscher besichtigen. Auch die Campingplätze hier an der Westküste sind wesentlich voller als ich es von anderen Orten (im Winter) gewohnt bin. Es gibt nur eine Straße, die die Küste entlang geht, und alle Touristen müssen (wegen der Gletscher) hier entlang fahren.

In der Nähe vom Fox Gletscher befindet sich Lake Matheson, der für seine besonders tolle Spiegelung der Alpen bekannt ist. Leider war es zu windig, als ich zum See gefahren bin, weshalb die Spiegelung nicht funktioniert hat. Ich habe mich daher entschlossen, eine weitere Nacht in der Gegend zu bleiben und am nächsten Morgen, vor Sonnenaufgang nochmal mein Glück am Spiegelsee zu versuchen. Morgens hat man nämlich die besten Chancen, dass die Spiegelung richtig funktioniert.
Nach der Nacht auf einem kostenlosen Strandcampingplatz, bin ich um 5 Uhr morgens aufgestanden, um die halbe Stunde zum See zu fahren und noch möglichst vor Sonnenaufgang dort anzukommen. Der See war absolut ruhig und hat das andere Ufer wunderbar reflektiert, aber leider war es etwas bewölkt. Nach vielleicht einer halben Stunde haben sich die Wolken dann aber zum Glück etwas gelichtet, sodass es sich doch noch gelohnt hat, so früh aufgestanden zu sein.p1110004_stitcha p1110016ba

Generell gibt es hier an der Westküste unzählige Seen und Flüsse, an denen man Campen, Angeln, Schwimmen und Pause machen kann. Ich habe mir viele auf meinem Weg angeschaut, oder bin einfach nur durch den Regenwald gelaufen. Generell regnet es (wohl) hier an der Westküste ziemlich viel, aber während meiner Zeit in diesem Teil von Neuseeland, hatte ich mit dem Wetter ziemlich Glück!

Am Mittwoch (21. September) bin ich dann in Jackson Bay angekommen. Jackson Bay ist ein sehr kleines Dorf an der Küste (im Süden der Westküste). Die Straße die zum Dorf führt endet dort einfach. Die meisten Touristen fahren gar nicht erst nach Jackson Bay, da man praktisch 50 km in eine Sackgasse fährt. Man fühlt sich echt wie am anderen Ende der Welt, in einem Dorf ohne Durchgangsstraße, Einkaufsmöglichkeit, Tankstelle oder Mobilfunkempfang. Von Jackson Bay hat man bei schönem Wetter einen tollen Blick über die gesamte Bucht, inklusive den Alpen auf der anderen Seite. p1110107_stitchaMan kann einen kleinen, vielleicht dreißig minütigen Spaziergang zu einer anderen, sehr kleinen und einsamen Bucht machen, an der man sich dann wirklich wie am anderen Ende der Welt fühlt. Dort habe ich mich hingesetzt, etwas gelesen und mein Mittagessen gegessen (kalte Nudeln vom Vortag).p1110158a

Am nächsten Tag ging es dann weiter Richtung Haastpass, einem der drei Passstraßen, die die Westküste mit dem Gebiet östlich der Alpen verbindet. Man fährt dafür tief in die Alpen hinein, um diese dann an einer flachen Stelle zu überqueren. Auch hier bin ich durch den Regenwald gewandert und habe Flüsse und Seen gesehen, die kristallklar oder türkis grün waren. Nach einer weiteren Nacht auf einem Campingplatz, habe ich dann den Haastpass überquert.p1110284a

Sobald man auf der anderen Seite vom Haastpass ist, ändert sich die Landschaft radikal. Der Regenwald verschwindet und es bleibt eine sehr trockene Graslandschaft mit nur wenigen Bäumen in den Tälern, an Flüssen und Seen. Ich hatte das Gefühl ich wäre plötzlich in einer Art Wüste gelandet. p1110069a p1110713a p1110319baDie Landschaft ist kaum mehr mit der Westküste zu vergleichen, weil ein Großteil der Wolken an den Alpen hängen bleibt, dort abregnet und auf der Ostseite kaum mehr Regen ankommt. Aber nur weil die Landschaft trocken und dadurch komplett anderes ist, heißt das nicht, dass sie nicht schön ist. Direkt hinter dem Haastpass kommt man automatisch zum Lake Wanaka, einem sehr langgezogenen See (über 300m tief), an dem auch der Campingplatz lag, auf dem ich in der kommenden Nacht geschlafen habe.p1110349a

