Blenheim

Die letzte Woche haben wir auf einem Campingplatz in Seddon, einem kleinen Ort (mit 500 Einwohner) 25 km südlich von Blenheim (30.500 Einwohner), verbracht. Ursprünglich wollten wir nur eine Nacht auf dem Campingplatz bleiben, aber da er uns so gut gefallen hat, haben wir uns spontan dazu entschieden länger zu bleiben. Die meisten Gäste bleiben mehrere Wochen dort, da sie auf den Weingütern der Region arbeiten. So haben wir auch einen Vorarbeiter getroffen, der Christina und mir einen Job hier in der Gegend besorgt hat, der vor zwei Tagen, am Dienstag, angefangen hat. Daniel möchte keinen Saisonarbeit machen, und wird in der Zeit, in der wir hier in Blenheim sind und arbeiten, auf eigene Faust die Umgebung hier im Norden der Südinsel erkunden.P1080479a P1080482a

Da wir während der Woche nicht so viel zu tun hatten, hat uns die Besitzerin des Campingplatzes angeboten kostenlos auf dem Campingplatz bleiben zu können, wenn wir dafür im angrenzenden Haus beim Abtapezieren helfen. Wir waren ganz froh über das Angebot, da wir so Vormittags etwas sinnvolles machen konnten, und dabei die 75 NZD, die jeder von uns für die Woche auf dem Campingplatz hätte zahlen müssen, sparen konnten.P1080518a

Die Woche haben wir viel mit Lesen verbracht. Der Campingplatz hat einen sehr gemütlichen Aufenthaltsraum, der sich mit mehreren Sofas, einem riesigen Fernseher und einem Kamin wie ein richtiges Wohnzimmer angefühlt hat. Hier haben wir die Abende verbracht, und auch alle anderen „Bewohner“ des Campingplatzes getroffen. Die angrenzende Küche war super ausgestattet und insgesamt war alles sehr sauber und sehr gepflegt. Die Atmosphäre war sehr gut! Am Samstag haben die zwei Japanerinnen, die hier zur Zeit wohnen, für alle auf dem Campingplatz gekocht. Es gab unter anderem eine typisch japanische Suppe, japanische Pizza und Sushi. Alles sehr ungewohnt für mich, aber es hat doch überraschend gut geschmeckt!P1080459a P1080458_stitcha
Tagsüber haben wir einige Ausflüge nach Blenheim und in die Umgebung gemacht. Wir haben zum Beispiel eine Wanderung auf den Mount Vernon gemacht, von wo man einen schönen Blick über Blenheim und die angrenzenden Bergketten hat. Am Freitag sind wir am Cape Campbell den Strand entlang zum Leuchtturm gelaufen. Die dreistündige Wanderung war nur zu bestimmten Zeiten des Tages möglich, da der Weg bei Flut vom Meer versperrt wird und dadurch unpassierbar ist.P1080542_stitcha P1080526_stitcha

Am Montag haben Christina und ich uns mit unserem Arbeitgeber getroffen, die Verträge bekommen, und ein paar organisatorische Sachen besprochen. Dienstag haben wir dann (zum Glück hat es klappt) mit der Arbeit auf einem der Weingüter hier in der Umgebung anfangen. Die Arbeit ist sehr monoton und man hat nicht gerade das Gefühl, dass man voran kommt, aber alle sagen, dass man nach ein paar Tagen schneller wird, und es dann nicht mehr so frustrierend ist. Es ist zwar nicht besonders anstrengend, aber man muss sich die ganze Zeit konzentrieren, um die nötigen Handgriffe so schnell es geht zu machen. Man wird nämlich pro Pflanze bezahlt, also je schneller man arbeitet, desto mehr Geld verdient man. Unsere Aufgabe ist es, die bereits abgeernteten Pflanzen zu stutzen, und vier Äste an einen Draht zu binden. Heute nach dem zweiten Tag habe ich schon 3 Blasen an der rechten Hand und ich frage mich, wie ich damit die nächsten Tage überleben soll. Wir haben vor, ein paar Wochen hier in Blenheim zu verbringen, um in der Zeit (wenn das Wetter mitspielt) möglichst viel zu Arbeiten. Der Nachteil an dieser Saisonarbeit ist es nämlich, dass dafür das Wetter einigermaßen gut sein muss, und es nicht regnen darf. Ansonsten kann man nicht arbeiten und somit kein Geld verdienen. Wir hoffen einfach mal, dass es klappt, und wir dann mit gefüllter Reisekasse zu unserem nächsten Ziel, dem Abel Tasman Great Walk, weiterreisen können…P1080488_stitcha

2 Kommentare

  1. Lieber Jens,

    hört sich ja gut an. Wenn es mit der Arbeit nicht geht wegen der Blasen, musst Du sie halt einfach abblasen ! Spaß beiseite, das tut dann schon mächtig weh. Aber der Great Walk wird eine große Entschädigung dafür sein.
    Kommt Daniel denn jeden Abend zum Campingplatz zurück ? Es macht großen Spaß, wenn man in Gemeinschaft ist, und es wird sogar gekocht. Japanisch essen ist schon komisch. Als ob man auf Gummi kaut. Kochst Du denn auch mal ? Vorschlag, Blutwurst mit Apfelkompott und Kartoffelbrei. Das kannst Du als typisches Gericht aus Köln anbieten. Das hat es in Neuseeland wahrscheinlich noch nicht gegeben !
    Ich bin gespannt auf die Bilder.
    Gruß Papa

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