Arbeiten in Blenheim

In den letzten drei Wochen habe ich mit Christina zusammen auf einem Weinberg hier in Blenheim gearbeitet. Die Arbeit ist ziemlich monoton und langweilig, aber man verdient – wenigstens ein bisschen – Geld. Das Problem an der Sache ist, dass man pro Pflanze bezahlt wird. Wir sind aber leider ziemlich langsam und können dadurch nicht so viel Geld verdienen.P1080723a Die Arbeit geht ziemlich auf die Hände: Wie ich im letzten Beitrag schon geschrieben hatte, hatte ich nach wenigen Tagen schon mehrere Blasen an den Händen. Dazu sind in den letzten Wochen noch mehrere Schürfwunden und Schnittverletzungen (ja, ich habe es zwei mal geschafft mir in die Finger zu schneiden) hinzu gekommen, aber insgesamt ist es nicht so schlimm geworden, wie ich nach den ersten paar Tagen gedacht hatte. IMG-20160630-WA0013 IMG-20160630-WA0017

Unsere Aufgabe auf dem Weinberg war es, die bereits abgeerntete Pflanzen zurecht zu stutzen, zwei (beim ersten Weingut vier) Äste auszusuchen, diese von kleinen Ästen zu befreien, und dann um den Draht zu wickeln und fest zu binden. Pro Pflanze haben wir dann 23 Cent verdient. Also um einen einigermaßen guten Lohn zu bekommen, sollte man pro Minute schon eine Pflanze schaffen. Ganz schön anstrengend, wenn man immer die gleichen Handgriffe mehr als 8 Stunden am Tag macht, und dabei immer versucht möglichst schnell zu arbeiten. Bei gutem Wetter ging die Arbeit 6 Tage die Woche, nur am Sonntag konnte man sich erholen und seine Hände schonen. Man hat sich auch immer gefreut, wenn man morgens vom Regen aufgeweckt wurde, weil man dann wusste, dass man an dem Tag entweder später anfangen musste (durfte !!), oder vielleicht sogar frei hatte.

Daniel hatte keine Lust auf diese Arbeit und ist in der ersten Woche mit dem Auto alleine weitergereist. Er hat ca. 1200 km mit dem Auto zurückgelegt und hat schon einen Teil der Südinsel gesehen, den wir – noch – nicht gesehen haben. Nach 7 Tagen war er aber wieder zurück bei uns, und hat die Zeit in der wir arbeiten waren hier in Blenheim und näherer Umgebung verbracht. Mit ihm haben wir Sonntags und an freien (regnerischen) Tagen Ausflüge gemacht.

P1080712_stitchaUnsere Ausflüge gingen zum Beispiel zu den Marlborough Sounds. Das Wetter war zwar nicht besonders gut (wir hatten deshalb ja überhaupt erst frei), aber wir haben eine Wanderung an der Küste entlang gemacht, bei der man trotz wolkenverhangenem Himmel schöne Panoramablicke über die Marlborough Sounds hatte. Durch die Sounds fährt auch die Fähre, die zwischen der Süd- und Nordinsel pendelt, und mit der auch wir auf die Südinsel gekommen sind. Bei unserer Fährfahrt war es aber leider schon komplett dunkel, weshalb wir nichts sehen konnten, und erst jetzt das erste mal den Ausblick auf diese Landschaft genießen konnten. P1080706_stitcha P1080693a P1080654a

Ein anderer Ausflug ging zur Whites Bay, vielleicht 20 km nördlich von Blenheim. Hier kann man Wanderungen machen, die zwischen 1 und 9 Stunden dauern, am Strand surfen, oder einfach auf einen Felsen klettern und die Zeit genießen.
Hier hat mich auch der Ehrgeiz gepackt, eine 7 – 9 stündige Wanderung auf den Gipfel vom Mount Robertson (1036m) zu machen. P1080619_stitcha P1080584aP1080633b Letzte Woche Sonntag (10.7.) habe ich dann alleine die anspruchsvolle Wanderung gemacht. Daniel und Christina hatten keine Lust / ihnen war es zu anstrengend die Wanderung zu machen. Da die Strecke laut Informationstafel 7-9 Stunden dauert, musste ich mich früh auf den Weg machen, um auf jeden Fall noch bei Tageslicht wieder zurück am Auto zu sein. Der Weg begann bei der Whites Bay (also ungefähr auf Meereshöhe) und ging auf den Gipfel vom Mount Robertson (1036m). Also insgesamt mehr als 2000 Höhenmeter (erst 1000m hoch, dann 1000m runter) innerhalb eines Tages. Als ich an der Whites Bay angekommen bin, hat es leider schon geregnet und es war sehr wolkig. Ich wusste also, dass ich leider keine schöne Aussicht haben würde. Trotzdem habe ich mich dazu entschieden die Wanderung zu machen, weil ich 1. schon an einem Sonntag extra dafür so früh aufgestanden bin und 2. dann an dem Tag wenigstens ein bisschen Sport gemacht habe. Der Weg war ziemlich steil und (wegen dem Regen) rutschig. Ich habe aber versucht einigermaßen zügig (sportlich) voran zu kommen und habe es dann auch geschafft, den gesamten Weg zum Gipfel und zurück, inklusive mehrerer kurzen Trink- und Esspausen, in nur knapp 5 Stunden zu bewältigt. Für mich trotz Regen ein sehr erfolgreicher Tag!20160710_115342 20160710_113305 2016-07-10_09-07_Sun

Ansonsten haben wir, während Daniel noch unterwegs war, zu zweit noch ein paar kleinere Ausflüge gemacht, zum Beispiel durch eine Art Lagunenlandschaft zu einem – nicht so spektakulären – Schiffswrack. Der Weg war teilweise so überflutet, dass Christina mit Gummistiefel gelaufen ist, und ich (da ich keine habe) Barfuß den kleinen Krebsen ausweichen musste.P1080565a P1080560_stitcha

Da ich mich nach drei anstrengenden Wochen nicht weiter motivieren kann, auf den Weingütern zu arbeiten, habe ich mich dazu entschieden, eine Woche lang ein bisschen alleine zu reisen, und mir eine HelpX Familie zu suchen. Ich wollte auf jeden Fall wenigstens für eine kurze Zeit auch mal alleine unterwegs sein. Ich denke, so erlebt man Neuseeland noch mal ein bisschen anders, und es ist vielleicht auch mal eine gute Abwechslung, nachdem ich 3 Monaten ununterbrochen mit den anderen zusammen gewesen bin, auf sich alleine gestellt zu sein. Und jetzt ist eine super Gelegenheit, dies zu tun: Christina wird noch für ungefähr eine (vielleicht zwei) Woche(n) weiter arbeiten. Daniel bleibt mit Christina in Blenheim.
In ca. einer Woche werden wir uns dann wieder treffen, um dann zusammen weiter durch Neuseeland zu reisen. Unser Plan ist es als nächstes Richtung Abel Tasman Great Walk zu fahren, und dort dann die 4 tägige Wanderung durch den Nationalpark auch zu machen.

Heute (Montag) werde ich zu meiner HelpX Familie westlich von Nelson fahren und dann dort die ganze Woche verbringen. Ich bin sehr gespannt, was mich dort erwartet und was für Arbeiten ich machen muss! Aber das werde ich im nächsten Blogeintrag berichten!

Bis bald!