Am nächsten Morgen habe ich dann eine etwas längere Wanderung gemacht, die mich auf den Isthmus Peak geführt hat. Der Weg zum Gipfel führte teilweise sehr steil durch die mit Gras bedeckte Landschaft. Man war praktisch den ganzen Weg über der Sonne ausgeliefert, da es ohne Bäume auch kaum Schatten gab. Nachdem man sich 3 Studen lang Berg hoch gequält hat, hatte man eine unglaubliche 360 Grad Sicht. Vor einem lag Lake Wanaka, hinter einem Lake Hawea. Zwei Seen mitten in den Bergen, schneebedeckte Gipfel im Hintergrund und tolles Wetter: Ein super Tag! Ich weiß gar nicht wie lange ich mich oben aufgehalten habe um die Aussicht zu genießen (2 Stunden vielleicht? Keine Ahnung). Nach einiger Zeit kam dann tatsächlich noch ein Neuseeländer am Gipfel an, mit dem ich dann ein Stück zusammen Berg runter gelaufen bin.p1110553ap1110389_stitcha

Am späteren Nachmittag bin ich dann zur gleichnamigen Stadt Wanaka gefahren, die direkt am See liegt. Hier bin ich für die nächsten vier Tage geblieben und habe mir die Gegend etwas genauer angeschaut. Ein Highlight war Roys Peak, einem Berg ganz in der Nähe von Wanaka (ebenfalls ca. 3 Stunden bis zum Gipfel). Das Wetter sah zwar nicht ganz so toll aus, aber als ich oben auf dem Gipfel angekommen bin, hatte ich doch ganz klare Sicht auf Lake Wanaka. Von hier sieht der See total anders aus als vom Isthmus Peak. Viel verzweigter und ich fand schon fast unecht. Dieser Berg war mir allerdings etwas zu touristisch. Man konnte unzählige Menschen auf dem Weg nach oben sehen (es gibt ja kaum Bäume) und auch als ich oben angekommen bin, war der ganze Gipfel schon mit Touristen bevölkert.p1110647ba p1110610ba

Von Wanaka aus führt eine Schotterstraße durch ein 40 km weites Tal der Alpen (und endet dort). Dort bin ich mit dem Auto entlang gefahren und habe am Ende eine kleine Wanderung zum Rob-Roy Gletscher gemacht. Ein weitere Gletscher der sich stark verkleinert hat und den man bestaunen kann. Ich habe auf dem Campingplatz hier in Wanaka eine Deutsche getroffen, mit der ich an einem Tag Frisbee-Golf gespielt habe. Ich habe die Anlagen schon öfters hier in Neuseeland gesehen und es macht echt Spaß zu spielen! Frisbee-Golf ist – wie der Name schon sagt – ähnlich wie Golf, nur mit Frisbeescheiben (ok, das war jetzt überraschend…). Man muss von einem Startplatz seine Frisbee werfen und versuchen in eine Art Korb (das „Golfloch“ sozusagen) zu treffen. Wenn man es nicht sofort schafft (und man schafft es nicht mit einem Versuch) darf man von genau der Stelle weiter werfen, wo die Frisbee zuvor gelandet ist. Macht echt Spaß! Ich habe das noch nie in Deutschland gesehen.

p1110877aAm Dienstag (27. September) bin ich dann weiter nach Queenstown gefahren. Wenn man sich etwas mit Neuseeland beschäftigt und sich überlegt, was man alles sehen möchte, stößt man zwangsläufig auf Queenstown. Die Stadt ist dafür bekannt, dass man sich hier besonders gut von Brücken stürtzen, aus Flugzeugen springen oder Wasserski fahren kann. Außerdem gibt es hier sehr viele Kneipen und wenn man einen der berühmten Burger essen möchte muss man locker mal eine Stunde dafür anstehen. Seit Wellington (der Hauptstadt) habe ich nicht mehr so viel Verkehr und so viele Menschen an einem Ort gesehen. Ich war richtig schockiert, als ich bei meiner Ankunft plötzlich im Stau stand!
Die Stadt liegt an einem wunderschönen Ort, direkt am Lake Wakatipu und umrundet von Bergen. An meinem ersten Tag bin ich mit dem Auto knappe 50 km bis zum Ende des Sees gefahren. Eine echt sehr schöne Strecke immer direkt am See entlang. Am Ende der Straße liegt ein kleines Dorf mit dem Namen Glenorchy, in dem man Kaffee trinken und etwas herum spazieren kann. In der Vergangenheit war das hier ein Bergbaugebiet mit vielen Mienen, und ich habe eine kleine Wanderung zu noch erhaltenen Bergbauhütten gemacht. p1110744a p1110759aÄhnlich wie in Wanaka gibt es gleich neben Queenstown einen Berg mit unglaublicher Aussicht über Queenstown und den See. Auch um auf den Gipfel vom Ben Lomond zu gelangen braucht man ca. 3-4 Stunden. Und auch hier wird man mit einem atemberaubenden Panorama belohnt.p1110840ba p1110845a

Wenn man alleine reist ist man tatsächlich viel offener zu anderen Menschen. So habe ich bisher auf fast all meinen Ausflügen und Wanderungen immer Leute getroffen, mit denen man sich etwas unterhält und dann für den Rest des Auf- oder Abstiegs zusammen unterwegs ist. Viele kommen aus Deutschland, oder zumindest Westeuropa, aber ich habe auch Menschen aus Israel, Amerika oder Singapur getroffen.

Heute (30. September) geht es weiter Richtung Dunedin an der Ostküste, und von da aus am Meer entlang bis zur Südspitze von Neuseeland.

HelpX: Greymouth

Jetzt bin ich doch wesentlich länger bei der HelpX Familie hier bei Greymouth geblieben, als ursprünglich geplant. Aber die letzten mittlerweile zweieinhalb Wochen waren echt super!

Ich bin am Mittwoch (31. August) Mittags hier bei der Familie angekommen. Nachmittags ging es dann auch sofort mit dem Arbeiten los: Wir haben zu dritt (Noel, Rachel und ich) Feuerholz gespalten, und zum Trocknen in den dafür vorgesehenen Schuppen gestapelt. 20160901_102037_stitchaObwohl die Arbeit mit immer den selben Handgriffen sehr monoton war, ging die Zeit (überraschender Weise) sehr schnell vorbei. Ich denke, dass lag daran, dass wir zu 3. in einem Team gearbeitet haben, und man immer konzentriert sein musste. Man wollte ja weder seine eigenen Finger noch die eines anderen mit der Spaltmaschiene abtrennen 😀  Video20160901_103825a

20160903_125748aNach 4 (?) Tagen Holzspalten, war es dann endlich geschafft, und wir haben das gesamte Holz gespalten und verstaut! Die weiteren Tage habe ich dann ganz unterschiedliche Jobs gemacht. Rachel und Noel sind hier in der Gegend für ca. 20 Ferienhäuser / -Villen Hausmeister und Gärter in einem, und sorgen dafür, dass die Häuser der – meistens sehr reichen – Besitzer ordentlich, gepflegt und gut in Stand bleiben. Einen Großteil meiner Arbeit bestand also darin, in den Gärten zu helfen, Unkraut zu entfernen, Bäume, Hecken und Sträucher zu stutzen, Unkrautvernichter zu sprühen, das Feuerholz aufzufüllen, und und und. Arbeit gab es also reichlich und es war sehr abwechslungsreich! Was mit besonders gut gefallen hat war, dass ich – im Gegensatz zu den anderen HelpX Familien – die meiste Zeit zusammen mit Rachel und Noel gearbeitet habe! So hatte ich sehr viel Kontakt zu meinen Gastgebern und ich konnte eine Menge lernen!20160904_121603a
Abends haben wir dann zusammen mit Thomas, Rachel und Noels 8 jähriger Sohn, gegessen und danach haben Thomas und ich oft noch zusammen eine Runde Schach gespielt, bevor Thomas schlafen gehen musste.

Ein weiterer Unterschied, zu den anderen HelpX Familien, bei denen ich bisher war, war, dass ich nicht 4 Stunden am Tag gearbeitet habe, sondern 6. Dafür hatte ich dann ungefähr jeden dritten Tag frei. (Also nicht dass ich genau die Stunden gezählt hätte, aber so war der Plan). Das Gute an dem Rhythmus ist, dass ich immer einen ganzen Tag freit und dadurch viel mehr Zeit hatte, auch etwas längere Ausflüge und Wanderungen zu machen! Ich habe dann immer ein Lunchpaket bekommen, was ich auf meinen Ausflügen dann essen konnte.

p1100160_stitchaMein erster Ausflug ging zum Castle Hill, einem Gebiet voller riesiger (!) Steine. Da Rachel und Thomas an dem Tag nach Christchurch mussten, wurde ich von ihnen mitgenommen und beim Castle Hill abgesetzt. Es klingt jetzt nicht besonders spannend zu einem Haufen Steine zu fahren, aber ich habe fast 6 Stunden damit verbracht, einfach durch die unterschiedlichsten Gesteinsformationen zu laufen und zu klettern. p1100169_stitchabWenn man einmal durch all die Felsen läuft, entdeckt man immer mehr komplett unterschiedliche Formen, Höhlen und Klettergelegenheiten, und ich habe gar nicht gemerkt, wie schnell die Zeit vergangen ist! Außerdem war ich schon gegen 9 Uhr morgens dort, sodass ich die ersten 2 oder 3 Stunden komplett alleine war, bis andere Touristen – meistens nur für einen kurzen Stopp – auftauchten. Die Felsen waren teilweise einige Stockwerke hoch, und beim Klettern musste man aufpassen, dass man nicht zu nahe an den Rand kam! p1100186a p1100215_stitchaObwohl ich hier so viele Stunden auf Entdeckungstour war, habe ich das Gefühl nur einen Bruchteil erkundet und gesehen zu haben. Es war ein bisschen wie in einem Irrgarten, in dem man sich leicht verirren konnte, wenn man nicht aufpasst. Ich habe zum Beispiel am Vormittag meine Tasche versteckt, da ich sie nicht die ganze Zeit mit mir rumtragen wollte, und dann Mittags 15 oder 20 Minuten gebracht, bis ich die Stelle wieder gefunden habe. Zum Glück hab sie sie gefunden, ich hatte nämlich ziemlich Hunger!p1100377a p1100354a p1100299_stitcha p1100229_stitcha

Am Nachmittag habe ich dann das erste Mal in meinem Leben gehitchhiked. Ich hatte mit Rachel besprochen, dass sie mich auf dem Weg zurück von Christchurch entweder am Castle Hill abholt (falls ich den ganzen Tag dort bleibe), oder am Arthurs Pass, ca. 50 km weiter auf der einzigen Straße weit und breit. Ich wurde also von zwei Neuseeländern mit schrecklichen Musikgeschmack eine knappe Stunde lang zum Arthurs Pass mitgenommen, wo ich noch ungefähr zwei Stunden eine kleine Wanderung machen konnte, bis Rachel mich wieder aufgesammelt hat. Wir hatten verabredet, dass ich einen Stein auf den Zaun am Castle Hill lege, als Zeichen, dass ich weiter gefahren bin, falls meine SMS, aus was für einen Grund auch immer, nicht ankommen sollte.

Mir wurden von Noel und Rachel vor jedem freien Tag viele Ausflugsziele vorgeschlagen, und Tipps gegeben, wie ich was wo machen sollte. Ich fand das echt super, da ich so die besten Orte hier an der Westküste entdecken und bewundern konnte, auch solche, wo ich sonst wahrscheinlich niemals hingegangen wäre!

An einem sehr stürmischen Tag wurde ich zum Beispiel bei Flut und bis zu 5 Meter hohen Wellen nach Punakaiki zu den Pancake Rocks geschickt. Hier spült das Meer die Steine immer weiter aus und bildet unzählige Risse und Höhlen. Das besondere an diesem Ort ist, dass die Wellen in die Höhlen und Risse gelangen und dann durch den hohen Druck nach oben geschossen werden, sodass sie mehrere Meter über dem Meeresspiegel aus dem Steinen geschossen kommen.p1100418a Es sieht ein bisschen aus wie ein Dampfventil, aus dem Dampf geschossen kommt! Aufgrund der Flut und des Sturms war der Effekt natürlich besonders beeindruckend, und man wurde, wenn man an der falschen Stelle stand, durch die aus dem Stein schießenden Wellen und dem Wind sehr nass. Video1 Video2

p1100474_stitchiaEin weiterer Ausflug hat mich zum Croesus Track geführt. Die Wanderung hat alleine für den Hinweg vielleicht drei Stunden gedauert. Stetig Berg auf ging der Weg erst durch einen dichten Wald und dann oberhalb der Baumgrenze weiter durch raue Gras- und Steinlandschaften. p1100507_stitchea p1100539aAuf dem Gipfel angekommen waren aber alle Mühen vergessen! Ich hatte einen unglaublichen 360 Grad Blick! Vor mir hatte ich einen gigantischen Blick auf die Südalpen, die sich von links nach Rechts vor mir erstreckten (leider bei weitem nicht so gut auf den Fotos zu erkennen). Hinter mir konnte ich noch andere Berge und das Meer sehen. Ich habe mich bei wolkenlosen Himmel oben auf den Berg gesetzt, mein Lunchpaket gegessen, und einfach die Zeit und das Panorama genossen! Danach ging es weiterer 3 Stunden zurück zum Auto und dann zum heiß ersehnten Abendessen!20160910_1440350a 20160910_131827a

Ein dritter atemberaubender (langsam gehen mir die Adjektive aus) Ausflug ging wieder zum Foxriver, bei dem ich schon auf meinen Weg nach Greymouth einen Stopp eingelegt hatte. Am Meer bin ich zu einer kleinen Höhle gelaufen, die durch die Gezeiten immer weiter ausgehöhlt werden (wie überall hier an der Westküste). Noel und Rachel hatten natürlich alles bedacht und mich bei Ebbe hier hin geschickt, sodass ich durch die Höhle laufen konnte, und am Strand mir die verschiedenen, vom Meer ausgehöhlten und geformten Steine, anschauen konnte. p1100564a p1100561a p1100567ap1100577aDanach bin ich wieder zurück zum Foxriver gelaufen, wo ich die eigentliche Wanderung gemacht habe. Diesmal bin ich aber nicht zu den Höhlen gelaufen (wie bei meinem Stopp vor einer Woche), sondern habe eine andere Abzweigung genommen, um zum Ballroom Overhang zu kommen. Auf dem Weg musste ich 8 Flussüberquerungen (und auf dem Rückweg natürlich alle nochmal) machen, bei denen ich teilweise durch hüfthohes Wasser laufen musste.p1100686a p1100668_stitcha p1100596a Der Weg war also über Steine, durch Flüsse und über Hügel sehr mühsam und hat ca. 2 Stunden gedauert. Als ich dann beim Ballroom Overhang angekommen bin, habe ich mit dem mitgebrachten Streichhölzern und Zeitungen ein kleines Feuer gemacht und die Marshmallow geröstet!p1100609a Im Sommer ist dies ein sehr beliebtes Ausflugsziel aber auch hier bin ich keiner Menschenseele begegnet. Man muss schon sehr motiviert sein, die Flüsse im Winter zu überqueren (obwohl es jetzt auch nicht soooooooo kalt war). Zurück am Auto habe ich dann einen warmen Tee getrunken und mir trockene Klamotten angezogen.

Kurz nachdem ich mich wieder auf den Weg zurück zur Familie gemacht habe, kam ich zu einer Straßensperre!p1100739a Die einzige Küstenstraße, war komplett gesperrt, da es am Nachmittag eine sehr große Rutschung gegeben hatte, die die gesamte Straße für 3 Tage blockieren sollte. p1100735a Im ersten Moment wusste ich nicht genau, was ich jetzt tun sollte. Aber es gab eigentlich nur eine Möglichkeit: Ich musste über Westport und Reefton einen Umweg von ca. 180 km fahren, was auf neuseeländischen Straßen und im Dunkeln fast 3 Stunden gedauert hat! Das ist der Nachteil, wenn man in einem Land wie Neuseeland unterwegs ist. Manche Straßen haben keine wirkliche Alternativroute, die nicht mehrere Stunden dauert. Aber so ist das halt.

20160914_093227a20160914_082717aAnsonsten habe ich noch ein paar kleine Ausflüge gemacht, wie Kayak fahren auf dem Lake Brunner, Jagen gehen mit Noel (wir haben nichts gefunden) und: Goldwaschen! Die Gegend hier war um 1880 eine sehr große Goldgräberstädte, die mehrere Tausend Goldgräber angelockt hatte. Aber auch heutzutage gibt es hier noch mehrere Goldminen, in denen Erde in große Maschinen gekippt wird, die das Gold auswaschen. Gestern, am letzten Tag, hat mich Noel zu einem nahe gelegenen Bach mitgenommen, in dem wir dann Gold auf die alte Art und Weise gewaschen haben. Wir haben tatsächlich kleine Goldkrümmel / -Staubkörner auswaschen können, aber die sind leider soo klein, dass man sie nicht aufbewahren kann. Trotzdem hat das auch im Regen irgendwie Spaß gemacht. Wo würde ich sonst jemals so etwas machen!?20160916_082716a

Mitten in meinem Aufenthalt hier, hat sich die Familie – wie jedes Jahr – 10 Kälber zugelegt, die sie mit Milchpulver aufziehen, knappe 2 Jahre auf den Weiden halten und dann wieder verkaufen. Ich habe ab und zu dabei helfen können die Kälber zu füttern! Video20160915_173430a20160915_173423aMan glaubt gar nicht, wie viel Arbeit es ist, ein paar Kälber zu versorgen und wie schnell (nach gerade mal einer Woche) sie kräftiger werden und ihre Zähne anfangen weh zu tun!Leider ist nach wenigen Tagen eines der Kälber gestorben, da es sich irgendwie am Zaun verfangen hatte und dann durch zu viel Gas im Magen (?) verendet ist. Hoffentlich passiert den anderen 9 Kälbern nichts! Aber leider kann man so etwas nicht immer verhindern…20160909_163117a20160913_1636380a

Heute Morgen habe ich mich hier verabschiedet, und breche nun weiter Richtung Süden auf! Ich habe hier an der Westküste wirklich sehr viel gesehen und gelernt und ich hatte eine tolle Zeit bei Noel, Rachel und Thomas!
Natürlich haben sie mir auch noch einige Orte gesagt, die ich auf meinem Weg nach Süden auf keinen Fall verpassen darf! Ich habe also ein volles Programm und freue mich auf die nächsten Tage und Wochen hier in Neuseeland!

Ich freue mich immer von euch zu hören!
Bis bald!

Richtung Westküste (Nelson Lakes)

Am Samstag Morgen (27. August) haben wir uns nach zweieinhalb Wochen von Susan, Jonathan und Ursula verabschiedet. Es waren echt sehr gute zweieinhalb Wochen, und wir wären gerne noch länger geblieben. Wir wollen aber natürlich auch noch den Rest von Neuseeland kennen lernen, und so war es Zeit, weiter Richtung Westküste zu reisen.

Als ersten Zwischenstopp haben wir uns dazu entschieden, unsere eigenen Messer zu schmieden, was man ganz in der Nähe von Nelson machen kann. Wir haben dies einige Tage vorher für Samstag gebucht, und so sind wir direkt nach unserem Abschied 30 Minuten zur Schmiede gefahren. Hier haben wir als erstes einen Eisenklumpen in die Hand gedrückt bekommen, den wir zunächst im Feuer zum Glühen bringen mussten, um dann auf ihn einzuschlagen. 20160827_090957a20160827_112847aWir mussten diese Prozedur (zum Glühen bringen, Hämmern) unzählige Male wiederholt, bis der Eisenklumpen langsam flach und größer wurde, und man das zukünftige Messer mit viel Fantasie erahnen konnte.
Viele verschiedene Arbeitsschritte, von Hämmer, Schleifen, Schneiden, Polieren, etc, waren notwendig, bis das Messer langsam Gestalt annahm. 20160827_115532a20160827_113110aNachdem die Klinge seine ungefähre Form hatte, durften wir uns die Holzart aussuchen, aus der unser Griff bestehen sollte. Das Holz wurde dann auf die entsprechende Stelle geklebt und dort fixiert. Nachdem es dann in der Mittagspause trocknen konnte, ging es an die Feinarbeiten. 20160827_144806aDer Griff musste in die richtige Form gebracht werden und dann mit Schmirgelpapier abgerundet werden. Danach bekam das Messer nochmal einen Schliff und wurde mit mehreren unterschiedlichen Geräten poliert. Zum Schluss konnten wir zuschauen, wie Simon (der Leiter des Workshops) die Messer geschärft hat, damit wir es auch benutzen können. Ein sehr schönes, selbstgemachtes Souvenir, wie ich finde!20160828_100237a

Nachdem wir den ganzen Tag vor dem heißen Schmiedeofen verbracht hatten, sind wir am Abend ca. 100km Richtung Nelson Lakes Nationalpark gefahren. Dort haben wir auf einem Campingplatz direkt am Lake Rotoiti übernachtet.p1090803a
Am nächsten Tag haben wir dann eine sehr beliebte ca. 4 stündige Wanderung auf den Mt. Robert gemacht, der direkt am See liegt. p1090920_stitcha Der ganze Berggipfel war zugeschneit. Ich weiß nicht, wie viel Schnee dort oben lag, aber man konnte (außer die Orangen Stangen als Wegmarken) keine Steine, Pfade oder Gräben erkennen. p1090833ap1090875aImmer wieder sind wir bis zum Knie im Schnee eingesunken, was ziemlich lustig war. Von der Spitze des Berges hatten wir eine sehr schöne Aussicht auf die Südalpen und den Lake Rotoiti.p1090784_stitcha
Am nächsten Morgen, nach einer weiteren Nacht auf dem Campingplatz, haben wir noch eine kleine Wanderung am See gemacht (vielleicht 90 Minuten) und sind danach weiter Richtung Westport an der Westküste gefahren.

Die Straße nach Westport war sehr beeindruckend, und ging teilweise über enge, in den Fels gehauene Straßen durch die Berge. Teilweise musste man sich die Straße mit dem Gegenverkehr auf einer Spur teilen, da es für eine zweite Spur nicht genug Platz zwischen Fels und Fluss gab. In Westport haben wir uns eine Robbenkolonie angeschaut, und den Sonnenuntergang bewundert. Die meiste Zeit, die wir bisher hier in Neuseeland an den Küsten waren, war an der Ostseite des Landes, sodass dies tatsächlich der erste Sonnenuntergang über dem Meer war, den wir uns anschauen konnten.p1090963a p1090976_stitcha

Ich habe mich dazu entschieden, für die nächsten ein, zwei Wochen alleine bei einer HelpX Familie zu bleiben. Das letzte Mal, dass ich dies vor einigen Wochen (vor einer gefühlten Ewigkeit!) gemacht habe, hat mir das super gut gefallen! Man kommt viel mehr ins Gespräch mit den Gastgebern, und man muss viel offener sein, wenn man alleine dort ist, und nicht in einer 3er Gruppe.
Ich bin daher am nächsten Tag alleine Richtung Greymouth, ca. 100km südlich von Westport gefahren, wo ich vor einigen Tagen mir eine HelpX Stelle organisiert hatte.
Auf dem Weg nach Greymouth habe ich unzählige Stopps gemacht, um nicht einfach an all den Sehenswürdigkeiten vorbei zu fahren, sodass ich für die 100km den ganzen Tag gebraucht habe. Die Straße alleine war schon eine Attraktion für sich, da sie sich über Berge am Meer entlang schlängelt. Teilweise liegt die Straße nur wenige Meter vom Strand entfernt, an anderen Stellen führt sie weit über dem Meeresspiegel sehr kurvenreich über Berge.p1100080_stitcha Einen Stopp, den ich auf meinem Weg gemacht habe waren die Foxriver Höhlen, die man nach einer ca. 90 minütigen Wanderung erreichen konnte. Nachdem es die letzten 20 Minuten des Weges sehr steil den Berg hoch ging, kommt man zu einem großen Eingangsbereich der zwei Höhlen. Die erste Höhle darf man wegen Einsturzgefahr nicht betreten, aber in die zweite (kleinere) Höhle kann man vielleicht 100 oder 200 Meter weit rein laufen. Die Höhle wurde immer enger und dunkler, je weiter man sich vom Eingang entfernte. Zum Glück hatte ich eine Taschenlampe dabei! So konnte ich mir die Höhle in Ruhe anschauen! Da es hier zur Zeit Winter ist, sind nicht allzu viele Touristen unterwegs. Daher war ich an dem Nachmittag der einzige in der Höhle, was schon sehr abenteuerlich war!p1100022a p1100030a p1100062_stitcha

Am nächsten Morgen (31. August) bin ich dann zu der Familie gefahren, bei de ich für die nächsten 1-2 Wochen bleiben werde. Danach geht die Reise weiter Richtung Süden.

Bis bald!

HelpX: Neudorf Olives

Die letzten zweieinhalb Wochen haben Daniel, Christina und ich wieder bei einer Familie verbracht, die wir über HelpX gefunden haben. Die Familie besitzt eine 29 Hecktar große Olivenfarm. Neben dem großen Haus gibt es natürlich unzählige Olivenbäume (macht ja irgendwie Sinn), zwei kleine Seen, eine Zipline über den größeren der beiden Seen, einige Obstbäume und einen Gemüsegarten.P1090735_stitcha

Die Familie, Jonathan, Susan und die 14 jährige Tochter Ursula, sind super nett, sodass wir uns hier absolut wohl fühlen! Die beiden Söhne sind zur Zeit in Europa und machen selber Work and Travel.
Ursprünglich wollten wir ungefähr eine Woche hier bleiben, aber weil es uns hier so gut gefallen hat, und wir gefragt worden sind, ob wir nicht noch ein bisschen hier bleiben wollen, haben wir unseren Aufenthalt immer weiter verlängert. Wir hatten sehr viel Glück mit dem Wetter! Die meiste Zeit (außer die letzten 2-3 Tage) war es sehr warm und sonnig, sodass man Mittags sogar mit T-Shirt draußen in der 20160816_124304aSonne sitzen konnte. Ich habe die Zeit sehr genossen und viel gelesen! Eigentlich ist es hier in Neuseeland gerade tiefster Winter, aber der nördliche Teil des Südinsel ist das ganze Jahr über relativ warm. Es war also ein sehr guter Grund hier etwas länger zu bleiben, und die Reise in den kälteren Süden etwas aufzuschieben.

Weil das Wetter so gut war konnten wir auch (zum Glück) die allermeiste Zeit draußen Arbeiten. Wir haben unzählige Pflanzen (verschiedene Gräser, Bäume, Gemüse im Gemüsegarten und anderes) hier auf dem riesigen Grundstück ein- und umgepflanzt, viele Äste, die durch das Beschneiden der Olivenbäume am Boden lagen, zusammengekehrt, und Unkraut in den Beeten gejätet. 20160823_092451aAußerdem konnten wir ein bisschen dabei helfen, ein neues Deck für die Zipline zu bauen, damit man etwas bequemer davon absteigen kann. An einem Tag durften wir dabei helfen, das Olivenöl in Flaschen abzufüllen. Ich fand das ganz interessant, wie das Öl erst abgefüllt wird, Gas in die Flasche gespritzt wird, das Etikett aufgeklebt, die Flasche versiegelt und das Haltbarkeitsdatum (per Hand) drauf geschrieben wird.20160818_101841a 20160818_101305a

Die meisten Nachmittage haben wir hier auf dem Gelände verbracht. Wir konnten uns bei dem warmen Wetter draußen hinsetzen, Zipline fahren, oder uns drinnen im vom Feuerofen geheizten Wohnzimmer aufhalten (Abends und Nachts wurde es dann doch kalt).

Aber wir haben auch ein paar kleine Ausflüge gemacht. Am ersten Sonntag, an dem wir hier waren, sind wir zum Beispiel mit Mark, einem weiteren Helfer, der hier die ersten Tage ebenfalls gewesen ist, zur Golden Bay gefahren. Die Golden Bay ist der nördlichste Teil der Südinsel. Dort haben wir zuerst in einem Cafe Muffins gegessen und dann eine Quelle besucht, mit besonders klarem und sauberen Wasser, welches man nicht einmal berühren durfte um es vor Verunreinigungen zu schützen!P1090588a Danach sind wir noch ein gutes Stück weiter nach Norden gefahren. Dort haben wir dann eine schöne Wanderung zum Cape Farewell, dem tatsächlich nördlichsten Punkt der Südinsel, gemacht. Der Weg ging über Schafweiden mit vielen kleinen Lämmern, durch einen kleinen Bach, über Hügel und an steilen Klippen entlang. Die Wanderung hat insgesamt über 2 Stunden gedauert, bis wir wieder zurück am Strand waren, von wo wir gestartet sind. P1090596a P1090610aDSC06136a DSC06148aZurück am Strand, haben wir unser Lunchpaket gegessen, die Zeit genossen und auf den Sonnenuntergang gewartet. Leider war es zu bewölkt, sodass wir nicht sehr viel vom Sonnenuntergang hatten. Trotzdem war es ein sehr gelungener Tag!P1090691_stitchaDSC06133a

Abends haben wir mit der Familie ab und zu Brett- und Würfelspiele gespielt. Wer mich kennt weiß, dass ich sehr gerne Gesellschaftsspiele spiele, und kann sich denken, dass ich mich dadurch hier sehr wohl gefühlt habe. Das Essen war auch sehr sehr lecker und abwechslungsreich! Abends haben wir dann immer zusammen abgespült, bevor wir uns in das warme Wohnzimmer gesetzt haben. Ab und zu wurde auch gebacken, sodass es leckere Muffins, Kuchen oder andere Gebäcke zum Nachtisch gab.

Hier auf dem Olivenhain werden drei verschiedene Olivenölsorten hergestellt. Susan hat uns an einem Tag alle drei Sorten probieren lassen, die besonders edel und gesund sein sollen (sind auch nicht sehr günstig). Dazu konnten wir selbstgebackendes Brot in die verschiedenen Ölsorten tunken und probieren. Zwei der drei Sorten haben sehr gewöhnungsbedürftig geschmeckt und die dritte war auch nur „die am wenigsten schlimme“. Ich weiß nicht, ob ich mich damit anfreunden könnte, das Öl über fast alle Mahlzeiten (als Soße?) zu gießen.P1090711_stitcha

Mittlerweile sind wir schon viereinhalb Monate hier in Neuseeland! Da der Oktober immer näher rückt, und wir noch nicht zurück nach Deutschland wollen, haben wir uns dazu entschieden unseren Rückflug umzubuchen.  Wir werden also einen Teil des Frühlings in Neuseeland verbringen und dann Mitte Dezember wieder zurück in Deutschland sein. So haben wir hier noch ein paar warme Tage und sind pünktlich zur Weihnachtszeit wieder zurück in Deutschland!P1090748a P1090763a P1090768a

Morgen werden wir die Familie hier verlassen und Richtung Süden zu den Nelson Lakes fahren.

Bis bald!